Dein Ratgeber bei Erkältung

Die Erkältung ist wohl in unseren Breitengraden eine der mit Abstand häufigsten Erkrankungen. Zuerst ein leichtes Halskratzen, später dann eine verstopfte Nase, Halsschmerzen, vielleicht leichtes Fieber, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit. Kommen all diese Symptome zusammen, so spricht man auch von einem grippalen Infekt, also einer starken Erkältung. Doch in der Regel sind die Beschwerden harmlos und leicht behandelbar. Möchtest schnell und unkompliziert mit einem Arzt oder einer Ärztin zu deinen Symptomen sprechen, nutze unsere Video­sprechstunde.

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Erkältung im Überblick:

Häufigkeit: Am häufigsten tritt eine Erkältung bei Kindern auf. Das können durchaus sechs bis zehn Erkältungen pro Jahr sein. Bei Erwachsenen kommt es durchschnittlich zu zwei bis vier Erkältungen jährlich.

Häufige Symptome: Halsschmerzen, Husten, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Schwindel, Schnupfen, Rückenschmerzen, erhöhte Kälteempfindlichkeit, Übelkeit,

Mögliche Ursachen: Die eigentliche Ursache einer Erkältung sind fast immer Viren, seltener Bakterien. Am häufigsten sind es Rhinoviren, RSV (Respiratorische Synzytial-Virus-Infektionen) oder Coronaviren, die einen grippalen Infekt bzw. grippe- und erkältungsähnliche Symptome auslösen. Es gibt insgesamt über 200 Viren, die zu einer Erkältung führen können. Bei Kindern ist das Humane Metapneumo-Virus (HPMV) nach den Rhinoviren der häufigste Auslöser. Kälte hat nur indirekten Einfluss, da sie das Immunsystem schwächt, was Viren und Bakterien die Einnistung und Vermehrung im Organismus erleichtert. Deshalb kommt es besonders in der kalten Jahreszeit häufig zu Erkältungen. Sie können aber auch im Sommer auftreten.

Risikofaktoren: Trockene Luft bzw. Heizungsluft, Kälte, geschwächtes Immunsystem und damit einhergehend zahlreiche andere Grunderkrankungen wie etwa ein Typ-2-Diabetes, die durch die allgemeine Schwächung des Immunsystems auch Erkältungssymptome wie Schnupfen und Halsschmerzen begünstigen. Doch Erkältungen können auch im Sommer auftreten (die sog. „Sommergrippe“). Klimaanlagen reizen die Schleimhäute ebenfalls, während starke UV-Strahlung das Immunsystem schwächt. Auch in diesen Situationen ist das Risiko einer Ansteckung mit Erkältungsviren deshalb erhöht.

Diagnose: Ärzte sucht man bei Erkältungssymptomen in der Regel dann auf, wenn Beschwerden auftreten, die nicht typisch für eine einfache Erkältung sind, z.B. hohes Fieber, Übelkeit, Heiserkeit, starke Ohrenschmerzen, Gliederschmerzen, Durchfall oder Komplikationen wie Nasennebenhöhlenentzündungen. Die Diagnose besteht dann vor allem aus Anamnese und körperlicher Untersuchung, insbesondere dem Abhorchen der Lunge, um ernste Infekte der Atemwege wie eine Lungenentzündung auszuschließen. Anschließend kann ein Influenza-Schnelltest erfolgen und seit Beginn der Covid-19-Pandemie auch ein Corona-Schnelltest, um eine harmlose Erkältung zweifelsfrei von den ernsthaften Erkrankungen unterscheiden zu können.

Mögliche Folgen: In der Regel verläuft eine Erkältung ohne Komplikationen. Sind Betroffene und vor allem deren Schleimhäute bereits angeschlagen, kann es zu Komplikationen wie Nasennebenhöhlenentzündungen, Mittelohrentzündungen, Augenentzündungen oder auch Lungenentzündungen kommen. Dann sollte schnell ein Arzt aufgesucht werden.

Vorbeugung: Allgemeine Hygienemaßnahmen, Lüften, viel trinken, ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung (starkes Immunsystem)

Behandlung, Prognose & Dauer: Eine Erkältung heilt in der Regel von selbst vollständig aus, sofern keine Komplikation entsteht. Bei Erwachsenen dauert die Genesung im Schnitt sieben bis neun Tage, bei Kindern kann es bis zu fünfzehn Tage dauern, bis die Erkältung weg ist. Der Husten kann jedoch mehrere Wochen anhalten.1,2 Gegen Erkältungssymptome wie Halsschmerzen und Schnupfen helfen am besten Wärme, Ruhe, Gurgeln, viel Flüssigkeit und frische Luft. Die Ansteckungsgefahr ist vor allem am Anfang, also während der ersten zwei bis drei Tage nach Beginn der Symptome besonders hoch.

Was ist eine Erkältung eigentlich genau?

Die Erkältung ist die häufigste Erkrankung überhaupt. So ziemlich jeder Mensch war schon einmal erkältet. Dennoch herrscht viel Unwissen im Hinblick auf Ursachen, Erkältungssymptome, Risiken und wirksame Gegenmaßnahmen, insbesondere bezüglich der Bedeutung des Risikofaktors der Kälte.  

Das häufigste Missverständnis: Die Kälte sei schuld an der Erkältung – diese Aussage ist schlicht falsch, so naheliegend der Zusammenhang auch zu sein scheint. Schließlich steckt die „Kälte“ nicht nur in der deutschen Krankheitsbezeichnung. In anderen Sprachen – z.B. Englisch („cold“), Französisch („froid“) und Spanisch („frío“) – ist es genauso.

In Wirklichkeit wird eine Erkältung fast immer durch Viren (sehr selten durch Bakterien) verursacht, primär durch Rhinoviren. Der vermeintliche Übeltäter, die Kälte, ist nur indirekt beteiligt, da sie das Immunsystem schwächen kann und die Vermehrung von Viren begünstigt. Dazu kommt, dass ein erhöhtes Kälteempfinden häufig eines der ersten Erkältungssymptome ist, dann folgen typischerweise Halsschmerzen, Schnupfen, Husten, manchmal weitere Beschwerden.

Doch ebenso kann eine Erkältung auch im Sommer auftreten. Der Volksmund spricht dann von der „Sommergrippe“, die allerdings nichts mit einer echten Influenza zu tun hat. Klimaanlagen und ein durch UV-Strahlung geschwächtes Immunsystem sind ebenso Risikofaktoren, welche eine Ansteckung mit einer Erkältung begünstigen.

Bei einer starken Erkältung spricht man auch von einem grippalen Infekt, der jedoch nicht mit einer echten Grippe (Influenza) zu verwechseln ist – ein weiteres häufiges Missverständnis. Einer der Unterschiede besteht darin, dass im Gegensatz zur Influenza eine Erkältung häufig nach rund einer Woche überstanden ist. Eine spezielle Behandlung ist nicht notwendig ­– ein paar lindernde Maßnahmen und Hausmittel können jedoch nicht schaden. Die Grippe muss hingegen medikamentös behandelt und ärztlich untersucht werden, um Komplikationen zu vermeiden.

Was passiert bei einer Erkältung im Körper?

Sowohl bei einer Erkältung als auch bei Covid-19 und einer Grippe sind die Atemwege und ihre Schleimhäute das Einfallstor für die Bakterien. Sie können als sogenannte Schmierinfektion (Viren sitzen auf der Haut oder Oberflächen wie Türgriffen und Wasserhähnen und gelangen über die Hand in die Atemwege, sobald wir uns ins Gesicht fassen) oder Tröpfcheninfektion (über Aerosole und Speichel) übertragen werden.

Die Schleimhaut unserer Atemwege schützt uns normalerweise davor, dass Krankheitserreger, aber auch Schmutz oder Staubpartikel in die Lunge gelangen. Die sog. mukozilläre Clearance befördert Viren und Keime wieder nach draußen, indem zilientragenden respiratorischen Zellen (Flimmerepithel / „Flimmerhärchen“) sich permanent in Wellenform bewegen, wodurch der Schleim in den Rachen transportiert und von dort über den Darm ausgeschieden wird – und mit ihm Keime und Krankheitserreger.

Der andere Hauptbestandteil der Schutzschicht unserer Atemwege sind die Becherzellen, die gemeinsam mit den seromukösen Drüsen die Schleimproduktion anregen, um den Abtransport von Keimen und Viren zu beschleunigen. Verschiedenste Risikofaktoren, aber insbesondere die Austrocknung der Schleimhäute, können diese Funktion stören. Die Erkältungsviren werden nicht richtig abtransportiert und setzen sich in den Atemwegen fest, was zu den typischen Erkältungssymptomen führt.

Eine Erkältung beschreibt also eine Infektion der oberen Atemwege, weshalb sie zu den typischen Symptomen wie Husten (Bronchitis), Halsschmerzen, einer verstopften Nase, bis hin zu Komplikationen wie Nasennebenhöhlenentzündungen, Mittelohrentzündungen und sogar in seltenen Fällen zu Lungenentzündungen führen kann. Jedoch handelt es sich dann meist eher um eine Grippe oder Covid-19. Die Symptome sind sich auf den ersten Blick sehr ähnlich, unterscheiden sich aber in der Häufigkeit, Intensität und dem Zeitpunkt ihres Auftretens.

Symptome einer Erkältung im Überblick:

  • Kratzen im Hals, bis hin zu leichten und mäßigen Halsschmerzen
  • Erhöhte Kälteempfindlichkeit
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Husten
  • Heiserkeit
  • Schnupfen
  • Druckschmerzen an Stirn und Gesicht
  • Fieber zwischen 38°C und 39°C
  • Ohrenschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Schwindel

Der typische Verlauf einer Erkältung

Die Symptome einer Erkältung verlaufen in Phasen, die recht charakteristisch sind und sich zudem vom typischen Ablauf einer Grippe und von Covid-19 unterscheiden.

Dringen Erkältungsviren in hoher Zahl über die Schleimhäute von Nase, Mund oder Auge in den Körper, überfordern sie die unmittelbare Immunantwort – innerhalb von ein bis drei Tagen bricht die Erkältung aus. Der Körper reagiert zunächst mit einer Entzündungsreaktion im Bereich der oberen Atemwege: Ist ein Kratzen im Hals spürbar, lässt sich die Erkältung in den allermeisten Fällen nicht mehr aufhalten.

Auch die Entzündungsprozesse im Bereich der Nasenschleimhäute nehmen jetzt immer mehr zu. Der Schnupfen ist eine Abwehrreaktion des Immunsystems, das über die Bildung von Schleim versucht, die Viren aus dem Körper zu bekommen. Auch Kopf- und Gliederschmerzen können in der Frühphase einer schweren Erkältung auftreten. Die Schmerzen werden durch Botenstoffe (z.B. Prostaglandine) ausgelöst, die der Körper ausschüttet, um seine Abwehrkräfte zu verstärken. 

Die ersten Symptome treten nach einer Inkubationszeit von zwei bis drei Tagen auf:

  • Halsschmerzen
  • erhöhte Kälteempfindlichkeit
  • Niesreiz
  • evtl. Kopfschmerzen und Übelkeit

Sind die Symptome besonders stark ausgeprägt, spricht man auch von einem grippalen Infekt. Dieser intensiviert sich vor allem in den nächsten drei bis sieben Tagen nach dem Auftreten der ersten Symptome wie Halsschmerzen. Zudem sind starkes Schwitzen (sowohl tagsüber als auch nachts), sowie starker Druckkopfschmerz und Übelkeit ein erster Indikator für eine schwerere Erkältung, können aber auch schon auf eine Grippe hindeuten.

Während die Halsschmerzen nach ein, zwei Tagen abklingen, erreicht der Schnupfen seinen Höhepunkt. Zu diesem Zeitpunkt hat die Erkältung dann auch die unteren Atemwege erreicht und verursacht dort einen trockenen Reizhusten. Als Abwehrreaktion bilden die Bronchien, die Luftkanäle der Lunge, immer mehr Schleim, der zunächst festsitzt und später abgehustet wird (Auswurf). Nach etwa einer Woche ist die akute Erkältung in der Regel überstanden, der Husten hält sich meist noch ein paar Tage (manchmal auch ein bis zwei Wochen) länger. 

Ab Tag drei lassen die Halsschmerzen langsam nach und andere Symptome treten auf:

  • Schnupfen
  • Kopfschmerzen
  • Husten, vor allem trockener Reizhusten
  • Fieber zwischen 38°C und 39°C
  • Abgeschlagenheit, Schwindel & Müdigkeit
  • Rückenschmerzen

Dann klingen die Symptome nach und nach ab. Einzig der Husten kann noch für mehrere Tage und sogar Wochen anhalten. Bei Kindern können die jeweiligen Symptome ein paar Tage länger anhalten. Ansteckend ist die Erkältung übrigens vor allem während der ersten zwei bis drei Tage.

Unterschiede zwischen Erkältung, Grippe und Corona

Fieber, Abgeschlagenheit, Halsschmerzen, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen – diesen Zustand bezeichnet der Volksmund häufig als Grippe. Allerdings werden auch solch starke Beschwerden in den meisten Fällen durch Erkältungsviren – also Rhino-, Adeno-, Corona- und Enteroviren – verursacht. Auslöser einer Grippe (Influenza) sind dagegen ausschließlich Influenzaviren.

Die Tatsache, dass sich Grippe- und Erkältungssymptome in vielen Fällen sehr ähnlich sind, wird fachsprachlich durchaus anerkannt: Eine starke Erkältung kann auch als grippaler Infekt bezeichnet werden. Trotz einiger Gemeinsamkeiten gibt es jedoch auch klare Unterscheidungsmerkmale zwischen grippalem Infekt und echter Grippe, die die Diagnose erleichtern. In der heutigen Zeit ist zusätzlich eine weitere Unterscheidung wichtig und zwar die zu Covid-19, also „Corona“. Auch diese Erkrankung kann grippe- und erkältungsähnliche Symptome auslösen, aber zu anderen Komplikationen führen.

Eine eindeutige Unterscheidung kann meist nur mithilfe eines Corona- und Influenza-Schnelltests erfolgen. Doch auch die Anamnese kann aufschlussreich sein, ebenso wie die Unterscheidung einzelner Symptome und Krankheitsverläufe.

Symptome bei Corona, Grippe und Erkältung

Die Symptome der drei Erkrankungen sind sehr ähnlich. Trotzdem können Corona und die Grippe zu ernsthaften Komplikationen führen, während die Erkältung meist harmlos ist, selbst im Falle eines grippalen Infekts. Deshalb ist es wichtig Anhaltspunkte zu kennen, um die Symptome zu unterscheiden. Unterschiede bestehen vor allem darin, wie stark welche Symptome ausgeprägt sind und natürlich in den Bereichen Behandlung, Ansteckungsgefahr, Prävention und Ursachen.

SymptomeErkältungGrippe / InfluenzaCovid-19
FieberSelten und eher leicht bis mäßig (38,1°C bis 39°C)Sehr häufig und auch bis hin zu hohem Fieber (39,1°C – 39,9°C)Häufig leicht bis mäßig, seltener hohes Fieber
DurchfallSehr seltenManchmal, vor allem bei KindernSelten
SchnupfenSehr häufigGelegentlichHäufig
HustenHäufigSehr häufig, vor allem trockenSehr häufig, vor allem trocken
NiesenSehr häufigSehr seltenSehr selten
GliederschmerzenGelegentlichSehr häufigGelegentlich
HalsschmerzenSehr häufigGelegentlichGelegentlich
KopfschmerzenGelegentlichSehr häufigGelegentlich
KurzatmigkeitSehr seltenSehr seltenGelegentlich
MüdigkeitGelegentlichSehr häufigGelegentlich
Gestörter Geruchs- und GeschmackssinnSeltenSeltenHäufig
VorbeugungAusgewogene Ernährung, Stärkung des Immunsystems, allgemeine Hygiene­maßnahmen, ausreichend schlafen, genug bewegenAllgemeine Hygiene­maßnahmen, ImpfungImpfung, Maske tragen, Abstand halten, allgemeine Hygiene­maßnahmen
BehandlungWärme, Gurgeln, je nach Schweregrad und Höhe des Fiebers ggf. Hustenstiller oder Hustenlöser, Nasenspray, Halsschmerztabletten und/oder fiebersenkende MedikamenteMedikamente, vor allem Oseltamivir und ZanamivirAuskurieren, bisher kein zugelassenes Medikament. Bei schweren Fällen kommen verschiedene Medikamente zur Eindämmung der Folgen zum Einsatz.
Wie lange ansteckend?Vor allem am Anfang, zwei bis drei TageBereits während der Inkubationszeit und drei bis fünf Tage nach AusbruchZehn Tage oder sogar länger, nicht vollständig erforscht

So unterscheiden sich Grippe und Erkältung im Detail

  • Krankheitsbeginn: Während sich eine Erkältung meist langsam aufbaut und eine längere Inkubationszeit hat, schlägt eine Grippe typischerweise abrupt zu und kann schon innerhalb von Stunden zu Fieber, Muskelschmerzen und einem Krankheitsgefühl im ganzen Körper führen.
  • Verlauf: Eine akute Erkältung bessert sich meist innerhalb weniger Tage und ist nach sieben bis zehn Tagen in der Regel ganz überstanden. Nicht so die Grippe, die dem Körper meist über mehrere Tage hinweg schwer zusetzt und erst nach rund zwei Wochen abklingt.
  • Symptome: Auch wenn Fieber sowie Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen eine Grippe ebenso wie eine starke Erkältung kennzeichnen, sind sie im Falle einer Grippe doch meist stärker ausgeprägt. Zentral für die Unterscheidung sind aber vor allem Symptome, die bei einer Erkältung im Vordergrund stehen: Schnupfen tritt bei einer Grippe eher selten auf, der Husten ist bei einer Grippe meist durchgehend trocken und häufig schmerzhaft. Auch Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit sind bei einer Grippe sehr viel häufiger und stärker ausgeprägt als bei einer Erkältung.
  • Komplikationen: Da eine Grippe die körpereigene Abwehr meist deutlich stärker schwächt als eine Erkältung, steigt auch das Risiko für schwerwiegende Folgeerkrankungen. Vor allem bei älteren und gesundheitlich vorbelasteten Menschen kann es – meist infolge einer Sekundärinfektion mit anderen Krankheitserregern – zu lebensbedrohlichen Entzündungen der Lunge, des Gehirns oder des Herzens kommen.

Virusinfektionen vorbeugen – Hygiene, Ernährung & Bewegung

Ob nun Influenza, Corona oder Erkältung; sie alle werden vor allem durch Viren ausgelöst. Nur bei einer Erkältung sind in seltenen Fällen auch Bakterien die Ursache. Und obgleich Covid-19 eine Sonderrolle einnimmt, da es bisher keine zugelassenen Medikamente gibt und die Erkrankung noch neu ist, gibt es Maßnahmen, die zur Vorbeugung aller Virusinfektionen helfen. Vor allem die allgemeinen Hygienemaßnahmen. Und während es sowohl zur Prävention von Grippe als auch Covid-19 eine Impfung gibt, so gibt es keinen Impfschutz gegen Erkältungsviren. Aufgrund ihrer schieren Anzahl ist es bisher gar nicht möglich, eine wirksame Impfung gegen alle Viren zu entwickeln. Und damit nicht genug: auch der Körper entwickelt somit niemals eine Immunität gegen sämtliche Erkältungsviren und kann sich deshalb mehrmals pro Jahr anstecken.

Umso besser, dass die allgemeinen Hygienemaßnahmen und Tipps zur Vorbeugung von Virusinfektionen auch vor einer Erkältung schützen.

Diese Hygienemaßnahmen schützen auch vor Erkältungen:

  • Insbesondere in größeren Menschenmengen Abstand von mindestens 1,5 Metern zueinander einhalten. Risikogruppen sollten große Menschenmengen vor allem zur kalten Jahreszeit meiden oder sich mit Maske und Impfungen bestmöglich schützen.
  • Solange eine Person erkältet ist (oder du selbst) solltest du Händeschütteln und Umarmungen vermeiden.
  • Allein beim Atmen und Sprechen stoßen erkältete Menschen unzählige Tröpfchen aus, ungleich mehr allerdings beim Husten und Niesen. Wenn du erkältet bist, solltest du deshalb immer in ein Taschentuch – oder falls nicht so schnell verfügbar – in deine Armbeuge niesen (auch dann, wenn du eine Maske trägst). Die Hand vor den Mund zu halten ist eher kontraproduktiv, weil anschließend Viren an allen Gegenständen haften bleiben, die angefasst werden. 
  • Das regelmäßige und korrekte Händewaschen mit Wasser und Seife reduziert die Anzahl der Viren und Bakterien auf den Händen signifikant. Vor Mahlzeiten und nach der Rückkehr von der Arbeit, Schule oder einem Einkaufsbummel in die eigenen vier Wände sollten die Hände gewaschen werden. Das beugt vor allem dem Eindringen von Viren und Bakterien in die Augen und in die Schleimhäute von Mund und Nase vor. Immerhin fassen sich Menschen unbewusst bis zu 800 mal pro Tag ins Gesicht.
  • Wohnung und Arbeitsräume lüften, damit die Aerosole entfernt werden. Das sind kleine Tröpfchen in der Luft, welche Viren aufnehmen und verbreiten können. Insbesondere zur kalten Jahreszeit kann das kurz unangenehm sein, aber vor Infektionen schützen. Als Faustregel gilt, dass du im Sommer zehn Minuten pro Stunde bei voll geöffnetem Fenster lüften solltest und im Winter drei Minuten pro Stunde.
  • Maske tragen: Der infolge der Corona-Pandemie weitverbreitete Mund-Nasen-Schutz vermindert die Verbreitung von Viren über die Atemluft. Dabei ist zwischen medizinischen Gesichtsmasken und feinfilternden FFP2-Masken zu unterscheiden: Mit einer medizinischen Maske schützt der (möglicherweise infizierte) Träger in erster Linie seine Mitmenschen, FFP2-Masken dienen auch dem Eigenschutz vor virenhaltigen Tröpfchen und Aerosolen. 

Wie lange ist eine Erkältung ansteckend?

Mit einer Erkältung zur Arbeit oder ins Fitnessstudio – damit stresst du nicht nur deinen Körper, sondern auch deine Kollegen und Kumpel, die sich garantiert nicht bei dir anstecken wollen. Wie lange eine erkältete Person infektiös ist, hängt sowohl von der Person als auch von den Krankheitserregern ab, die die Erkältung ausgelöst haben. Bei Menschen mit chronisch geschwächtem Immunsystem besteht häufig für einen längeren Zeitraum Ansteckungsgefahr als bei anderen.

Allgemein gehen Forscher davon aus, dass eine infizierte Person bereits vor dem Auftreten erster Symptome die Erkältung übertragen kann. Allerdings ist das Infektionsrisiko in der Akutphase einer Erkältung – also dann, wenn du dich gerade besonders krank fühlst – am höchsten ist. Innerhalb der ersten zwei bis drei Tage nach Auftreten der ersten Erkältungssymptome bist du also am ansteckendsten. Das liegt einerseits an der dann sehr ausgeprägten Viruslast, andererseits am häufigen Ausstoß infektiöser Sekrete beim Niesen und Naseputzen. Über die Hände und die Atemluft können sich die Erreger dann schnell in geschlossenen Räumen ausbreiten. Sobald die Symptome abklingen, sinkt auch die Ansteckungsgefahr.

So lange überleben Erkältungsviren

Immer wieder wird gründliches Händewaschen als gut gemeinter Tipp abgetan. Tatsächlich ist es aber so, dass Händewaschen sogar effektiver gegen Erkältungen vorbeugt als beispielsweise die zusätzliche Einnahme von Vitamin C Präparaten oder Nahrungsergänzungsmitteln. Immerhin fassen wir uns mehrere hundert Mal pro Tag unbewusst ins Gesicht. Und die Chance, dabei Viren in Nase, Mund und Augen zu übertragen ist sehr hoch. Denn diese überleben eine sehr lange Zeit auf Oberflächen.

  • Auf Tastaturen oder Smartphones überleben Erkältungsviren bis zu zwei Tage.
  • Auf deiner Handfläche, auf Türgriffen oder an den berüchtigten Haltegriffen in Bahn und Bus überleben sie bis zu drei Tage.

Ursachen & Risikofaktoren: so entstehen Erkältungen

Wenn es draußen kalt wird, beginnt die Erkältungszeit. Der Irrglaube, dass die Kälte selbst unmittelbar dafür verantwortlich sei, stammt vor allem daher.

Tatsächlich ist es mit Ursache und Wirkung aber deutlich komplizierter: Da bei niedrigen Temperaturen die Luft trockener ist, können sich Erkältungsviren – vor allem Rhinoviren, aber auch Adenoviren, Enteroviren, Coronaviren und etliche andere – effektiver ausbreiten.

Gelangen die Viren über die Luft in den menschlichen Körper, helfen ihnen zwei weitere Faktoren, die ebenfalls mit der Kälte zu tun haben.

Einerseits vermindern die niedrigen Außentemperaturen die Durchblutung und schwächen so das Immunsystem.

Andererseits sorgt die warme Heizungsluft in den Innenräumen dafür, dass die Schleimhäute austrocknen und anfälliger für Viren werden. Durch den engen Kontakt mit bereits infizierten Mitmenschen haben die Erkältungserreger leichtes Spiel.

Weil es immer wieder behauptet wird, sei es hier noch einmal klar gesagt: Wer im Winter mit nassen Haaren (oder splitterfasernackt) aus dem Haus geht, wird nicht automatisch krank; genauso wenig führt Zugluft aufgrund geöffneter oder undichter Fenster unmittelbar dazu, dass Betroffene sich erkälten. Das Risiko für eine Erkältung steigt zwar (etwas) an. Aber: Ohne Erkältungsviren keine Erkältung – eigentlich ziemlich logisch.

Die Viren können übrigens nicht als als Tröpfcheninfektion beim Sprechen, Husten oder Niesen übertragen werden, sondern auch als Schmierinfektion. Viele Erkältungsviren überleben viele Stunden auf der menschlichen Haut und auch auf Oberflächen wie Türklinken oder Gabel, Messer und Löffel. Deshalb ist das Händewaschen insbesondere zur Erkältungszeit auch so wichtig. Andernfalls kannst du als erkältete Person die Viren überall hinterlassen, wo die nächste Person sie dann über die Hände aufnimmt. Fasst diese Person sich dann ins Gesicht, kann das Virus eindringen und sich vermehren.

Folgende Dinge erhöhen das Risiko für eine Erkältung:

  • chronische Vorerkrankungen wie z.B. ein Typ-2-Diabetes
  • Rauchen
  • Schlafstörungen und Schlafmangel
  • ein sehr junges oder sehr hohes Alter
  • Stress
  • Unausgewogene Ernährung und Nährstoffmangel
  • auch mangelhafte Handhygiene erhöht das Risiko, da so die Wahrscheinlichkeit einer Schmierinfektion mit Erkältungsviren steigt.

Haben die Viren erst einmal die körpereigene Abwehr überrumpelt, nisten sie sich vor allem in den Schleimhäuten von Nase und Rachen und später auch in den Bronchien und der Nase ein. Dann dauert es ein paar Tage, bis das Immunsystem das Blatt wenden kann und schließlich die Oberhand behält. Immerhin gibt es in dieser Zeit ein paar Dinge, die du tun kannst, um die Beschwerden zu lindern und die akute Erkältung erträglicher machen.

Erkältung lindern: Hausmittel, die schnell helfen

Wenn die Halsschmerzen erstmal eingesetzt haben, die Nase verstopft ist und man sich müde und abgeschlagen fühlt, ist vor allem eine Frage wichtig: Was hilft am besten gegen Erkältungen?

Und tatsächlich gibt es einige Tipps, die akute Symptome effektiv lindern können. Das beste daran ist, dass es sich ausschließlich um Hausmittel handelt, die fast jeder zu Hause hat, oder die zumindest rezeptfrei und vielerorts erhältlich sind. Zum Beispiel benötigst du Honig, Ingwer, Zitrone, ätherische Öle, Zwiebeln und/oder Hühnerbrühe, um eine Erkältung zu lindern.

Jedoch gilt hier, dass es längst nicht zu allen Hausmitteln eine klare Studienlage gibt, die positive Effekte auf die Linderung der Erkältungssymptome evidenzbasiert nachweisen. Ohnehin heilt eine Erkältung meist auch ganz ohne Zutun aus. Dennoch sollte man daran denken, dass ein gutes Gefühl, Wärme und Ruhe bzw. wenig Stress immer einen positiven Einfluss auf Psyche und Immunsystem haben. Zudem bedeutet fehlende Evidenz nicht, dass ein Hausmittel keine Wirkung hat, sondern dass es bisher nicht ausreichend erforscht wurde.

Auch, wenn also nicht klar ist, ob etwa Omas Hühnerbrühe wirklich eine antientzündliche Wirkung hat, so ist ihr Wohlfühlfaktor dennoch unbestritten.

Hausmittel bei Erkältung im Überblick:

  • Honig
  • Zitrone
  • Zwiebeln
  • Warme und kalte Wickel für Waden und Hals
  • Erkältungsbäder mit ätherischen Ölen
  • Inhalation
  • Hühnerbrühe / Hühnersuppe
  • Gurgeln mit Salzwasser oder Kräutertee

Die einzelnen Hausmittel zielen dabei – genau wie Erkältungsmedikamente – rein auf die Linderung der Beschwerden ab, nicht aber auf die Behandlung der eigentlichen Erkrankung. Aufgrund der Anzahl an verschiedenen Viren ist das auch gar nicht möglich.

So helfen Gurgeln und Inhalation vor allem gegen Husten und Halsschmerzen, kalte Wadenwickel gegen Fieber, Nasenduschen gegen Schnupfen und kalte Halswickel gegen Heiserkeit.

Erkältungsbad

Vor allem zu Beginn der Erkrankung, wenn der Körper fröstelt, der Hals kratzt und die Nase juckt, empfinden viele Menschen ein heißes Erkältungsbad als entspannend und wohltuend. Die Wärme fördert die Durchblutung und sorgt für ein angenehmes Körpergefühl, der Wasserdampf befeuchtet die Nasenschleimhäute und wirkt dem aufkommenden Schnupfen entgegen. Werden ätherische Öle (zum Beispiel Thymian, Eukalyptus oder Menthol) hinzugefügt, ist der befreiende Effekt für die Atemwege noch stärker. Bei Kindern sollte man auf diese Öle – vor allem auf Menthol – jedoch verzichten. Achte außerdem darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist und du nicht zu lange badest. Optimal sind 39°C und eine Dauer von 20 Minuten.

Ist der Infekt bereits voll ausgebrochen, ist das heiße Bad dagegen mit Vorsicht zu genießen: Es weitet die Blutgefäße, belastet dadurch den Kreislauf und schwächt den angeschlagenen Körper zusätzlich. Auch bei hohem Fieber ist das Erkältungsbad keine gute Idee, da auch hier der Kreislauf zusätzlich strapaziert wird.

Das gilt auch bei einigen Erkrankungen, bei denen die Anwendung eines Erkältungsbads und bestimmter Öle zumindest vorher mit einem Arzt besprochen werden sollte:

  • Bluthochdruck
  • Herzinsuffizienz
  • Asthma
  • Hauterkrankungen und Allergien
  • Schwangere sollten ebenfalls auf bestimmte Öle meiden und jeglichen Einsatz von Badezusätzen vorher ärztlich absegnen lassen. Auch bei Anzeichen für einen vorzeitigen Blasensprung oder vorzeitige Wehen ist Vorsicht geboten. Warmes Wasser kann die Wehen verstärken, während es falsche Wehen sogar lindern kann.

Inhalation gegen Husten und Schnupfen

Noch intensiver als beim Erkältungsbad soll der heiße Wasserdampf beim Inhalieren ausgetrocknete Schleimhäute und entzündete Nasennebenhöhlen beruhigen. Zudem löst die Wärme das Nasensekret und hilft so beim abfließen der Viren aus der Nase und hält die Atemwege feucht, was Husten lindern kann.

Beuge dich dazu einfach über eine Schüssel mit heißem Wasser (42°C bis 47°C) und lege ein Handtuch über Kopf und Schüssel, um eine Hitzeglocke zu bilden. Dann versuchst du, den Dampf tief und ruhig durch die Nase einzuatmen. Das intensive Gefühl wird durch ätherische Öle noch verstärkt, etwas milder sind frische Kräuter wie Kamille oder Pfefferminz. Kinder dürfen jedoch kein Menthol inhalieren und sollten zudem auch auf eine sicherere Methode als das Dampfbad zur Inhalation zurückgreifen.

Dampfbäder bei Schnupfen

Kamille:

  1. 3 Esslöffel Kamillenblüten, auch gerne aus dem Teebeutel, in eine nicht zu hohe oder scharfkantige Schüssel geben und mit einem Liter aufgekochtem Wasser übergießen.
  2. Zum Zeitpunkt der Inhalation sollte das Wasser eine Temperatur von etwa 45°C haben. So besteht keine Verbrühungsgefahr mehr.
  3. Den Kopf für 10 bis 15 Minuten über den Topf beugen und ein Frotteehandtuch so über dem Kopf platzieren, dass der Dampf aus der Schüssel möglichst nicht am Rand entweichen kann.

Salz:

  1. Etwa einen Liter Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und anschließend auf 45°C abkühlen lassen.
  2. Das auf 45°C abgekühlte Wasser in eine geeignete Schüssel geben. Sie sollte nicht zu hoch oder scharfkantig sein, damit du dich mit dem Kopf ideal darüber beugen und das Gesicht möglichst tief in die Schüssel halten kannst. Das erleichtert die Abdeckung mit einem Handtuch, sodass der Dampf nicht entweichen kann.
  3. Nun drei gestrichene Teelöffel Salz in die Schüssel geben.
  4. Nun für 10 bis 15 Minuten tief und ruhig ein- und ausatmen

Nach einem Durchgang solltest du dich ausruhen. Du kannst das Inhalieren aber mehrmals pro Tag wiederholen, zum Beispiel Morgens, Mittags und am Abend.

Risikoärmer als das kochend heiße Wasser ist ein elektrischer Inhalator aus der Apotheke. Das ist insbesondere bei Kindern empfehlenswert, da so keine Verbrühungsgefahr besteht. Der hat den zusätzlichen Vorteil, dass sein feiner Nebel viel tiefer als reiner Wasserdampf in die Atemwege vordringt. Befüllt mit einer Kochsalzlösung löst der elektrische Inhalator dadurch auch Schleim in den Bronchien.

Auch zur Inhalation gibt es weder wissenschaftliche Studien, die eine Wirksamkeit belegen, noch welche, die eine Wirkung widerlegen. Zu einer Verschlechterung der Symptome kommt es jedoch definitiv nicht, weshalb nichts dagegen spricht, eine Inhalation zu nutzen, um Erkältungssymptome zu lindern.

Achtung: Das Inhalieren kann – ähnlich wie ein Saunagang – das Immunsystem stärken und ist besonders in der Anfangsphase der Erkältung sinnvoll. Sind die Symptome eines grippalen Infekts jedoch besonders stark, sollte auf Inhalation verzichtet werden, da die Wärme entzündungsbedingte Schwellungen der Nasen-, Mund- und Rachenschleimhäute sogar verschlimmern kann.

Hühnerbrühe bei Erkältung

Gute, alte Hausmannskost ist bei einer Erkältung nie verkehrt, um die müden Lebensgeister zu wecken. In diesem Fall steckt aber noch etwas mehr dahinter: Medizinische Forschungen deuten darauf hin, dass die heiße Hühnerbrühe einen antientzündlichen Effekt hat. Obendrein wirkt sie als flüssige Nahrung der Austrocknung der Schleimhäute entgegen.

Die antientzündlichen Effekte wurden bisher jedoch nur im Labor bzw. im Reagenzglas nachgewiesen, nicht aber am Menschen untersucht.3 Man kann deshalb schlichtweg nicht wissenschaftlich beurteilen, ob Hühnersuppe oder Hühnerbrühe nun bei einer Erkältung hilft oder nicht. Ohnehin beinhalten die meisten Rezepte eine sehr vielfältige Mischung aus allerlei Gemüse, Fett und Fleisch, was es nahezu unmöglich macht, die Wirkung jeder Komponente auf das Immunsystem zweifelsfrei durch Studien zu belegen.

Fest steht jedoch, dass Wärme bei Erkältungsbeschwerden hilft, da sie die Blutgefäße weitet und der Körper so besser durchblutet wird. Und Hühnerbrühe ist vor allem eins: heiß! Sämtliche Nährstoffe sowie körpereigene Entzündungshemmer gelangen schneller und in größerer Zahl in die Organe und Schleimhäute. Zudem lockert Wärme Sekrete, die so besser abfließen können, etwa in Nase und Hals. Zusätzlich enthält Hühnerbrühe viele wichtige Nährstoffe und Energie, die der angeschlagene Körper ohnehin für die Regeneration braucht.

Ingwer gegen Entzündungen

Pur oder als Aufguss gilt die Gewürzknolle mittlerweile als eines der wirksamsten Hausmittel bei Erkältung. Ingwer enthält Vitamine, Mineralstoffe, ätherische Öle – und die Geheimwaffe Gingerol. Dieser Pflanzenstoff, der dem Ingwer seine Schärfe verleiht, hemmt Entzündungen und tötet Krankheitskeime ab. Knoblauch verstärkt diese antivirale Wirkung noch – wenn es geschmacklich in Frage kommt, kann Ingwer daher gut mit Knoblauch kombiniert werden.

Zwiebelwickel gegen Halsschmerzen und Husten

Zwiebelwickel: Bereits beim Schneiden einer Zwiebel zeigt sich, wie stark die Schleimhäute auf deren Inhaltsstoffe reagieren. Für das typische Tränen der Augen ist eine chemische Reaktion verantwortlich, an der der schwefelhaltige Stoff Isoalliin beteiligt ist. Neben den in der Zwiebel enthaltenen ätherischen Ölen ist es vor allem das Isoalliin, das zur abschwellenden und antientzündlichen Wirkung der Dämpfe von Zwiebelwickeln beiträgt. Dazu einfach zwei, drei Zwiebeln würfeln, in Tücher wickeln und für rund 20 Minuten auf die Brust (oder im Falle von Ohrenschmerzen auf die Ohren) legen.

Honig gegen Husten und Halsschmerzen

Vor allem bei Husten entfaltet Honig eine wohltuende Wirkung, indem er den Schleim löst und Entzündungen mildert.4 Das belegt unter anderem eine zusammenfassende Arbeit aus dem Jahr 2020, die insgesamt 14 Studien zum Thema Honig, Placebos und Standardmedikamente wie Hustenlöser und Hustenstiller bei Erkältungen unter die Lupe nahm. Zusammenfassend wurde hier erwiesen, dass Honig sogar besser bei Husten wirkt als die Standardtherapie, etwa mit Hustenlösern. Und das zudem ohne Nebenwirkungen. Eine optimale Menge oder notwendige Qualität des Honigs kann man den Studien jedoch nicht entnehmen. Zudem dürfen Kinder unter einem Jahr keinen Honig zu sich nehmen, da dieser Bakterien enthält, der bei Kleinkindern im schlimmsten Fall sogar zu Lähmungen führen können.

Noch stärkere Effekte erzielst du durch die Kombination mit anderen Hausmitteln. Beispielsweise kannst du aus Honig und (geschnittenen) Zwiebeln einen Hustensirup herstellen, indem du beides vermengst und das Gemisch für ein bis zwei Stunden ziehen lässt; später kannst du die Zwiebelstücke aussieben und den Honig-Zwiebelsaft-Sirup bedarfsweise einnehmen (jeweils einen Esslöffel).

Honig-Zwiebelsaft-Sirup

  1. 1 große Zwiebel schälen, in Scheiben schneiden und in eine Schüssel geben
  2. 2 Esslöffel Honig und ein wenig Zucker hinzufügen. Bei Kindern bitte Fenchelhonig benutzen.
  3. Anschließend die Mischung für einige Stunden oder auch über Nacht stehen lassen und zwischendurch umrühren.
  4. Anschließend in einen luftdicht verschließbaren Behälter, z.B. in ein Marmeladenglas abfüllen und im Kühlschrank lagern.
  5. Der Mischung nun drei mal täglich einen Esslöffel entnehmen und trinken.

Heiße Zitrone für Wärme und Vitamin C

Mit einem Schuss Honig verfeinert ist Zitronensaft-Aufguss eines der beliebtesten Anti-Erkältungsmittel. Aber hilft die heiße Zitrone wirklich? Fakt ist, dass Trinken grundsätzlich hilfreich ist, um die Schleimhäute mit Flüssigkeit zu versorgen. Heißgetränke fördern außerdem die Durchblutung und lösen festsitzenden Schleim. Ansonsten hält die vermeintliche Vitamin-C-Bombe nicht, was sie verspricht. Die hohe Temperatur des Wassers zerstört die Vitamine. Um das Immunsystem zu boostern, ist es daher sinnvoller, den Zitronensaft pur zu trinken oder mit maximal 40 Grad heißem Wasser zu mischen. Alternativ kannst du auch ähnlich vitaminreiche, aber weniger saure Früchte wie Kiwis oder Orangen essen. So oder so hat Vitamin C aber kaum Effekt auf die bestehende Erkältung, sondern wirkt eher als Mittel zur Vorbeugung der nächsten Erkältung.

Vitamin C bei Erkältungen

Vitamin C ist ein Antioxidans. Antioxidantien sollen die freien Radikale reduzieren, die unter anderem bei einer Aktivierung des Immunsystems gebildet werden. Der normale Bedarf an Vitamin C wird durch eine ausgewogene Ernährung gedeckt. Es ist in Ascorbinsäure und somit zum Beispiel in Paprika oder Kohl enthalten. Jedoch legen Studien nahe, dass Vitamin C nicht dabei hilft, eine Erkältung und ihre akuten Symptome zu lindern.5

Nicht einwandfrei belegt ist, ob dies auch für höhere Dosierungen zwischen vier und acht Gramm gilt. In einigen Fällen konnte Vitamin C in dieser Dosierung dabei helfen, die Symptome zu bekämpfen und die Dauer der Erkältung zu verkürzen. Das war jedoch von Person zu Person sehr unterschiedlich, weshalb eine einheitliche Wirkung nicht belegt werden kann. Übrigens: auch die vorbeugende Wirkung von Vitamin C konnte bisher nicht evidenzbasiert nachgewiesen werden.

Gurgeln mit Salzwasser, Salbei oder Kamille gegen Husten und Halsschmerzen

Gurgeln mit Kräutertees wie Salbe oder Kamille, aber auch mit Salzwasser, hat vor allem zwei Ziele. Einerseits sollen die ausgetrockneten Schleimhäute in Mund, Nase und Rachen befeuchtet werden, andererseits wird Salzwasser und Kamille eine desinfizierende Wirkung zugeschrieben.

Auch hier ist die Studienlage nicht eindeutig. So wird die Schleimhaut zwar befeuchtet, aber nur oberflächlich. Die Entzündungen in tieferen Schichten bleiben durch sämtliches Gurgeln unberührt – unabhängig davon, ob es nun Kräutertee oder Salzwasser ist. Ob das Gurgeln also wirklich Entzündungen lindert, ist nicht erwiesen. Es kann jedoch die Schmerzen, also die Symptome einer Entzündung, lindern, vor allem Halsschmerzen. Und vor allem darum geht es ja bei einer Erkältung, die ohnehin von selbst heilt.

So wird gegurgelt

  1. Wasser in einem Topf erhitzen. Ein Wasserkocher tut’s auch.
  2. Anschließend das Wasser in ein Glas füllen und eine Kräutermischung oder Salz beimischen, etwa einen gestrichenen Teelöffel
  3. Nun die Mischung abkühlen lassen
  4. Jetzt nimmst du einen kleinen Schluck der abgekühlten Mischung in den Mund, schluckst ihn aber nicht herunter
  5. Bewege dazu die Backen „rein und raus“, als würdest du zum Beispiel einen Kussmund formen und gleichzeitig die Zunge vor und zurück bewegen. So verteilst du die Flüssigkeit im Mund und reinigst den Innenraum.
  6. Dann den Kopf in den Nacken legen und die Flüssigkeit dadurch in den Rachen laufen lassen, jedoch ohne sie zu schlucken. Das typische „Gurgeln“ entsteht, indem man dann durch die Nase ein- aber durch den Mund wieder ausatmet.
  7. Nach etwa 10 Sekunden Gurgeln kannst du den Kopf wieder nach vorne bewegen und die Flüssigkeit ins Waschbecken spucken.

Halswickel gegen Halsschmerzen und Heiserkeit

Der warme Halswickel soll vor allem erkältungsbedingte Halsschmerzen und Heiserkeit lindern. Studien zum Thema gibt es nicht, weshalb die Frage, ob sie wirklich helfen, nicht abschließend geklärt werden kann. Ein feucht-warmer Halswickel soll die Durchblutung verbessern und so dabei helfen, dass die Entzündungen im Hals schneller abheilen. Er wird vor allem dann eingesetzt, wenn die Symptome bereits einige Tage bestehen.

Übrigens: bei besonders starken Halsschmerzen und Heiserkeit kann auch ein kühler Halswickel helfen, der für 20 bis 40 Minuten um den Hals gelegt wird. Er verschafft Linderung bei akuten Schmerzen.

Geheimtipp: Kartoffelwickel

Warmer Kartoffelbrei ist nicht nur eine der wohltuendsten Speisen, die man dem Magen in der kalten Jahreszeit gönnen kann. Kartoffeln eignen sich auch optimal für Wickel. Sie speichern die Wärme besser als in Wasser getränkte Tücher und geben diese gleichmäßiger ab.

  1. 3 bis 5 weichgekochte Kartoffeln zerdrücken und die Masse in ein Baumwoll-Geschirrtuch einschlagen.
  2. Den warmen Wickel um den Hals oder auf die Brust legen. Wenn er zu heiß ist, ggf. mit einem weiteren Handtuch umwickeln.
  3. Den Umschlag so lange auf der Haut lassen, bis er abgekühlt ist.

Fieber durch Wadenwickel senken

Zwar kommt es bei Erkältungen nicht immer zu Fieber. Und wenn, dann ist die Körpertemperatur meist nur leicht bis mäßig erhöht, beträgt also um die 38°C. Außerdem gehört Fieber zu einer normalen Reaktion im Heilungsprozess, da die erhöhte Temperatur dabei hilft, die Viren abzutöten. Deshalb sollte man die Körpertemperatur nicht voreilig senken, gerade nicht zu Beginn der Erkältung.

Wenn man die Körpertemperatur aber senken möchtest, so sind Wadenwickel ein schonendes und bewährtes Mittel dafür, weshalb man getrost auf fiebersenkende Medikamente verzichten kann, solange die Körpertemperatur nicht auf über 39°C steigt. Und dann ist ohnehin ein Arztbesuch notwendig.

Bei Wadenwickeln ist außerdem die richtige Anwendung entscheidend:6

  1. Stelle zunächst eine Schüssel mit lauwarmem Wasser bereit und lege vier Tücher daneben, zum Beispiel Geschirrhandtücher aus Baumwolle oder Frotteehandtücher. Ideal ist eine 2 +2 Kombination aus beiden Tüchern.
  2. Die Wassertemperatur sollte etwa 10°C unter der Körpertemperatur liegen, also zwischen 27,5°C und 29°C.
  3. Tauche nun die Geschirrhandtücher kurz in das Wasser und wringe sie anschließend aus. Dann wickelst du je eins um jede Wade
  4. Anschließend kannst du die Frotteehandtücher nutzen, um die nassen Tücher zu umwickeln, damit Bett oder Sofa nicht nass werden.
  5. Nach fünf bis zehn Minuten sind die nassen Geschirrhandtücher körperwarm und können nun erneut in das lauwarme Wasser getunkt und erneut um die Waden gewickelt werden.
  6. Diesen Vorgang für insg. 30 bis 40 Minuten wiederholen, also mindestens drei bis vier mal. Sollte sich das Fieber um ca. 0,5°C senken, ist das schon ein beachtlicher Erfolg.

Wadenwickel darfst du aber nur anwenden, wenn Füße und Beine warm sind. Frierst du oder leidest sogar unter Schüttelfrost, darfst du Wadenwickel nicht als Hausmittel gegen erkältungsbedingtes Fieber einsetzen. Zudem sollten Wadenwickel bei Kleinkindern unter 18 Monaten nicht angewendet werden und auch danach nur in Absprache mit einem Arzt.

Helfen Nasenduschen bei Schnupfen?

Für eine Nasenspülung vermischt man ein Liter Leitungswasser mit zwei gestrichenen Teelöffeln Kochsalz oder Meersalz. Das Ziel ist es, das Nasensekret, welches auch die Viren enthält, zu verflüssigen, damit es besser hinausfließt.

Jedoch ist die Nasenschleimhaut sehr empfindlich, weshalb Nasenspülungen nur mit Bedacht und für nicht länger als eine Woche eingesetzt werden sollten. Bei starken Entzündungen, Nasenschleimhaut- bzw. Nasennebenhöhlenentzündungen und Eiterbildung solltest du auf Nasenspülungen verzichten. Denn die Entzündungen in einer verstopften Nase können zu Schwellungen führen, die das Abfließen der Kochsalzlösung blockieren könnten. Diese darf jedoch auf keinen Fall lange in der Nase bleiben, da das Salz die Schleimhäute sonst zusätzlich austrocknet.

Die Wirkung von salzwasserhaltigen Nasenspülungen und Nasensprays konnte in Studien belegt werden.7 Zudem traten nur leichte Nebenwirkungen wie Brennen und Schleimhautreizungen auf, die schnell wieder abgeklungen sind. Zu ernsteren Nebenwirkungen kam es nicht. Jedoch ist die Evidenz der Übersichtsarbeit aus fünf Studien mangelhaft. Eine klare Empfehlung für Nasenduschen gibt es deshalb an dieser Stelle nicht.

So führst du eine Nasenspülung durch:

  1. Ein Liter Wasser in einem Kochtopf abkochen
  2. Zwei gestrichene Teelöffel Salz in das kochende Wasser geben und durch Rühren vollständig auflösen
  3. Die Kochsalzlösung auf ca. 37°C abkühlen lassen
  4. Hände sorgfältig Waschen
  5. Die abgekühlte Kochsalzlösung in die gewaschene hohle Hand geben und von dort durch ein Nasenloch ziehen
  6. Kopf zur entgegengesetzten Seite neigen, sodass die Nasenspülung aus dem anderen Nasenloch wieder herausläuft. Hast du die Nasenspülung also durch das rechte Nasenloch hineingezogen, dann neige deinen Kopf nach links, damit die Spüllösung aus dem linken Nasenloch herausläuft. Tipp: Dabei den Mund öffnen, damit keine Kochsalzlösung in den Rachen läuft
  7. Alternative: Eine in der Apotheke erhältliche Nasendusche mit der Lösung befüllen. Nasenstück an das rechte oder linke Nasenloch halten, den Kopf in die entgegengesetzte Richtung neigen, Mund öffnen und ggf. Sperrvorrichtung der Nasendusche lösen. Die Kochsalzlösung fließt nun von allein durch die Nase und aus dem freien Nasenloch wieder hinaus, in dessen Richtung sie auch den Kopf neigen.

Viel Flüssigkeit ist wichtig – so sagt man

Wie bei Durchfall, so ist auch bei einer Erkältung eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig.8 Ob nun durch heiße Zitrone, Hühnerbrühe, Kräutertees oder einfaches Wasser. Das hilft insbesondere gegen Husten. Mindestens zwei Liter pro Tag sollten es sein. Für ansonsten gesunde Erwachsene mit einer einfachen Erkältung ist das auch richtig. Für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Nierenproblemen gelten jedoch andere Regeln.

Durch eine zu große Menge an Flüssigkeit kann es bei Senioren zu Luftnot und Herzschwäche kommen, während Kinder keinesfalls zwei Liter pro Tag trinken müssen, sondern, je nach Alter, deutlich weniger.

Am besten orientierst du dich bei einer Erkältung deshalb am normalen Durstgefühl. Bei chronischen Erkrankungen, sowie Herz- und Nierenleiden sollte man sich jedoch exakt an die vom Arzt empfohlenen Trinkmengen halten und diese auch in einer Art Tagebuch notieren.

Welche Medikamente helfen gegen eine Erkältung?

Eine Erkältung ist wie eine Familienfeier mit ungeliebten Verwandten: Sie ist lästig und kaum vermeidbar; sie raubt Energie, aber geht relativ schnell vorüber. Und: Wenn es so weit ist, sollte man das Beste daraus machen. Ebenso wie du die ungeliebte Familienfeier mit gutem Essen erträglicher gestalten kannst, helfen bei einer Erkältung bewährte Hausmittel, um die missliche Lage bestmöglich zu überstehen. Ein Zaubermittel, um das eine wie das andere Übel schnellstmöglich zu beenden, gibt es indes nicht. Ähnlich wie du bei der Familienfeier mit einigen Stunden rechnen musst, kannst du bei einer Erkältung davon ausgehen, dass sie dich einige Tage auf Trab halten wird.

Dass es kein wirksames Erkältungsmittel gibt, das das Übel an der Wurzel packt, hat einen einfachen Grund: Es gibt rund 200 Erkältungsviren, die sich auch noch verändern und Jahr für Jahr in immer neuen Variationen auftreten – diese Unberechenbarkeit überfordert das Immunsystem ebenso wie die medizinische Forschung.

Genau wie bei den Hausmitteln ist daher der Anwendungsbereich von Arzneimitteln allein auf die Linderung von Beschwerden beschränkt.

Vorsicht mit Antibiotika

Fast immer werden Erkältungen durch eine Tröpfchen- oder Schmierinfektion mit Viren ausgelöst. Und diese sind immun gegen Antibiotika. Trotzdem werden sie immer wieder auch bei Erkältungen verschrieben und eingenommen, nur weil in sehr seltenen Fällen Erkältungen auch durch Bakterien ausgelöst werden können, gegen welche Antibiotika effektiv helfen. Das Problem: Durch die präventive und zu häufige Einnahme von Antibiotika wird genau das Gegenteil erreicht. Sie hilft den Bakterien dabei, Resistenzen gegen die Medikamente zu entwickeln, die sie eigentlich bekämpfen sollen. Zudem bringen einige Antibiotika deutlich mehr Nebenwirkungen mit sich als beispielsweise rezeptfreie Medikamente zur Linderung bestimmter Erkältungsbeschwerden.

Du solltest Antibiotika deshalb wirklich nur dann einnehmen, wenn das wirklich nötig ist. Also immer dann, wenn die Ärzte eine eindeutige Diagnose gestellt und die Einnahme deshalb verordnet haben. Der tatsächliche Erreger deiner Symptome kann beispielsweise durch Abstriche oder Schnelltests festgestellt werden.

Nasentropfen & Nasensprays

Abschwellende Tropfen oder Sprays (Wirkstoffe: Xylometazolin oder Oxymetazolin) helfen zuverlässig, eine verstopfte Nase zu befreien und die Atmung zu erleichtern. Da sich die Schleimhäute schnell an die Anwendung gewöhnen können, sollten die Mittel jedoch nur maximal sieben Tage eingesetzt werden. Ansonsten besteht sogar die Gefahr einer Abhängigkeit, die relativ weit verbreitet ist. Zudem kann der Übergebrauch zu einer chronischen Schwellung der Nasenschleimhäute führen, wodurch sich Symptome wie Schnupfen sogar chronifizieren können.

Alternativ zu den abschwellenden Tropfen werden häufig auch Kochsalzlösungen verwendet, deren Wirksamkeit jedoch durch Studien nicht ausreichend belegt ist. 

Hustenstiller

Trockener Reizhusten zu Beginn einer Erkältung ist sehr unangenehm, manchmal sogar schmerzhaft, und obendrein ein echter Schlafkiller. Mehrere Arzneimittel, die in Form von Sirup oder Tabletten angeboten werden, sind in der Lage den Hustenreiz zu unterdrücken (sogenannte Antitussiva). Da viele Hustenstiller Opiate oder mit diesen verwandt sind, wirken einige Stoffe (z.B. Codein, Dextromethorphan) in hoher Dosierung psychoaktiv und können bei missbräuchlicher Anwendung zur Abhängigkeit führen. Schwangere und stillende Frauen sollten auf den Gebrauch hustenstillender Medikamente ganz verzichten.

Hustenlöser

Wenn die Bronchien in der Akutphase der Erkältung Schleim bilden, sollten hustenstillende Mittel, wenn überhaupt, nur noch vor dem Schlafengehen eingenommen werden. Vielmehr ist es jetzt wichtig, den zunächst festsitzenden Schleim zu lösen. Schleimlösende Wirkstoffe erleichtern dem Körper die Arbeit. Besonders effektiv sind Mittel mit Ambroxol, da dieser Stoff zugleich antientzündlich wirkt und die Schleimbildung verringert. Nebenwirkungen sind bei hustenlösenden Medikamenten sehr selten. Einige Wirkstoffe (z.B. Acetylcystein) können sogar während Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden.

Halsschmerztabletten

Das wirksamste Mittel gegen Halsschmerzen produziert der Körper selbst – Speichel. Er versorgt die ausgetrockneten Schleimhäute mit Flüssigkeit und steckt voller Antikörper, die die Erkältungsviren bekämpfen. Da Lutschbonbons die Produktion von Speichel anregen, sind sie deshalb bei Halsschmerzen immer eine gute Wahl. Medizinische Halsschmerztabletten enthalten darüber hinaus Substanzen, die Schmerzen stillen (z.B. Ambroxol) oder lokal betäubend wirken (z.B. Lidocain). Kommt es infolge der Einnahme zu vorübergehenden Taubheitsgefühlen auf der Zunge, kann es passieren, dass du dich versehentlich beißt. Echte Nebenwirkungen sind bei sachgemäßer Dosierung selten.

Fiebersenkende Schmerzmittel

Ein Nebeneffekt gängiger (Kopf-)Schmerztabletten mit den Wirkstoffen Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac und Acetylsalicylsäure (ASS) besteht darin, dass sie zusätzlich Fieber senken. Da die Erhöhung der Körpertemperatur eine Abwehrreaktion des Immunsystems gegen den Befall mit Erkältungsviren ist, sollten fiebersenkende Mittel aber möglichst erst ab Werten über 39 Grad eingenommen werden (sofern die Kopfschmerzen nicht übermäßig sind). Paracetamol gilt als besonders gut verträglich und ist daher häufig als Hauptwirkstoff in vielen Erkältungsmitteln enthalten. Ibuprofen, Diclofenac und ASS haben gegenüber Paracetamol den Vorteil, dass sie auch entzündungshemmend wirken, verursachen aber häufiger Magen-Darm-Beschwerden. ASS darf von Kindern unter 12 Jahren nicht eingenommen werden. 

Wann muss ich mit einer Erkältung zum Arzt?

Der Gedanke, dass Schnupfen und Husten bald überwunden sind, tröstet über die lästige Erkältung hinweg. Manchmal entpuppen sich die eigentlich harmlosen Beschwerden jedoch als so hartnäckig, dass ärztliche Rücksprache sinnvoll oder dringend erforderlich ist. Wer sich aufgrund heftiger Symptome den persönlichen Arztbesuch sparen möchte, kann bei Curalie eine Video­sprechstunde mit erfahrenen Ärzten buchen. 

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Mit einer Erkältung sollte man immer dann zum Arzt, wenn man Symptome wahrnimmt, die nicht typisch für den klassischen Verlauf eines grippalen Infekts sind.

Bei diesen Symptomen einen Arzt aufsuchen:

  • Hohes Fieber >39°C
  • Atemnot
  • (Fieber)krämpfe
  • Bewusstseinsverlust
  • Schmerzen in der Brust
  • starke Schmerzen im Ohr bzw. Mittelohrentzündung
  • starke Heiserkeit oder kompletter Verlust der Stimme
  • die Erkältungssymptome halten länger als eine Woche an

Mögliche Komplikationen durch Erkältungen

Zum Glück sind Komplikationen sehr selten, doch auch Erkältungsviren können sich gelegentlich in andere Bereiche des Körpers ausbreiten und schwerwiegende Folgen verursachen. Insbesondere dann, wenn das Immunsystem bereits geschwächt oder die Schleimhäute schon anderweitig gereizt sind.

Deshalb sollten auch folgende Risikogruppen einen Arzt aufsuchen:

  • Menschen mit Immunschwäche
  • Menschen in Krebstherapie
  • Menschen mit bekannten Grunderkrankungen, vor allem wenn diese die Atemwege betreffen (Asthma, COPD) oder es sich um Herz-Kreislauf-Erkrankungen handelt
  • Menschen, die kurz vor Beginn der Erkältung auf Auslandsreise waren
  • Säuglinge oder Kleinkinder mit Fieber

Kinder sollten mit Erkältung einen Arzt aufsuchen, wenn…:

  • …sie jünger als drei Monate sind.
  • …sie starke Ohrenschmerzen haben.
  • …ihr Husten länger als 10 Tage anhält.
  • …ihr Schnupfen länger als 14 Tage anhält.
  • …eine Bindehautentzündung auftritt.
  • …sie keine oder kaum Flüssigkeit aufnehmen.
  • …ihr Fieber mehrere Tage bei über 39°C liegt.

Ärztliche Beratung ist vor allem bei Verdacht auf folgende Komplikationen geboten:

  • Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis): Wenn sich die Erkältungsviren ausgehend von der Nasenschleimhaut in den oberen Atemwegen ausbreiten, entwickeln sich häufig auch Entzündungsprozesse im Bereich der Nasennebenhöhlen. Dabei schwellen die Schleimhäute an und blockieren den Abfluss von Schleim, was häufig eine verstopfte Nase und ein starkes Druckgefühl zur Folge hat. Manchmal sind für die Sinusitis nicht die Erkältungsviren selbst, sondern Bakterien verantwortlich, die die Schwächung der Immunabwehr ausnutzen (sogenannte Sekundärinfektion). Im Falle eines bakteriellen Befalls lässt sich die Nasennebenhöhlenentzündung mit Antibiotika behandeln.
  • Bronchitis: Sobald Erkältungsviren die unteren Atemwege erreichen, reagiert der Körper mit einem Schutzreflex, bei dem die Luft mit hoher Geschwindigkeit ausgestoßen wird – Husten. Der beginnt als trockener Reizhusten, verändert sich aber dann in den folgenden Tagen, weil die entzündeten Bronchien Schleim bilden. Der Körper versucht nun den zunächst festsitzenden Schleim abzuhusten. Gelingt das den Atemwegen nach einiger Zeit, wird das als produktiver Husten bezeichnet. Häufig schließt sich daran noch eine weitere kurze Phase trockenen Reizhustens an. Nach rund zwei Wochen ist eine von Erkältungsviren verursachte Bronchitis in der Regel überstanden. Sind Bakterien im Spiel, steigt das Risiko für eine chronische Bronchitis oder eine Lungenentzündung.
  • Lungenentzündung: Infolge einer Erkältung kann es passieren, dass Erreger (meist Bakterien, seltener Viren oder Pilze) von den Bronchien auf die Lungenbläschen (Alveolen) und angrenzendes Gewebe übergreifen. Entzünden sich diese Strukturen, stört das ihre lebenswichtige Aufgabe, Sauerstoff in die Blutgefäße zu überführen. Das Immunsystem reagiert auf diese schwerwiegende Attacke, durch die der gesamte Körper geschwächt wird, meist mit Fieber und starkem Husten. Aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit, dass hinter einer Lungenentzündung ein Befall mit Bakterien steckt, werden zur Therapie in der Regel vorsorglich Antibiotika eingesetzt. Bei Risikogruppen (z.B. älteren Menschen) und schweren Verläufen ist eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich.
  • Mittelohrentzündung: Da bei Babys und Kleinkindern die Abwehrkräfte noch nicht voll entwickelt sind, greifen Krankheitserreger bei ihnen häufig vom Rachenraum auf das Mittelohr über. In vielen Fällen stecken dahinter Bakterien (z.B. Pneumokokken, Streptokokken oder Staphylokokken), die aufgrund des erkältungsgeschwächten Immunsystems leichtes Spiel haben. Wenn die Schleimhäute des Mittelohrs anschwellen, ist das meist sehr schmerzhaft, als Immunantwort tritt häufig hohes Fieber auf. Wichtigste Therapiemaßnahme ist der Einsatz entzündungshemmender und fiebersenkender Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen). Haben Bakterien die Erkrankung verursacht, werden manchmal Antibiotika verabreicht, um den Verlauf zu verkürzen. 
  • Mandelentzündung: Ein entzündeter Rachen tritt allgemein sehr häufig als Folge einer Erkältung auf. Vor allem bei Kindern greifen Krankheitserreger dann jedoch auch auf die Mandeln (Tonsillen) in Rachen und Mundhöhle über. Geschwollene Mandeln können erkältungstypische Halsschmerzen und Schluckbeschwerden noch verstärken. Als Immunreaktion kann es zu Fieber kommen. Bis die Mandeln abgeschwollen sind, dauert es in der Regel ein bis zwei Wochen. Im Falle einer bakteriellen Infektion lässt sich Erkrankungsdauer durch Gabe von Antibiotika verkürzen. Tritt die Entzündung häufiger auf oder entwickelt sich zu einer chronischen Erkrankung, können die Mandeln operativ entfernt werden.

Diagnose: Was macht der Arzt bei Erkältungen?

Fieber, Atembeschwerden, hartnäckiger Husten oder ein ungewöhnlich langanhaltender Schnupfen sind häufige Gründe dafür, dass sich Betroffene ärztlich beraten lassen wollen. Zur Abklärung bietet sich auch eine Video­sprechstunde an, in deren Rahmen auch Rezepte und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausgestellt werden können.

Im Zentrum des Arzttermins steht die Erfassung der Krankengeschichte (Anamnese). Das Arzt-Patienten-Gespräch liefert erste Hinweise darauf, ob die Beschwerden allein durch Erkältungsviren verursacht werden oder ob bereits eine bakterielle Sekundärinfektion vorliegen könnte. Auslöser eines häufig wiederkehrenden oder chronischen Schnupfens kann überdies eine Allergie sein.

Daher sollten im Anamnese-Gespräch zum Beispiel folgende Fragen geklärt werden:

  • Welche Symptome gibt es und seit wann bestehen sie?
  • Welche Körpertemperatur wurde gemessen?
  • Ist der Husten trocken oder löst sich Schleim?
  • Welche Farbe hat der Schleim, der aus der Nase kommt?
  • Wie häufig treten Erkältungen auf?
  • Raucher oder Nichtraucher?
  • Welcher Raumluft ist der Patienten im Alltag ausgesetzt?
  • Sind Allergien bekannt (z.B. Heuschnupfen)?
  • Bestehen eventuell chronische Erkrankungen?
  • Wie ist der Allgemeinzustand?

Körperliche Untersuchung

Im Anschluss an das Gespräch folgt die körperliche Untersuchung: Der Arzt bzw. die Ärztin schaut in Nase und Mund und macht mit einem Tupfer eventuell einen Nasen- und/oder Rachenabstrich. Ein Blick in die Ohren ist ebenfalls üblich. Um die Funktion der unteren Atemwege einschätzen zu können, wird zudem die Lunge abgehört. Sind für eine Diagnose weitere Untersuchungen notwendig, erfolgt häufig eine fachärztliche Überweisung – typischerweise an Allergologen oder HNOs (Hals-Nasen-Ohren-Ärzte).

Zur Abgrenzung einer echten Grippe oder von Covid-19 erfolgen heutzutage entsprechende Schnelltests.

Die Differentialdiagnose

Eine Erkältung soll im Rahmen der Diagnose vor allem von symptomatisch ähnlichen Erkrankungen wie der Grippe oder einer Covid-19-Infektion abgegrenzt werden.

Doch auch die Differentialdiagnose gegenüber weiterer Erkrankungen ist wichtig:

  • Bakterielle Entzündungen des Rachens (Pharyngitis)
  • Heuschnupfen
  • Allergien
  • Keuchhusten

Und was ist mit chronischer Erkältung?

Viele Menschen haben das Gefühl, dass die Erkältung chronisch ist bzw. sie ständig erkältet sind. Aber eine chronische Erkältung gibt es nicht. Es ist sogar normal und absoluter Durchschnitt, sich mehrmals pro Jahr zu erkälten, da es schlichtweg so viele unterschiedliche Erreger gibt. Dennoch können ein geschwächtes Immunsystem oder gereizte Schleimhäute dazu führen, dass man sich sehr häufig eine Erkältung zuzieht. Das gilt insbesondere für ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen und Menschen, die Immunsuppressiva einnehmen. Die Behandlung sollte sich dann an den zugrundeliegenden Risikofaktoren bzw. Grunderkrankungen orientieren.

Ein weiterer Grund für eine gefühlte chronische Erkältung ist es, wenn Betroffene sich eine Erkältung nicht richtig auskurieren. Die entsprechenden Viren oder Bakterien werden dann nicht vollständig vom Immunsystem bekämpft und man ist somit permanent verschnupft. Das erhöht zudem das Risiko für Komplikationen.

Auch chronischer Schnupfen hat in der Regel nichts mit einer Erkältung an sich tun. Viel mehr handelt es sich um eine chronische Entzündung der Nasenschleimhaut, die verschiedene Ursachen haben kann und gleichzeitig die Nasenschleimhäute anfälliger für zusätzliche Erkältungsviren macht.

Mögliche Ursachen für chronischen Schnupfen:

  • angeborene oder entstandene Veränderungen der Anatomie, z.B. eine schiefe Nasenscheidewand, Polypen oder eine beschädigte Nasenmuschel, z.B. durch Unfälle oder Sportverletzungen. Auch Tumore können der Grund sein, aber nur sehr selten.
  • Bisher unentdeckte Allergien sind einer der Hauptgründe für scheinbar chronischen Schnupfen, zum Beispiel eine Tierhaarallergie oder eine Allergie gegen Hausstaubmilben.
  • Nasensprays und Nasentropfen können nicht nur abhängig machen, sondern führen bei übermäßigem Gebrauch zu einer chronischen Schwellung der Nasenschleimhaut
  • Das dauerhafte bewusste oder unbewusste Einatmen von Schad- und Reizstoffen kann die Nasenschleimhaut so stark schädigen, dass sie sich chronisch entzündet. Das gilt zum Beispiel für Zigarettenrauch, Drogen und Abgase.
  • Die Granulomatose mit Polyangiitis beschreibt eine früher auch als Wegener-Krankheit bekannte chronisch-entzündliche Erkrankung der Blutgefäße. Ein Symptom ist eine ständig laufende oder ständig verstopfte Nase und darüber hinaus blutiges Nasensekret mit bräunlicher Kruste.
  • Granulomatose mit Polyangiitis (früher: Wegener-Krankheit): Eine ständig laufende oder chronisch verstopfte Nase mit blutigem Nasensekret und bräunlichen Krusten in der Nase kann auf diese chronisch-entzündliche Erkrankung der Blutgefäße hinweisen.

Allergie oder Erkältung

Insbesondere lang anhaltender Schnupfen hat häufig nicht mit einer Erkältung, sondern einer Allergie zu tun. Sicherheit kann hier nur ein entsprechender Test beim Allergologen liefern.

Doch auch einige Symptome deuten darauf hin, dass es sich eher um eine Allergie statt um eine Erkältung handeln könnte:

  • Sehr häufiges Niesen
  • Gereizte Augen
  • Schnupfen und andere Symptome treten sehr plötzlich auf, während sich eine Erkältung eher schleichend entwickelt, angefangen mit Halsschmerzen über mehrere Tage
  • Weniger Abgeschlagenheit und Müdigkeit als bei Erkältung
  • Schnupfen, Niesen und andere Symptome treten häufig an bestimmten Orten oder zu bestimmten Zeiten auf und lassen dann nach (z.B. während des Pollenflugs oder vor allem morgens)

Was kann ich tun, um eine Erkältung nicht zu verschleppen?

Ein aktiver Lebensstil stärkt normalerweise die Abwehrkräfte. Nicht so im Fall einer Erkältung: Dann hat das Immunsystem genug damit zu tun, den Körper von der Virenattacke zu befreien. Jede weitere Anstrengung schadet da nur – und kann dazu führen, dass eine Erkältung verschleppt wird. Wird der angeschlagene Körper den üblichen Alltagsbelastungen ausgesetzt, steigt das Risiko, dass das Immunsystem sich schwerer tut, die vermeintlich harmlose Erkrankung zu bewältigen. Die Folge ist, dass die Beschwerden nicht abklingen, sondern sich im Gegenteil von Tag zu Tag verstärken.

Besonders gravierende Gesundheitsprobleme entstehen, wenn es infolge der verschleppten Erkältung zu einer Sekundärinfektion kommt: Weitere Krankheitserreger (häufig Bakterien) dringen in den Körper ein und verschärfen die Situation in den Atemwegen. Zu den häufigsten Komplikationen gehört eine Lungenentzündung. Noch schwerwiegender ist es, wenn sich Viren oder Bakterien bis in andere Körperbereiche ausbreiten – dann drohen zum Beispiel gefährliche Erkrankungen wie Herzmuskel- oder Hirnentzündung.

Um eine Erkältung nicht zu verschleppen, gelten folgende Empfehlungen zur Behandlung.

Eine Erkältung richtig behandeln

Die Behandlung einer Erkältung hat ausschließlich die Linderung der Symptome und die Unterstützung der körpereigenen Abwehr zum Ziel. Viren selbst sind resistent gegen Antibiotika. Auch Erkältungsmedikamente wie Hustenlöser oder Nasentropfen lindern ausschließlich die Beschwerden. Das Ziel der Behandlung ist es also, dem Körper Ruhe zu gönnen, damit das Immunsystem die Erkältung selbstständig bekämpfen kann, was es in aller Rege auch schafft.

Ist eine andere Grunderkrankung die Ursache für häufige Erkältungen, so orientiert sich die Behandlung natürlich an der entsprechenden Krankheit.

Zeit und Ruhe

Gib deinem Körper Zeit und Gelegenheit, sich zu erholen. Je schwerer der Infekt ist, desto mehr Schonung ist angesagt. Musst du dich bei leichten Beschwerden nur geringfügig einschränken, braucht ein fiebernder Körper möglichst viel Schlaf und Bettruhe.

Kein Sport, aber gerne frische Luft

Ungebremster sportlicher Ehrgeiz kann bei einer Erkältung fatale Folgen haben. Das gilt insbesondere dann, wenn (Leistungs-)Sportler fiebersenkende Mittel einnehmen, um weiter trainieren zu können. Tatsächlich sollte nicht nur während, sondern auch nach einer fiebrigen Erkältung auf Sport verzichtet werden (noch rund eine Woche). Wer nur leicht verschnupft ist, darf sich dagegen – ganz ohne Ehrgeiz – an der frischen Luft bewegen.

Keine Sauna

Keine Sauna: Mit der heißen Saunaluft ist es ähnlich wie mit dem Sport – für den gesunden Körper gesund, für den kranken Körper eine zusätzliche Belastung. Der weitverbreitete Mythos, dass sich eine Erkältung ausschwitzen lässt, ist längst widerlegt. Mäßige Wärme tut dem Körper hingegen sehr gut.

Körper verwöhnen

Ein heißes Bad (zu Beginn der Erkältung), ein wohltuender Tee mit Honig oder eine herzhafte Hühnerbrühe – solch bewährte Hausmittel sind Signale an dich selbst, dass du die Erkältung ernst nimmst und dem Körper seine Auszeit gönnst.

Reizstoffe meiden

Alles, was die Schleimhäute reizt, ist während einer Erkältung zu vermeiden:

  • Rauchen
  • scharfes Essen
  • kohlensäurehaltige Getränke
  • Alkohol
  • sehr fettige Speisen
  • säurehaltiges Obst

Wie lässt sich einer Erkältung vorbeugen?

Erkältungen nerven und bringen den gewohnten Alltag ziemlich durcheinander. Und das immer und immer wieder: Da der Körper auch nach der x-ten Erkrankung einfach nicht immun gegen die wandlungsfähigen Erkältungsviren wird und es auch keine Impfungen gibt, erkälten sich Erwachsene im Schnitt zwei- bis viermal pro Jahr. Kinder trifft es in der Regel noch deutlich häufiger – nämlich sechs- bis zehnmal.

Ein robustes Immunsystem hilft Kindern wie Erwachsenen, Erkältungsviren besser in Schach zu halten. Ist die körpereigene Abwehr bestmöglich gerüstet, wirst du seltener krank und schafft es, wenn du doch krank wirst, schneller mit der Erkältung fertig zu werden. Für dein Immunsystem ist gut, was auch allgemein gesund für Körper und Geist ist: ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung (möglichst an der frischen Luft), Entspannung und Erholung (als Ausgleich zu Alltagsbelastungen) sowie eine bunte Ernährung mit viel Obst und Gemüse.

Im Hinblick auf die Immunabwehr gilt vor allem Vitamin C als Booster. Allerdings weiß man heute, dass der Wirkstoff allein wenig ausrichten kann: Studien haben gezeigt, dass Vitamin C Erkältungen weder verhindern noch in nennenswertem Umfang verkürzen kann. Nahrungsergänzungsmittel mit hochdosiertem Vitamin C sind daher in der Regel nicht sinnvoll und sollten immer nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden. Besser ist eine ausgewogene Ernährung, durch die sämtliche Nährstoffe in ausreichendem Maße aufgenommen werden.

Ein gesunder Lebensstil fördert die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheitserreger. Im Falle einer massiven Virusattacke steht jedoch auch das fitteste Immunsystem auf verlorenem Posten. Um das Erkältungsrisiko zu verringern, ist es daher mindestens genauso wichtig, im Alltag auf einige einfache Hygieneregeln zu achten.

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QUELLEN

(1) Daniel J Sexton,The common cold in adults: Treatment and prevention. www.uptodate.com/contents/the-common-cold-in-adults-treatment-and-prevention. Zuletzt abgerufen: 19.10.2022

(2) Diane E Pappas, The common cold in children: Management and prevention. www.uptodate.com/contents/the-common-cold-in-children-management-and-prevention. Zuletzt abgerufen: 19.10.2022

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(4) Abuelgasim H, Albury C, Lee J. Effectiveness of honey for symptomatic relief in upper respiratory tract infections: a systematic review and meta-analysis. Epub ahead of print 2020 August 18 doi: 10.1136/bmjebm-2020-1113362020.

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