Mögliche Symptome eines Typ⁠-⁠2⁠-⁠Diabetes

Tückischerweise entgleist der Glukosestoffwechsel in der Regel nicht plötzlich, sondern schleichend. Daher entwickeln sich lange Zeit gar keine oder nur unspezifische Beschwerden aus, die eher an andere Erkrankungen denken lassen. Umso wichtiger, diese frühen Anzeichen zu kennen und den Blutzucker einmal ärztlich überprüfen zu lassen, wenn sie auftreten. Bestenfalls kann so rechtzeitig ein Prädiabetes erkannt werden, ein Diabetes-Frühstadium, das sich oft leichter behandeln lässt als ein voll ausgeprägter Typ⁠-⁠2⁠-⁠Diabetes. Aber auch in diesem Fall: Je früher ein erhöhter Blutzuckerspiegel entdeckt wird, desto erfolgreicher lässt er sich therapieren. Du möchtest gleich und bequem von Zuhause oder unterwegs mit einer Ärztin oder einem Arzt sprechen? Dann nutze die Video­sprechstunde in der Curalie App oder unsere Web-Anwendung digital doctor.

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Prädiabetes: Vorstufe zum Diabetes Typ 2

Menschen erkranken nicht plötzlich an einem Typ⁠-⁠2⁠-⁠Diabetes. Er entwickelt sich schleichend und eher im Verborgenen. Oftmals leben die Betroffenen jahrelang mit leicht erhöhten Blutzuckerwerten, die aber noch unter der diagnostischen Schwelle für einen Typ⁠-⁠2⁠-⁠Diabetes liegen. Dieses „Vorstadium“ bezeichnen Ärztinnen und Ärzte auch als Prädiabetes.

Die gute Nachricht: Wenn bei dir ein Prädiabetes festgestellt wird und du dann gleich mit einer Ernährungsumstellung und einem regelmäßigen Sportprogramm beginnst, kannst du es in vielen Fällen noch verhindern, dass aus einem Prädiabetes ein Typ⁠-⁠2⁠-⁠Diabetes wird. Die schlechte Nachricht: Auch leicht erhöhte Blutzuckerwerte können deine Gesundheit beeinträchtigen. Achte vor allem auf folgende Symptome:

  • Heißhungerattacken
  • Schwäche- und Müdigkeitsgefühl 
  • Gewichtsverlust
  • erhöhte Infektanfälligkeit

Derartige Beschwerden können dafür sprechen, dass sich bei dir ein Prädiabetes entwickelt. Sie sind aber leider so unspezifisch, dass auch andere Erkrankungen dahinterstecken können. Sprich auf jeden Fall so bald wie möglich mit deiner (Haus-)Ärztin oder deinem „Haus-)Arzt darüber und lass einmal deine Blutzuckerwerte überprüfen. Dabei kommt es vor allem auf drei Messgrößen an:

  • den Nüchternblutzucker
  • die Glukosetoleranz und
  • den HbA1c-Wert

Als Nüchternblutzucker oder Nüchternglukose wird der Gehalt an Zucker im Blut nach zwölf Stunden ohne Nahrungsaufnahme bezeichnet. Dieser Wert sollte bei einem Erwachsenen etwa zwischen 80 und 110 mg/dl liegen (mehr dazu erfährst du im Abschnitt Blutzuckerwerte.

Als Glukosetoleranz bezeichnen Ärztinnen und Ärzte die Fähigkeit des Körpers, den Blutzuckerspiegel im Normbereich zu halten, nachdem eine Patientin oder ein Patient nüchtern (mindestens acht Stunden nach ihrer/seiner letzten Mahlzeit) eine bestimmte Menge Traubenzucker (Glukose) zu sich genommen hat. 120 Minuten später sollte der Blutzuckerspiegel auf jeden Fall unter 140 mg/dl liegen. Allerdings wird die Aussagekraft des Oralen Glukose-Toleranz-Tests, kurz OGTT, von immer mehr Fachgesellschaften infrage gestellt. Sie bevorzugen den HbA1c-Wert.

Der HbA1c-Wert, auch „Blutzuckergedächtnis“ genannt, gibt an, wie viel Blutzucker (Glukose) sich bereits chemisch an den roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) angelagert hat. Diese „Verzuckerung“ findet in den roten Blutkörperchen statt, in denen sich das Molekül Hämoglobin für die Sauerstofftransport befindet. Sie ist unumkehrbar (med. irreversibel). Das heißt: Je höher der Blutzuckerspiegel liegt und je länger zu hohe Blutzuckerspiegel andauern, umso höher ist der HbA1c-Wert. Idealerweise sollte er zwischen 4,5 und 5,7 % liegen.  

Bei einem Prädiabetes können sich sowohl beim Nüchternblutzucker also auch bei der Glukosetoleranz und beim HbA1c-Wert Auffälligkeiten zeigen. Bei Betroffenen, die bei einem OGTT etwa 75 g Glukose gelöst in 300 ml Wasser einnehmen, liegt der Blutzuckerspiegel auch zwei Stunden später noch nicht unter 140 mg/dl. Der Nüchternblutzucker liegt bei einem Prädiabetes zwischen 100 und 125 mg/dl, der HbA1c-Wert zwischen 5,7 und 6,4 %.1

Auf den ersten Blick mögen die Werte, die für einen Prädiabetes sprechen, gar nicht so viel zu hoch wirken. Tatsächlich können aber schon diese relativ kleinen Abweichungen das Risiko für Schlaganfall, Demenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Krebs messbar erhöhen, wie eine Übersichtsarbeit des Deutschen Diabetes-Zentrums (DZD) in Düsseldorf nachweisen konnte. Ein Grund mehr also, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Tipp: Ab dem 35. Lebensjahr hat jede(r) gesetzlich Krankenversicherte hierzulande alle drei Jahre Anspruch auf den sogenannten Gesundheits-Check-up. Im Rahmen dieser Vorsorgeuntersuchung wird auch der Blutzucker bestimmt, um einen (Prä-)Diabetes frühzeitig(er) zu erkennen. Diese Möglichkeit solltest du unbedingt nutzen.

Diabetes Typ 2

Blutzuckerwerte

Wie viel Glukose darf dein Blut vor dem Essen und danach enthalten? Was verbirgt sich hinter dem Kürzel HbA1c? Welche Werte sind in welchem Alter normal, zu hoch oder zu niedrig? Und warum werden sie mal in Milligramm pro Deziliter (mg/dl), mal in Millimol pro Liter (mmol/l) angegeben? Dieses Kapitel sorgt für mehr Klarheit – und hilft dir bei der Umrechnung.         

Welche Symptome verursacht ein Typ⁠-⁠2⁠-⁠Diabetes?

Es ist eher die Regel als die Ausnahme, dass Menschen über Monate, manchmal über Jahre mit einem unentdeckten Diabetes leben, weil sie ihre Beschwerden damit gar nicht in Verbindung bringen und demzufolge erst sehr spät ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Im Schnitt vergehen hierzulande noch immer acht Jahre bis zur ersten Diagnose. Laut offiziellen Schätzungen wissen aktuell etwa 8,5 Millionen Menschen in Deutschland noch nichts von ihrem Typ⁠-⁠2⁠-⁠Diabetes. Dies kann durchaus dramatische Folgen haben: Steigt der Blutzuckerspiegel zu stark an, kann es zu Bewusstseinsstörungen und zu einem gefährlichen diabetischen Koma kommen (mehr zu den Themen Überzuckerung und Unterzuckerung erfährst du in diesem Abschnitt.

Daher ist es nicht nur wichtig, die Symptome zu kennen, die ein Typ⁠-⁠2⁠-⁠Diabetes auslösen kann, sondern es kommt auch darauf an, sein persönliches Diabetes-Risikoprofil zu kennen, um eventuell auftretende Beschwerden richtig einordnen zu können und bei Bedarf so früh wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. 

Die folgenden Fragen können dir dabei helfen, dein Diabetes-Risiko einzuschätzen:

  • Bist du älter als 45?
  • Gab oder gibt es Fälle von Diabetes in deiner Familie?
  • Rauchst du oder hast du noch nicht lange damit aufgehört?
  • Bist du weniger als 60 Minuten pro Woche körperlich aktiv (z.B. Spazierengehen, Radfahren, Gartenarbeit, Kraft- oder Ausdauersport)?
  • Verbringst du deine Arbeitszeit überwiegend im Sitzen?
  • Wurde bei dir schon mal Bluthochdruck (med. Hypertonie) festgestellt?
  • Wurde bei dir schon mal eine Fettstoffwechselstörung (erhöhte Blutfette) festgestellt?
  • Hast du Übergewicht?
  • Hast du schon öfter darüber nachgedacht, dich gesünder zu ernähren (mehr pflanzliche Zutaten, weniger Fleisch, weniger Fett, weniger Süßes)?
  • Hast du nachts Atemaussetzer (Schlafapnoe-Syndrom)?
  • Für Frauen: Wurde bei dir in der Vergangenheit ein Schwangerschaftsdiabetes festgestellt?

Je mehr Fragen du mit einem Ja beantwortet hast, desto wahrscheinlicher kann es werden, dass sich bei dir ein Typ⁠-⁠2⁠-⁠Diabetes entwickelt. Achte deshalb vor allem auf folgende Symptome:

  • vermehrter Durst
  • gesteigerter Harndrang
  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Übelkeit
  • Leistungs- oder Konzentrationsschwäche
  • trockene Haut
  • schlechte Wundheilung
  • Sehstörungen
  • gedrückte Stimmung bis hin zur Depression

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Du hast Beschwerden, die für einen Typ⁠-⁠2⁠-⁠Diabetes sprechen könnten oder weißt bereits, dass dein Blutzuckerspiegel zu hoch ist, kannst aber deine Ärztin oder deinen Arzt gerade nicht erreichen? Kein Problem! Nutze einfach die Video­sprechstunde in der deiner Curalie App oder unseren digital doctor.

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Unterschiede zwischen Typ-1- und Typ⁠-⁠2⁠-⁠Diabetes

Während bei einem Typ⁠-⁠2⁠-⁠Diabetes von einem relativen Insulinmangel gesprochen wird, da die Bauchspeicheldrüse nach wie vor in der Lage ist, das Hormon Insulin zu produzieren, ist ein Typ-1-Diabetes von einem absoluten Insulinmangel gekennzeichnet. Das heißt, die Bauchspeicheldrüse kann kein oder nur noch sehr wenig Insulin herstellen. Etwa 5 % aller Diabetes-Diagnosen in Deutschland fallen auf den Typ-1-Diabetes, knapp 400.000 Personen. Ihnen stehen mehr als neun Millionen Menschen mit einem Typ⁠-⁠2⁠-⁠Diabetes gegenüber.2,3,4

Das zweite wichtige Unterscheidungsmerkmal ist der Zeitpunkt des Ausbruchs, der Manifestation der Erkrankung: Ein Typ⁠-⁠2⁠-⁠Diabetes entwickelt sich meistens schleichend und manifestiert sich eher nach dem 45. Lebensjahr. Bei Menschen mit einem Typ-1-Diabetes tritt die Erkrankung meist plötzlich im (frühen) Kindesalter auf. Die Kinder leiden unter starkem Durst, vermehrtem Harndrang, sind häufig müde und antriebslos, verlieren rapide an Gewicht aufgrund von Appetitverlust, Übelkeit und Erbrechen und weisen einen charakteristischen Azetongeruch des Atems auf.

Ein Typ-1-Diabetes ist unumkehrbar (med. irreversibel). Anders als beim Typ⁠-⁠2⁠-⁠Diabetes, bei dem Betroffene die Erkrankung durch eine gezielte Ernährungsumstellung und mehr körperliche Aktivität in vielen Fällen in den Griff bekommen können, sind Menschen mit einem Typ-1-Diabetes ein Leben lang auf Medikamente angewiesen.

Wurde bei dir bereits ein Typ-1- oder ein Typ⁠-⁠2⁠-⁠Diabetes festgestellt? Dieses kostenlose Programm in der Curalie App kann dich in deinem Alltag mit der Erkrankung unterstützen.

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Die wichtigsten Fakten und einen Überblick rund um Diabetes Typ 2 findest du auf unserer Übersichtsseite.

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Diabetes Typ 2

Behandlung

Nein, nicht jeder Typ⁠-⁠2⁠-⁠Diabetes muss sofort mit Insulinspritzen „bekämpft“ werden. Die heutige Behandlung setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen und erfolgt stufenweise. Indem du dich gesünder ernährst und körperlich aktiv wirst, kannst du selbst immer am meisten dazu beitragen.

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Quellen

(1) Cosentino et al.: 2019 ESC Guidelines on diabetes, pre-diabetes, and cardiovascular diseases developed in collaboration with the EASD. In: European Heart Journal. 2019

(2) https://ddz.de/diabetes-uhr/

(3) Deutsche Diabetes Gesellschaft et al.: Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2019. Kirchheim Verlag, Mainz, 2019

(4) Häring et al.: Diabetologie in Klinik und Praxis. Thieme 2011, ISBN: 978-3-131-57636-1

Stand: 09.2022