Diagnose eines Typ-2-Diabetes

Die Diagnose eines Typ-2-Diabetes erfolgt auch heutzutage noch oft sehr spät, denn die Symptome der Erkrankung sind sehr unspezifisch. Dabei stehen viele Diagnosemöglichkeiten zur VerfĂĽgung und die Zuckerkrankheit ist in frĂĽhen Stadien noch gut ohne Medikamente zu kontrollieren, vor allem durch Ernährungs- und Bewegungstherapie. Falls du schnell und bequem von Zuhaue oder unterwegs mit einem Arzt deine Symptome oder Fragen besprechen möchtest, nutze unsere Video­sprechstunde.

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Wie wird Typ-2-Diabetes diagnostiziert?

Ohne konkreten Verdacht ist es meist Zufall, dass Diabetes Typ 2 entdeckt wird. Manchmal wird die Diagnose z.B. im Rahmen einer Check-up-Untersuchung gestellt, oder Betroffene suchen ihren Arzt auf, weil sie Probleme durch eine der Begleiterscheinungen des Diabetes haben. 

Diabetes Typ 2

Symptome

Um ernsthafte Folgen eines Typ-2-Diabetes zu vermeiden ist es wichtig, die Krankheit rechtzeitig zu erkennen. Ein besseres Wissen um mögliche Symptome kann dabei helfen.

Besteht jedoch Verdacht auf einen Diabetes Typ 2, werden in der ärztlichen Sprechstunde zunächst Beschwerden und mögliche anderen Erkrankungen abgefragt. Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung, bevor es zur Messung des Blutglukosespiegels kommt. Hierfür stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, die von nationalen und internationalen Fachgesellschaften empfohlen werden.1,2

Dazu zählen:

  1. Bestimmung des NĂĽchternblutzuckersMindestens acht Stunden nicht essen und höchstens Wasser trinken – dann kann der Glukosegehalt im Blut „nĂĽchtern“ gemessen werden. In der Praxis erfolgt die dafĂĽr nötige Blutabnahme meist morgens aus dem venösen Blutplasma. Angegeben werden die Werte entweder in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) oder in Millimol pro Liter (mmol/l). Auf nĂĽchternen Magen weisen gesunde Erwachsene einen Wert zwischen 70 und 100 mg/dl bzw. < 5,6 mmol/l auf. Ist der NĂĽchternblutzucker auch in der Fastenperiode erhöht, kann dies auf einen Prädiabetes und damit eine Tendenz auf einen Diabetes Typ 2 hinweisen. Bei Personen mit manifestem Diabetes mellitus liegen die Messwerte > 126 mg/dl (7,0 mmol/l).
  2. Erhebung des HbA1c-WertesAm HbA1c–Wert lässt sich die durchschnittliche Blutzuckerkonzentration der letzten zwei bis drei Monate ablesen (Langzeitblutzuckerwert). Mithilfe von Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, binden die roten Blutkörperchen Sauerstoff und transportieren ihn durch die Blutbahnen durch den Körper. Hämoglobin bindet jedoch auch Glukose – und jene Verbindung wird als Hämoglobin-A1c bzw. HbA1c bezeichnet. Auch der HbA1c-Wert wird, wie der NĂĽchternblutzucker, ĂĽber eine Blutprobe bestimmt. Im Gegensatz dazu mĂĽssen die Patienten jedoch nicht nĂĽchtern sein. Bei gesunden Nicht-Diabetespatienten liegt der Wert unter 6 %, idealweise unter 5,7 %. Dann kann ein Diabetes mellitus definitiv ausgeschlossen werden. Werte ab 6,5 % zeigen einen manifesten Diabetes an. Schwanken die Werte zwischen diesen Grenzen, werden weitere Tests wie die Bestimmung des NĂĽchternblutzuckers und ein oGTT durchgefĂĽhrt.
  3. Erhebung des GelegenheitsblutzuckersFalls man selbst den Verdacht geht, an einem Diabetes Typ 2 erkrankt zu sein, weil Symptome wie vermehrter Durst, anhaltende MĂĽdigkeit und/oder ein gesteigerter Harndrang vorliegen, kann auch im nicht nĂĽchternen Zustand eine Blutzuckerbestimmung im venösen Blutplasma erfolgen. Hier geben Werte ab 200 mg/dl bzw. 11,1 mmol/l einen Hinweis auf einen möglichen Diabetes mellitus. Als alleiniges Diagnosekriterium sollte dies aber nicht genutzt und unbedingt ein oGTT durchgefĂĽhrt bzw. der NĂĽchternglukosewert bestimmt werden.
  4. DurchfĂĽhren des oralen Glukosetoleranztests (oGTT)Der orale Glukosetoleranztest (oGTT) dient zur FrĂĽhdiagnostik des Diabetes mellitus und prĂĽft, wie gut der Körper Glukose aus der Nahrung in die Körperzellen aufnehmen kann. Bestimmt wird der 2-Stunden-Blutzuckerwert, also der Plasmaglukosegehalt ĂĽber zwei Stunden. Auch beim oGTT dĂĽrfen Patienten 8–12 Stunden vor der Testung nichts essen und nicht rauchen, allerdings sollte drei Tage vorher eine kohlenhydratreiche Mahlzeit gegessen werden (ca. 150 g Khlenhydrate). Der Test selbst findet im Sitzen oder Liegen statt. Die Personen trinken eine Lösung aus 75 g Glukose aufgelöst in 300 ml Wasser innerhalb von 5 Minuten. Direkt zu Beginn sowie nach zwei Stunden wird Blut abgenommen, um den Blutzuckerspiegel zu bestimmen.Als normale Glukosetoleranz gilt ein NĂĽchternblutzuckerwert von < 100 mg/dl (< 5,6 mmol/l) zu Beginn und einen 2-Stunden-Blutzuckerwert von < 140 mg/dl (< 7,8 mmol/l). Liegt der NĂĽchternblutzucker bei ≥ 126 mg/dl (7,0 mmol/l) bzw. der 2-Stunden-Wert ≥ 200 mg/dl (11,1 mmol/l), muss man von einem Diabetes mellitus ausgehen.

Zuckerwerte auf einen Blick: normal oder auffällig?

Art des TestsNormaler WertAuffälliger Wert
NĂĽchternblutzucker70 – 100 mg/dl ( <5,6 mmol/l)>126 mg/dl (7,0 mmol/l)
HbA1c-Wert5,7% bis 6%>6,5%
Gelegenheitsblutzucker<200 mg/dl bzw. 11,1 mmol/l≥200 mg/dl bzw. 11,1 mmol/l
oGTT-Ergebnis<100 mg/dl (<5,6 mmol/l) zu Beginn und einen 2-Stunden-Blutzuckerwert von < 140 mg/dl (< 7,8 mmol/l)≥126 mg/dl (7,0 mmol/l) bzw. der 2-Stunden-Wert ≥ 200 mg/dl (11,1 mmol/l)

Ohne zeitliche Begrenzung

Diabetes-Guide

Zum besseren Management des Typ-2-Diabetes.

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Diabetes Typ 2

Themen­übersicht

Die wichtigsten Fakten und einen Ăśberblick rund um Diabetes Typ 2 findest du auf unserer Ăśbersichtsseite.

Diabetes Typ 2

Blutzucker­werte

Wie genau misst man eigentlich den Blutzucker und wie rechnet man Deziliter (mg/dl) und Millimol pro Liter (mmol/l) um? Und welche Blutzuckerwerte sind eigentlich normal, welche sind hoch? Ab wann spricht man von Diabetes mellitus?

Diabetes Typ 2

Ursachen & Risiko­faktoren

Bei der Entstehung der Zuckerkrankheit wirken viele Faktoren zusammen. Eine SchlĂĽsselrolle spielt jedoch das Hormon Insulin, welche den Glukosestoffwechsel maĂźgeblich beeinflusst.

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Quellen

(1) Petersmann A, MĂĽller-Wieland D, MĂĽller UA, Landgraf R, Nauck M, Freckmann G et al. Definition, Classification and Diagnosis of Diabetes Mellitus. Exp Clin Endocrinol Diabetes 2019; 127(S 01)

(2) Ernährungsmedizin. Biesalski H, Bischoff S, Pirlich M, Weimann A, Hrsg. 5., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2017. doi:10.1055/b-004-132260

Stand: 09.2022