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Dein Ratgeber rund um Diabetes Typ 2

Wir beantworten zahlreiche Fragen rund um die „Zuckerkrankheit“, ihre Symptome, die Insulintherapie, weitere Medikamente, die Ernährungstherapie, sowie Möglichkeiten zur Diagnose. Möchtest du zu diesem Thema schnell und unkompliziert mit einem Arzt oder einer Ärztin sprechen, nutze unsere Video­sprechstunde.

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Typ-2-Diabetes im Überblick

Häufigkeit: Über 9 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einem Diabetes Typ 2

Mögliche Symptome: Vermehrter Durst, schlechte Wundheilung, gesteigerter Harndrang, trockene Haut, Tagesmüdigkeit, Sehstörungen

Risikofaktoren: Übergewicht, erhöhtes Alter, Bluthochdruck, männliches Geschlecht (ab 40 erkranken Männer häufiger als Frauen), Bewegungsmangel, fett- und zuckerreiche Ernährung mit wenig Ballaststoffen

Diagnose: Bestimmung des Blutzuckerwertes (Nüchtern- und Gelegenheitsblutzucker), Erhebung des HbA1c-Wertes, Glukosetoleranztest (oGTT)

Mögliche Folgen: 30 % – 40 % der Diabetes-Patienten erleiden Nierenschäden, Schlaganfallrisiko ist zwei- bis dreifach erhöht, pro Jahr werden 40.000 Amputationen aufgrund von Diabetes durchgeführt, diabetisches Fußsyndrom

Behandlung: Ernährungstherapie, Bewegung, Monotherapie (meist mit Metformin), Kombinationstherapie mit einem zusätzlichen blutzuckersenkenden Mittel, Insulintherapie

Was ist Diabetes Typ 2?

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Der Diabetes Typ 2 (auch Alterszucker oder Altersdiabetes) ist eine Störung des Zuckerstoffwechsels. Er gehört neben dem Typ-1-Diabetes zu den beiden wichtigsten Formen des Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).1

Beim Typ-2-Diabetes sammelt sich Zucker (Glukose) im Blut an, der Blutzuckerspiegel steigt und bleibt chronisch erhöht, wenn er nicht behandelt wird. Dies liegt zum einen daran, weil die Körperzellen nicht mehr ausreichend auf das Hormon Insulin reagieren (Insulinresistenz) und daher zu wenig Zucker aus dem Blut aufnehmen. Zum anderen schüttet die Bauchspeicheldrüse nach jahrelanger Überproduktion zu wenig Insulin aus.

Überlebenswichtiges Hormon: Insulin

Funktion: Das Hormon Insulin, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird, spielt im Zuckerstoffwechsel buchstäblich die Schlüsselrolle. Wenn bei der Verdauung Kohlenhydrate in Glukose (Traubenzucker) aufgespalten werden und der Blutzucker steigt, schüttet die die Bauchspeicheldrüse vermehrt Insulin aus. Denn um Glukose aufzunehmen, brauchen die meisten Organe (z.B. Muskeln, Leber, Niere) einen Schlüssel, der die ansonsten verschlossenen Zellen öffnet – diese Aufgabe erfüllt das Insulinmolekül. Bei gesunden Personen laufen diese Prozesse automatisch ab. Abhängig von der Größe und Art der Mahlzeit wird mehr oder weniger Insulin abgegeben – nur so viel, wie gerade benötigt wird. 

Funktionsstörung: Im Gegensatz zum Diabetes Typ 1 stellt die Bauchspeicheldrüse bei einer Typ-2-Erkrankung – zumindest zu Beginn – noch Insulin her. Das Problem ist die sogenannte Insulinresistenz: Der Schlüssel (Insulinmolekül) greift nicht mehr ins Schloss (Zelle) – vor allem die Muskelzellen reagieren kaum noch auf das angebotene Insulin und können dadurch immer weniger Glukose aus dem Blut aufnehmen.

Insulinmangel: Damit trotz des gestörten Zuckerstoffwechsels noch möglichst viel Glukose verwertet werden kann, heizt die Bauchspeicheldrüse die Insulinherstellung an. Diese Überproduktion erschöpft sich jedoch mit der Zeit, bis auch beim fortgeschrittenen Diabetes Typ 2 immer weniger Insulin gebildet wird. Betroffene müssen – ebenso wie Typ-1-Diabetespatienten – das fehlende Insulin durch Injektionen ersetzen.

Humaninsulin: Zur Behandlung von Diabetes wurde früher ausschließlich tierisches Insulin aus der Bauchspeicheldrüse von Schweinen und Rindern gewonnen. Heute verwendet man überwiegend menschliches Insulin (Humaninsulin), das im Labor mithilfe von Bakterien und Hefepilzen künstlich hergestellt wird. In dieser Form kommt es als Normalinsulin zum Einsatz – die Wirkung setzt schnell ein und hält dosisabhängig einige Stunden an. Durch Hinzugabe anderer Stoffe kann der Wirkungseintritt hinausgezögert und die Wirkdauer verlängert werden (NPH-Insulin). 

Analoginsuline: Chemisch veränderte Insuline – die sogenannten Analoginsuline (oder Insulinanaloga) – wurden entwickelt, um die Insulintherapie bestmöglich an die Bedürfnisse von Diabetespatienten anzupassen. Durch den gentechnischen Umbau des Insulinmoleküls lässt sich je nach Bedarf ein schnellerer Wirkungseintritt bzw. eine längere Wirkungsdauer erreichen.

Diabetes Typ 2 – längst kein Altersdiabetes mehr

In Deutschland tragen über 9 Millionen Menschen die Diagnose Diabetes, das sind etwa 7,2 % der Gesamtbevölkerung. Die überwiegende Anzahl von ihnen ist vom Typ-2-Diabetes betroffen, aktuell über 8,7 Millionen. Nach offizielle Schätzungen kommen jährlich rund 560.000 Neudiagnosen hinzu. So könnten in 20 Jahren bis zu 12 Millionen Menschen hierzulande an Diabetes Typ 2 erkrankt sein. Nicht ohne Grund zählt die Erkrankung hierzulande zu den häufigsten chronischen Volkskrankheiten.2

Typ-2-Diabetes wurde lang als Altersdiabetes bezeichnet. Dieser Name führt jedoch etwas in die Irre und stimmt nicht ganz. Zwar nimmt die Erkrankungshäufigkeit ab dem 60. Lebensjahr deutlich zu und die steigende Lebenserwartung erklärt zum Teil die zunehmende Zahl der Neudiagnosen.3 Weil jedoch Übergewicht, Bewegungsmangel und eine oftmals ungesunde Ernährung schon in jungen Jahren immer häufiger werden, ist Diabetes Typ 2 auch mehr und mehr ein Problem bei Jüngeren. Zurzeit liegt das durchschnittliche Alter bei der Diagnosestellung hierzulande bei 61 Jahren bei Männern und 63 Jahren bei Frauen.13

In Deutschland lassen sich zudem auch regional Unterschiede in der Verbreitung des Typ-2-Diabetes ausmachen. So weist im Osten mehr als jeder Neunte (11,6 %) die Diagnose auf, während es im Westen weniger als 10 % der Menschen sind (8,9 %). Die im Vergleich etwas höhere Arbeitslosigkeit und damit verbundenen geringeren Steuereinnahmen sowie der allgemein niedrigere sozioökonomische Status wird von Experten als maßgeblicher Grund vermutet.

Besonders ab dem Alter von 40 Jahren erkranken Männer häufiger an Diabetes als Frauen.16

Unterschiede zwischen Frauen und Männern

Auf den ersten Blick scheint es egal, ob eine Frau oder ein Mann die Diagnose Typ-2-Diabetes erhält: Diagnostiziert wird die Erkrankung anhand des erhöhten Blutzuckers. Dieser ist geschlechtsunabhängig. Auch die Kriterien für die Behandlung sind identisch – noch. Denn es gibt durchaus Unterschiede, allen voran beim Erkrankungsrisiko. Frauen und Männer sind nicht gleich in ihrer Biologie, ihrem Lebensstil, sozialem Status oder im Einkommen.

All dies nimmt Einfluss auf das individuelle Diabetesrisiko, wie Ergebnisse der Medizinischen Universität Wien zeigen:15,17

Diabetes-Risikofaktoren bei Frau und Mann:

  • Stress und Schlafmangel, die oft mit einer Gewichtszunahme einhergehen, führen bei Frauen häufiger zu Typ-2-Diabetes als bei Männern.
  • Frauen mit höheren Werte an männlichen Sexualhormonen (Androgenen) oder einem Schwangerschaftsdiabetes tragen ein höheren Diabetesrisiko.
  • Durch die erhöhte Ausschüttung des Hormons Östrogen sind Frauen länger vor Diabetes „geschützt“. Nach der Menopause steigt das Risiko jedoch stark an.
  • Fett an den Oberschenkeln, das bei Frauen genetisch bedingt häufiger auftritt, kann vor Diabetes schützend wirken.
  • Bei Männern verteilt sich Körperfett häufig am Bauch und in der Leber – beides Risikofaktoren für Diabetes Typ 2.
  • Männer haben eine niedrigere Insulinempfindlichkeit, auch wenn sie nicht übergewichtig sind, und tragen damit biologisch ein höheres Diabetesrisiko.
  • Erektile Dysfunktion oder ein Testosteronmangel erhöht das Risiko bei Männern.
  • Frauen sind meist zwar besser informiert über Prävention und Folgen von Diabetes, kümmern sich aber weniger um sich selbst als Männer.

Diabetes-Diagnose und -Therapie bei Frau und Mann

  • Bei Frauen wird die Vorstufe des Diabetes (Prädiabetes) weniger häufig entdeckt, weil diese durch den Nüchtern-Blutzucker nicht so auffällig werden.
  • Frauen mit bereits bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden weniger konsequent mit Medikamenten behandelt als Männer.

Diabetes-Folgen bei Frau und Mann

  • Prädiabetes und Diabetes wirken sich drastischer auf Diabeteskomplikationen von Frauen aus. 
  • Diabetes geht bei Frauen mit einem 4- bis 6-fach erhöhtem Risiko für eine kardiovaskuläre Erkrankung einher, bei Männern mit einem 2- bis 3-fachen.
  • Gefäßkomplikationen treten häufiger und früher auf und erhöhen die Sterblichkeit bei diabeteserkrankten Frauen mit Diabetes im Vergleich zu Männern.
  • Frauen mit Übergewicht entwickeln häufiger eine Depression und sind anfälliger für Essstörungen.

Was erhöht das Risiko für Diabetes Typ 2?

Diabetes Typ 2 beginnt schleichend. Lange bevor sich die Erkrankung manifestiert, weisen Betroffene eine sogenannten Prädiabetes auf. Damit sind Vorstadien der Erkrankung gemeint, in denen bereits ein erhöhter Blutzuckerspiegel oder eine gestörte Glukosetoleranz vorliegen.4

Anders als beim Typ-1-Diabetes, der als Autoimmunerkrankung vor allem von genetische Faktoren begünstigt wird, spielen beim Diabetes Typ 2 meist Lebensstilfaktoren eine große Rolle. Zwar kann eine genetische Veranlagung auch hier das Erkrankungsrisiko erhöhen, beispielsweise wenn in der eigenen Familie gehäuft Typ-2-Diabetes auftrat.

Entscheidender sind jedoch folgende Risikofaktoren: 

  • erhöhtes Alter
  • Übergewicht
  • Bluthochdruck
  • hohe Blutfettwerte (LDL-Cholesterin)
  • Bewegungsmangel
  • unausgewogene Ernährung (kaum Ballaststoffe, viel Zucker, gesättigte Fette)
  • Medikamente (z.B. Kortison erhöht den Blutzucker)

Prädiabetes: Die Vorstufe zum Diabetes Typ 2

Personen erkranken nicht plötzlich an Diabetes Typ 2. Die Stoffwechselstörung entwickelt sich schleichend, über viele Monate. Oft leben Betroffene Jahre lang mit leicht erhöhten Blutzuckerwerten, die aber noch unter der diagnostischen Schwelle für einen Typ-2-Diabetes. Dieses „Vorstadium“ wird als Prädiabetes bezeichnet.

Das große Problem am Prädiabetes: Auch leicht erhöhte Blutzuckerwerte beeinträchtigen die Gesundheit erheblich, wenn man nicht rechtzeitig gegensteuert.

Menschen mit Prädiabetes zeigen zum Beispiel folgende Symptome:

  • Heißhungerattacken
  • Schwäche- und Müdigkeitsgefühl 
  • Gewichtsverlust
  • erhöhte Infektanfälligkeit

Weil dies alles unspezifische Beschwerden sind, also ebenso gut Symptome einer anderen Krankheit sein können, ist es für Betroffene und Ärzte gar nicht so leicht, einen Prädiabetes zu erkennen. Eine sicherer Auskunft geben neben einer ausführlichen ärztlichen Anamnese die Blutwerte. In diesem Zusammenhang fallen Begriffe wie „gestörte Glukoseintoleranz“ und „abnormer Nüchternblutzucker“.

Eine gestörte Glukoseintoleranz bezeichnet das Problem, dass der Glukosewert im Blut nach dem Essen nicht innerhalb einer bestimmten Zeit ausreichend sinkt, zum Beispiel im oralen Glukosetoleranztest mit 75 g Zucker nach zwei Stunden nicht unter 140 mg/dl (7,8 mmol/l). Beim Prädiabetes liegen die „abnormen Nüchternblutzuckerwerte“ zwischen 100 und 125 mg/dl (5,6 – 6,9 mmol/l) und/oder der HbA1c-Wert zwischen 5,7 und 6,4 % bzw. 38,8 – 46,5 mmol/mol.9

In einer Übersichtsarbeit haben Forschende des Deutschen Diabetes-Zentrums (DZD) allerdings zusammengetragen, welche gravierenden Konsequenzen Betroffenen drohen.10 Demnach ist Prädiabetes mit einem erhöhten Risiko unter anderem für Schlaganfälle, Demenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Nierenerkrankung und Krebs verbunden. Zudem hänge die Diabetesvorstufe mit einer allgemein höheren Sterblichkeitsrate zusammen.

Symptome: Wie lässt sich Typ-2-Diabetes erkennen?

Vor allem im Prädiabetes sind die Symptome oft unspezifisch. Auch einen ausgebrochenen („manifesten“) Diabetes Typ 2 erkennt man nicht auf einen Blick an den Beschwerden der Erkrankten.

Typische Symptome eines Typ-2-Diabetes:

  • vermehrter Durst
  • gesteigerter Harndrang
  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Übelkeit
  • Leistungs- oder Konzentrationsschwäche
  • trockene Haut
  • schlechte Wundheilung
  • Sehstörungen
  • gedrückte Stimmung bis hin zur Depression

Diabetes oft über Jahre unentdeckt

Es ist eher die Regel als die Ausnahme, dass Menschen über Monate und gar Jahre mit einem unentdeckten Diabetes leben – im Schnitt vergehen acht Jahre bis zur ersten Diagnose.

Laut offiziellen Schätzungen wissen aktuell etwa 8,5 Millionen Menschen in Deutschland noch nichts von ihrer Diabeteserkrankung.

Dies kann dramatische Folgen haben: Steigt der Blutzuckerspiegel zu hoch, kommt es zu Bewusstseinsstörungen bis hin zum gefährlichen diabetischen Koma.5

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Unterschiede zwischen Typ 1 und Typ 2 Diabetes

Während man beim Diabetes Typ 2 von einem relativen Insulinmangel spricht, da die Bauchspeicheldrüse nach wie vor in der Lage ist, das Hormon zu produzieren, ist der Diabetes Typ 1 von einem absoluten Insulinmangel gekennzeichnet. Das heißt, die Betazellen der Langerhans’schen Inseln der Bauchspeicheldrüse können kein oder nur sehr wenig Insulin herstellen. Etwa 5 % aller Diabetesdiagnosen in Deutschland fallen auf den Typ-1-Diabetes, knapp 400.000 Personen. Ihnen stehen mehr als 8,7 Millionen Typ-2-Diabetespatienten gegenüber.2,3,6

Zweites wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist der Zeitpunkt des Ausbruchs, der Manifestation der Erkrankung. Häufig entwickelt sich ein Diabetes Typ 2 schleichend und manifestiert sich in den meisten Fällen vor dem 40. Lebensjahr. Bei Menschen mit Typ-1-Diabetes tritt die Erkrankung meist plötzlich im (frühen) Kindesalter. Die Kinder leiden unter starkem Durst, vermehrtem Harndrang, sind häufig müde und antriebslos, verlieren rapide an Gewicht aufgrund von Appetitverlust, Übelkeit und Erbrechen und weisen einen charakteristischen Azetongeruch des Atems auf.

Ein Diabetes Typ 1 ist irreversibel. Anders als beim Typ-2-Diabetes, bei dem Betroffene die Erkrankung durch Ernährungsumstellung und mehr Bewegung meist wieder in den Griff bekommen können, sind Menschen mit Typ-1-Diabetes ein Leben lang auf Medikamente angewiesen.

Wie wird Typ-2-Diabetes diagnostiziert?

Ohne konkreten Verdacht ist es meist Zufall, dass Diabetes Typ 2 entdeckt wird. Manchmal wird die Diagnose z.B. im Rahmen einer Check-up-Untersuchung gestellt, oder Betroffene suchen ihren Arzt auf, weil sie Probleme durch eine der Begleiterscheinungen des Diabetes haben. 

Besteht jedoch Verdacht auf einen Diabetes Typ 2, werden in der ärztlichen Sprechstunde zunächst Beschwerden und mögliche anderen Erkrankungen abgefragt. Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung, bevor es zur Messung des Blutglukosespiegels kommt. Hierfür stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, die von nationalen und internationalen Fachgesellschaften empfohlen werden.7,8

Dazu zählen:7,8

  1. Bestimmung des NüchternblutzuckersMindestens acht Stunden nicht essen und höchstens Wasser trinken – dann kann der Glukosegehalt im Blut „nüchtern“ gemessen werden. In der Praxis erfolgt die dafür nötige Blutabnahme meist morgens aus dem venösen Blutplasma. Angegeben werden die Werte entweder in Milligramm pro Deziliter (mg/dl) oder in Millimol pro Liter (mmol/l). Auf nüchternen Magen weisen gesunde Erwachsene einen Wert zwischen 70 und 100 mg/dl bzw. < 5,6 mmol/l auf. Ist der Nüchternblutzucker auch in der Fastenperiode erhöht, kann dies auf einen Prädiabetes und damit eine Tendenz auf einen Diabetes Typ 2 hinweisen. Bei Personen mit manifestem Diabetes mellitus liegen die Messwerte > 126 mg/dl (7,0 mmol/l).
  2. Erhebung des HbA1c-WertesAm HbA1c–Wert lässt sich die durchschnittliche Blutzuckerkonzentration der letzten zwei bis drei Monate ablesen (Langzeitblutzuckerwert). Mithilfe von Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, binden die roten Blutkörperchen Sauerstoff und transportieren ihn durch die Blutbahnen durch den Körper. Hämoglobin bindet jedoch auch Glukose – und jene Verbindung wird als Hämoglobin-A1c bzw. HbA1c bezeichnet. Auch der HbA1c-Wert wird, wie der Nüchternblutzucker, über eine Blutprobe bestimmt. Im Gegensatz dazu müssen die Patienten jedoch nicht nüchtern sein. Bei gesunden Nicht-Diabetespatienten liegt der Wert unter 6 %, idealweise unter 5,7 %. Dann kann ein Diabetes mellitus definitiv ausgeschlossen werden. Werte ab 6,5 % zeigen einen manifesten Diabetes an. Schwanken die Werte zwischen diesen Grenzen, werden weitere Tests wie die Bestimmung des Nüchternblutzuckers und ein oGTT durchgeführt.
  3. Erhebung des GelegenheitsblutzuckersFalls man selbst den Verdacht geht, an einem Diabetes Typ 2 erkrankt zu sein, weil Symptome wie vermehrter Durst, anhaltende Müdigkeit und/oder ein gesteigerter Harndrang vorliegen, kann auch im nicht nüchternen Zustand eine Blutzuckerbestimmung im venösen Blutplasma erfolgen. Hier geben Werte ab 200 mg/dl bzw. 11,1 mmol/l einen Hinweis auf einen möglichen Diabetes mellitus. Als alleiniges Diagnosekriterium sollte dies aber nicht genutzt und unbedingt ein oGTT durchgeführt bzw. der Nüchternglukosewert bestimmt werden.
  4. Durchführen des oralen Glukosetoleranztests (oGTT)Der orale Glukosetoleranztest (oGTT) dient zur Frühdiagnostik des Diabetes mellitus und prüft, wie gut der Körper Glukose aus der Nahrung in die Körperzellen aufnehmen kann. Bestimmt wird der 2-Stunden-Blutzuckerwert, also der Plasmaglukosegehalt über zwei Stunden. Auch beim oGTT dürfen Patienten 8–12 Stunden vor der Testung nichts essen und nicht rauchen, allerdings sollte drei Tage vorher eine kohlenhydratreiche Mahlzeit gegessen werden (ca. 150 g Khlenhydrate). Der Test selbst findet im Sitzen oder Liegen statt. Die Personen trinken eine Lösung aus 75 g Glukose aufgelöst in 300 ml Wasser innerhalb von 5 Minuten. Direkt zu Beginn sowie nach zwei Stunden wird Blut abgenommen, um den Blutzuckerspiegel zu bestimmen.Als normale Glukosetoleranz gilt ein Nüchternblutzuckerwert von < 100 mg/dl (< 5,6 mmol/l) zu Beginn und einen 2-Stunden-Blutzuckerwert von < 140 mg/dl (< 7,8 mmol/l). Liegt der Nüchternblutzucker bei ≥ 126 mg/dl (7,0 mmol/l) bzw. der 2-Stunden-Wert ≥ 200 mg/dl (11,1 mmol/l), muss man von einem Diabetes mellitus ausgehen.

Zuckerwerte auf einen Blick: normal oder auffällig?

Art des TestsNormaler WertAuffälliger Wert
Nüchternblutzucker70 – 100 mg/dl ( <5,6 mmol/l)>126 mg/dl (7,0 mmol/l)
HbA1c-Wert5,7 % bis 6 %>6,5 %
Gelegenheitsblutzucker<200 mg/dl bzw. 11,1 mmol/l≥200 mg/dl bzw. 11,1 mmol/l
oGTT-Ergebnis<100 mg/dl (<5,6 mmol/l) zu Beginn und einen 2-Stunden-Blutzuckerwert von < 140 mg/dl (<7,8 mmol/l)≥126 mg/dl (7,0 mmol/l) bzw. der 2-Stunden-Wert ≥ 200 mg/dl (11,1 mmol/l)

Die unterschätzten Folgen eines Diabetes Typ 2

Trotz der immer besseren Diagnostik und guten Behandlungsaussichten kann es passieren, dass ein Diabetes Typ 2 zu spät erkannt wird und/oder Betroffene ihre Erkrankung auf die leichte Schultern nehmen.

Es muss jedoch klar sein: Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker schädigt die Blutgefäße. Damit steigt die Gefahr für Amputationen, Schlafanfälle, Herzinfarkte oder irreparable Nierenschäden – und damit auch das Risiko eines frühzeitigen Todes.

Folgen eines Typ-2-Diabetes in Zahlen:

  • pro Jahr werden etwa 40.000 Amputationen aufgrund von Diabetes durchgeführt
  • jährlich erblinden 2.000 Diabetespatienten durch ihre Erkrankung
  • 30-40 % Menschen mit Diabetes weisen erhebliche Nierenschäden auf
  • etwa 2.000 von ihnen sind dadurch neu auf eine Nierenersatztherapie, die Dialyse, angewiesen
  • durch Diabetes Typ 2 liegt das Schlaganfallrisiko zwei- bis dreimal höher als bei gesunden Menschen
  • Jede Stunde sterben in Deutschland drei Menschen an Diabetes.13

Chronisch erhöhte Blutzuckerwerte führen zu erheblichen Schädigungen an den Blutgefäßen und dem Nervensystem der Erkrankten. In der Folge kommt es zu weiteren Schäden in den Organen, die auch als Langzeit- bzw. Folgeerkrankungen bezeichnet werden. Je nach Dauer des Diabetes und Erfolg der Therapie müssen Patienten mit den folgenden Erkrankungen rechnen.12,14

Auge: diabetische Retinopathie

Bei der diabetischen Retinopathie führen kleinste Schäden an den Blutgefäßen der Netzhaut (Retina) dazu, dass Menschen mit Diabetes zunehmend schlechter sehen. Dies kann bis zur Erblindung führen, wenn die Retinopathie nicht möglichst früh erkannt wird. Allerdings liegt häufig bereits zum Zeitpunkt einer Typ-2-Diagnose eine Schädigung der Augen vor, etwa 9-16 % entwickeln eine diabetische Retinopathie im Verlauf ihres Lebens. Noch häufiger sind Personen mit Typ-2-Diabetes betroffen (25-27 %).

Gerade im Anfangsstadium bemerken Diabetespatienten oft nichts von der Augenerkrankung. In späteren Stadien der Retinopathie treten dann Symptome auf wie Sehminderung und Verzerrungen des Bildes. Diese sind die Folge von Schwellungen und Blutungen im Sehzentrum der Netzhaut (Makula). Auch Blutungen in den Glaskörper des Auges hinein können starke Sehstörungen verursachen.

Bei der diabetischen Retinopathie unterscheiden Ärzte zwischen

  • nicht-proliferative diabetische Retinopathie und 
  • proliferative diabetische Retinopathie.

nicht-proliferative diabetische Retinopathie: Es kommt zu Blutungen, Ablagerungen und Veränderungen der Gefäße der Netzhaut, wodurch das Sehvermögen abnimmt. Die Betroffenen merken die Schäden noch nicht.

proliferative diabetische Retinopathie: Die Schädigung an der Netzhaut setzt sich fort, neu gebildete Gefäße und Bindegewebe wachsen in den Glaskörper des Auges ein. Die Folge sind Blutungen und Vernarbungen, was das Sehvermögen weiter reduziert. Langfristig führt es zu einer Ablösung der Netzhaut. 

Niere: diabetische Nephropathie

Auch die Niere ist von einem dichten Geflecht aus kleinsten Blutgefäßen durchzogen. Durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerspiegel werden diese Blutgefäße geschädigt. Die Folge: Die Niere kann ihre Funktion nicht mehr vollumfänglich erfüllen, allen voran ihre Filterfunktion, wodurch sich teils giftige Stoffe im Blut ansammeln. Je größer die Schäden an der Niere werden, desto wahrscheinlicher kommt es zu lebensgefährlichen Störungen im Wasser- und Elektrolythaushalt. 

Mit einer rechtzeitigen medikamentöse Behandlung kann das Fortschreiten der diabetischen Nephropathie verhindert werden. Ist die Nierenfunktion zu stark eingeschränkt, müssen die Betroffenen regelmäßig zur Nierenersatztherapie (Dialyse). Im schlimmsten Fall ist eine Nierentransplantation notwendig.

Nerven: diabetische Neuropathie

Die diabetische Neuropathie zählt zu den häufigsten Langzeitfolgen des Diabetes, jeder dritte bis jeder zweite Patient ist betroffen. Dauerhaft erhöhte Blutzuckerspiegel greifen das Nervensystem im gesamten Körper an, die Folgen reichen von Empfindungsstörungen in Zehen oder Fingern, über (starke) Schmerzen bis hin zum Funktionsverlust von Organen, deren Nervenversorgung zerstört ist. In der Folge sind Herzrhythmusstörungen, Entleerungsstörungen von Magen, Darm und Blase oder Impotenz möglich. 

Je nach betroffenem Nervensystem werden Folgeerkrankungen der diabetischen Neuropathie in zwei Formen unterschieden:

  • Erkrankungen des willkürlichen Nervensystems (periphere Neuropathie) 
  • Erkrankungen des vegetativen Nervensystems (autonome Neuropathie)

Besonders die periphere Neuropathie ist gefürchtet. Sie führt zu teils massiven Schmerzen wie Brennen, Reißen oder Stechen in Zehen, Füßen und Fingern. Die Zerstörung der Nerven geht mit einem verringertem Schmerz- oder Temperaturempfinden sowie mit Taubheit bei den Erkrankten einher. Bei der autonomen Neuropathie kann jedes Organ in Mitleidenschaft gezogen werden und zu Beschwerden wie Übelkeit, Verstopfungen und Durchfall, trockene und rissige Haut sowie sexuellen Funktionsstörungen führen. Ist das Herz-Kreislauf-System betroffen, sind starken Blutdruckabfälle möglich und Herzrhythmusstörungen möglich. 

Eine diabetische Neuropathie ist nicht heilbar. Leiden Patienten unter starken Schmerzen, konzentrieren sich Ärzte auf deren Linderung, um die Lebensqualität zu erhöhen. Ist jedoch das Gegenteil der Fall und die Betroffenen zeigen ein fehlendes Schmerzempfinden, kommt es oftmals zu Druckstellen an den Füßen. Werden diese nicht konsequent und richtig behandelt, kann es zum diabetischen Fußsyndrom kommen. 

Füße: diabetisches Fußsyndrom

Durch mögliche Folgeerkrankungen wie Durchblutungsstörungen und Nervenschädigungen (diabetische Neuropathie) sind die Füße von Diabetespatienten besonders gefährdet und bedürfen mehr Aufmerksamkeit und Pflege. Geschieht dies nicht oder nur in unzureichendem Maße, kann es zum diabetischen Fußsyndrom kommen. Es gehört zu den häufigsten Langzeitfolgen des Typ-2-Diabetes, je nach Studie sind zwischen 19 % und 34 % aller Menschen mit Diabetes im Laufe ihres Lebens betroffen.18

Die gestörte Empfindung von Schmerzen und Temperaturen führt dazu, dass Verletzungen, Druckstellen oder Infektionen und Pilzerkrankungen von den Patienten zu spät oder gar nicht wahrgenommen werden. Darüber hinaus ist bei den Betroffenen oft auch die Wundheilung gestört. Aus kleinen, zunächst harmlosen Wunden können sich so relativ schnell Geschwüre (Ulzera) bilden, die sich in Größe und Tiefe ausdehnen und sogar den Knochen befallen. 

Eine regelmäßige Kontrolle der Füße und Zehenzwischenräume ist hier essenziell, denn im schlimmsten Fall droht eine Amputation. 

Ist Diabetes Typ 2 heilbar?

Während Typ-1-Diabetes als Autoimmunerkrankung ein Leben lang besteht und mit Insulin behandelt werden muss, wird Diabetes Typ 2 oft auch als „erworbener Diabetes“ bezeichnet. Er ist in den meisten Fällen in Übergewicht, falscher bzw. überkalorischer Ernährung und zu wenig Bewegung begründet. Das heißt, Diabetes Typ 2 ist grundsätzlich vermeidbar – und heilbar.

Dank vielfältiger Therapiemöglichkeiten und wachsender Forschungserkenntnisse können Betroffene häufig jedoch gut mit ihrem Diabetes leben, dessen Symptome und Folgeerkrankungen kontrollieren. Wie gut das gelingt und ob der Diabetes schlussendlich besiegt wird, hängt von jedem Patienten selbst ab, seiner Mitarbeit in der Diabetestherapie und vor allem seinem Willen, den eigenen Lebensstil zu ändern.8

Wie wird Typ-2-Diabetes behandelt?

Diabetes-assoziierte Begleit- und Folgeerkrankungen vermindern die Lebensqualität und die Lebenserwartung der Betroffenen. Oberstes Ziel in der Therapie des Diabetes Typ 2 ist es, den Blutzucker dauerhaft auf ein gesundes Niveau zu bringen. Nur so lassen sich drohende Folgeschäden verhindern. Wie stark die Blutglukosewerte abzusenken sind, ist individuell unterschiedlich und hängt von Alter, dem allgemeinen Gesundheitszustand sowie bereits bestehenden Begleiterkrankungen der Patienten ab. Die Chancen, dieses Ziel zu erreichen, stehen dank vielfältiger Behandlungsmöglichkeiten heute besser als jemals zuvor.8,11

Die Therapie setzt bei den veränderlichen Einflussgrößen an, die in den meisten Fällen zur Krankheitsentstehung beigetragen haben – in erster Linie Fehlernährung, Bewegungsmangel, Rauchen. Du selbst kannst diesen schädlichen Einfluss stoppen und durch gezielte Verhaltensänderung deine Gesundheit schützen. Kein Wunder also, dass innerhalb des Therapie-Stufenplans für Menschen mit Typ-2-Diabetes eine gesunde Lebensweise an erster Stelle steht. 

  1. Stufe 1 (Basistherapie):Lebensstiländerungen (gesunde Ernährung, Bewegungstraining, Rauchverzicht) sind das Herz der Therapie und bleiben es auch dann, wenn später gegebenenfalls Medikamente dazukommen. Zentrales Therapieziel ist ein Langzeitblutzucker (HbA1c-Wert) zwischen 6,5 und 7,5 %; wird dieser Zielwert nach drei bis sechs Monaten verfehlt, erfolgt der Wechsel auf die nächsthöhere Stufe. 
  2. Stufe 2 (Monotherapie):Ein Medikament (mono = einzeln) wird verordnet, um den HbA1c-Zielwert zu erreichen – in der Regel das Standardmittel Metformin. Wer Metformin nicht einnehmen darf (z.B. Patienten mit hochgradiger Nierenschwäche oder instabiler Herzschwäche) oder aufgrund der Nebenwirkungen nicht verträgt, erhält andere blutzuckersenkende Tabletten oder bereits jetzt Insulin. Liegt der HbA1c-Wert nach drei bis sechs Monaten über dem Zielwert, bietet sich der Wechsel auf die nächsthöhere Stufe an. 
  3. Stufe 3 (Kombinationstherapie):Metformin bzw. das zuvor verordnete Medikament wird um ein zweites blutzuckersenkendes Mittel ergänzt (Zweifachkombination). Insulin kommt auf dieser Behandlungsstufe bereits häufiger zum Einsatz, in manchen Fällen auch als alleiniges Medikament (bei Unverträglichkeit von Tabletten). Ist der HbA1c-Wert nach drei bis sechs Monaten immer noch zu hoch, wird der Wechsel auf die letzte Stufe erwogen. 
  4. Stufe 4 (Intensivierte Insulintherapie):Insulin ist zwingend notwendig. Abhängig von der individuellen Situation stehen mehrere Therapieoptionen zur Verfügung. Zusätzlich zum Insulin können GLP-1-Agonisten gespritzt werden. Blutzuckersenkende Tabletten werden weiterhin eingenommen.

Richtige Ernährung mit Diabetes Typ 2

So individuell jeder Mensch ist, so individuell ist auch seine Ernährung. Dies gilt insbesondere bei einem Typ-2-Diabetes, denn es bringt wenig, wenn Patienten ihnen die Ernährungsumstellung im wahrsten Sinne des Wortes „nicht schmeckt“ und sie sie deshalb nach wenigen Tagen wieder über den Tellerrand werfen. Menschen mit Diabetes Typ 2 verdienen einen realistischen Ernährungsplan, dessen Mahlzeiten zum persönlichen Alltag passt. Hier spielen Lebensmittelauswahl, finanzielle und zeitliche Aufwendungen sowie der kulturelle Hintergrund eine Rolle.

Und natürlich sollten auch Lust und Genuss nicht komplett hinter die Blutzuckerwerte zurücktreten. In kleinen Mengen sind sogar „ungesunde“ Extras wie Kuchen oder Pommes erlaubt, wenn zugleich auf Blutzucker und Körpergewicht achtgegeben wird. Bei der Behandlung von Diabetes geht es längst nicht mehr um Verbote, sondern nur um den bewussten Umgang mit Nahrung. Wie die berühmte DiRECT-Studie gezeigt hat, kann die konsequente Umstellung der Ernährung den Krankheitsverlauf extrem positiv beeinflussen.

Daher besprechen Diabetespatienten in der Patientenschulung gemeinsam mit ihrem Diabetesteam ihre bisherigen Ernährungsgewohnheiten und -vorlieben. Auch wenn insbesondere bei übergewichtigen Personen Eine Diabetesdiät ist meist nicht notwendig, vor speziellen Diät- bzw. Diabetesprodukten wird eher abgeraten. Im Vordergrund steht die Umstellung auf eine gesunde, ausgewogene und damit vollwertige Ernährung mit

  • Ballaststoffen
  • gesunden Fetten (besonders Omega-3-Fette)
  • vielen Vitaminen
  • möglich unverarbeitet 
  • und natürlich wenig bis kein Zucker

Einen guten Anhaltspunkt, wie eine ausgewogene Ernährung aussehen kann, geben die 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zum „Vollwertigen Essen und Trinken“. Auch der Bewusst-essen-Teller gibt einen ersten Eindruck, wie sich eine vollwertige Mahlzeit zusammensetzen könnte:

  1. Getreide, Reis oder Kartoffeln (alternativ auch Mais oder Nudeln) bedecken etwa 40 % des Tellers.
  2. Obst und vor allem Gemüse und Hülsenfrüchte bilden weitere 40 %.
  3. (Tierische) Proteine runden die ausgewogene Mahlzeit mit rund 20 % ab.

Prinzipiell bieten sich auch viele weitere Ernährungsformen an, wie kohlenhydrat- und fettreduzierte Konzepte, die „Mittelmeer-Diät“ oder eine vegetarische bzw. vegane Kost. Ob eine dieser Ernährungsweisen für Menschen mit Typ-2-Diabetes besonders geeignet ist, den Blutzuckerspiegel langfristig niedrig zu halten, konnte in Studien bisher noch nicht belegt werden.

Getränke

Sechs große Gläser pro Tag (1,5 bis 2 Liter) bilden das Fundament einer gesunden Ernährung, da sie den normalen Flüssigkeitsverlust des Körpers ausgleichen. Wenn dein Blutzucker zu hoch ist, solltest du eher noch mehr trinken, da Zucker nur in gelöster Form (also zusammen mit Wasser) von der Niere ausgeschieden wird. Gut ist es, vor dem Essen ein Glas zu trinken – das füllt den Magen und hilft beim Abnehmen. 

Mineral- oder Leitungswasser ist das beste Getränk. Auch ungesüßter Tee und Kaffee (möglichst ohne oder mit wenig Milch) sind unbedenklich. Neuere Studien deuten sogar daraufhin, dass Kaffee sich günstig auf den Blutzucker auswirkt. Den Umgang mit Alkohol solltest du mit deinem Arzt abklären, da alkoholische Getränke (verzögert) zu heftigen Blutzuckerabfällen führen können. In der Regel spricht jedoch nichts gegen Alkohol in Maßen – maximal ein Glas Bier für Frauen und zwei Gläser für Männer (möglichst zum Essen). 

Süße Getränke sind ein Gesundheitsrisiko. Auf Cola, Limonade und Energy Drinks solltest du möglichst ganz verzichten. Mischgetränke aus Saft und Wasser – Fruchtnektar (25–50 % Fruchtanteil) bzw. Fruchtsaftgetränke (6–30 %) – sind nicht viel besser, da sie zusätzlich Zucker oder Süßstoffe enthalten. Auch reinen Fruchtsaft solltest du nur in Maßen trinken und immer mit mit einem höheren Sprudelanteil zur Schorle vermischen. 

Im Falle einer Unterzuckerung wirkt ein kleines Glas reiner Fruchtsaft wie ein Medikament und bringt den Blutzucker zuverlässig wieder ins Gleichgewicht. 

Obst und Gemüse

Fünf Portionen pro Tag, wobei die Ernährungspyramide klar zwischen Obst und Gemüse unterscheidet. Die Faustregel lautet: Iss Gemüse (mindestens dreimal pro Tag) häufiger als Obst (höchstens zweimal pro Tag). 

Alle Obst- und Gemüsesorten enthalten zahlreiche Nährstoffe, die die Gesundheit fördern (Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffen und sekundäre Pflanzenstoffen). Im Vergleich zu Gemüse enthält Obst allerdings deutlich mehr Zucker und weniger Ballaststoffe (die den Blutzucker günstig beeinflussen). Am meisten Zucker steckt in Bananen, Weintrauben und Ananas – sei bei diesen Früchten eher zurückhaltend. 

Eine Portion ist das, was in eine Hand passt. Wenn sich der Blutzucker nach einer Unterzuckerung durch die Einnahme schneller Kohlenhydrate (Traubenzucker oder Fruchtsaft) wieder erholt hat, kannst du zum Beispiel eine Handvoll Obst essen, um den korrigierten Blutzuckerwert zu stabilisieren. 

Getreide und Kartoffeln

Vier Portionen am Tag – auch Diabetespatienten dürfen (und sollen) Brot, Nudeln, Müsli, Reis, Kartoffeln und alles andere essen, was vor allem aus Kohlenhydraten besteht. Hierbei handelt es sich – anders als bei Süßigkeiten – um komplexe Kohlenhydrate (Stärke), die den Körper über einen längeren Zeitraum mit Energie versorgen. 

Gesund sind vor allem Vollkornprodukte, da sie aufgrund vieler Ballaststoffe schnell sättigen, gut für die Verdauung sind und den Blutzucker nur langsam ansteigen lassen. Darüber hinaus enthalten sie weitere wertvolle Nährstoffe wie Vitamine, Proteine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.

Weißmehlprodukte sind nicht zu empfehlen, da sie in erster Linie aus „leeren Kalorien“  bestehen – also nur Kohlenhydrate, aber kaum andere Nährstoffe enthalten. Die Kohlenhydrate werden deshalb im Körper schnell in Zuckermoleküle aufgespalten und verwertet. Die Folge sind Blutzuckerspitzen und Heißhungerattacken, wenn der Blutzucker wenig später wieder abfällt. 

Tierische Produkte

Vier (kleinere) Portionen pro Tag – Fleisch, Fisch und Milchprodukte können eine überwiegend pflanzliche Ernährungsweise sinnvoll ergänzen. Fleisch enthält Proteine und liefert wichtige Mineralstoffe wie Zink und Eisen. Auch Milchprodukte (Quark, Joghurt und Buttermilch) sind reich an Proteinen und Mineralstoffen (vor allem Calcium). Milchsäurebakterien sind ebenfalls gesund. 

Gegen einen übermäßigen Verzehr von Tierprodukten spricht unter anderem der hohe Anteil an Cholesterin und gesättigten Fettsäuren. Dadurch steigen die Blutfettwerte – das LDL-Cholesterin und die Triglyceride – und damit das Herz-Kreislauf-Risiko. Tierprodukte mit geringem Fettanteil sind daher gesünder. Wurstwaren und verarbeitetes Fleisch sollten möglichst selten auf dem Speiseplan stehen, da Studien einen Zusammenhang mit Darmkrebs belegt haben. 

Fisch ist besonders gesund, wenn er fettig ist. Im Gegensatz zu Fleisch enthalten die sogenannten Fettfische in erster Linie ungesättigte Fettsäuren – und zwar die besonders guten Omega-3-Fettsäuren, die das Herz-Kreislauf-System schützen. Empfohlene Fischarten sind Sardine, Hering, Lachs, Makrele und Thunfisch. Gezüchteter Lachs ist – zumindest als Bio-Produkt – noch gesünder als Wildlachs, da der Fettanteil deutlich höher ist.  

Fette und Öle

Zwei Portionen pro Tag – Fett ist besonders kalorienreich und sollte daher beim Essen sparsam eingesetzt werden. Das gilt vor allem für tierische Fette (z.B. Butter, Schmalz, Sahne und Mayonnaise), die überwiegend gesättigte Fettsäuren enthalten. Dadurch entsteht vermehrt LDL-Cholesterin, das die Blutgefäße belastet. 

Pflanzenöl ist dagegen gesund. Einen besonders guten Ruf genießt Olivenöl, das in der gesunden Mittelmeerküche eine zentrale Rolle spielt. Für Herz-Kreislauf-Patienten sind Ölsorten mit einem höheren Anteil an Omega-3-Säuren noch besser – zum Beispiel Raps-, Walnuss- oder Leinöl. Auch unter den festen Nahrungsmitteln gibt es hochwertige Omega-3-Quellen – neben den Fettfischen vor allem Walnüsse und Avocado. 

Transfette sind „Killer-Fette“. Auf Lebensmittelverpackungen sind diese industriell hergestellten Fette meist als „gehärtete Pflanzenfette“ ausgewiesen. Früher nahm man an, sie seien gesünder als tierische Fette und nutzte sie vor allem als Zutat für Streichfette – also zum Beispiel Margarine. Seit bekannt ist, dass Transfette äußerst schädlich sind, werden sie für Margarine kaum noch verwendet. Dagegen enthalten viele Tütensuppen, Backwaren (Kekse, Blätterteig) und frittierte Produkte (Chips, Pommes) nach wie vor hohe Konzentrationen und sind damit ein Risiko für Herz-Kreislauf-Patienten. 

Extras

Eine Portion pro Tag – Genussmittel sind nicht komplett verboten, aber sollten eben die Ausnahme sein. Dazu zählen neben Alkohol vor allem Süßigkeiten (z.B. Kuchen, Schokolade, Gummibärchen), gezuckerte Getränke (z.B. Cola, Eistee, Fruchtsäfte) und alle weiteren Kalorienbomben (z.B. Chips, Pommes, Gebäck).

Der hohe Einfluss auf den Blutzucker: Einfache Kohlenhydrate sorgen für einen rasanten Blutzuckeranstieg, dagegen hemmt Alkohol die Zuckerfreigabe in der Leber und fördert das Risiko einer Unterzuckerung. Für insulinpflichtige Diabetespatienten ist deshalb der bewusste Umgang mit jedem Drink oder Snack besonders wichtig. 

Im Falle einer Unterzuckerung ist ein zuckerhaltiges Extra gefragt, das den Blutzucker möglichst schnell nach oben korrigiert. Gut geeignet sind reiner Traubenzucker (Gel oder Plättchen), süße Getränke (keine zuckerfreien Light-Getränke!) oder Gummibärchen. Schokolade ist ungeeignet, weil sie viel Fett enthält, wodurch der Blutzuckeranstieg verzögert wird. 

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Unterzuckerung

Eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) besteht, wenn der Blutzucker unter 4 mmol/l bzw. 70 mg/dl sinkt. Die Anzeichen für eine Unterzuckerung sind individuell unterschiedlich. Häufige Symptome sind: Schweißausbrüche, Zittern, Nervosität, Heißhunger, Herzklopfen, Schwindel, Angst, Verwirrtheit, Krämpfe, Gesichtsblässe, Müdigkeit, Unruhe, Reizbarkeit, Sprach- und Sehstörungen. 

Ausgelöst werden Unterzuckerungen durch verschiedene Umstände, dazu zählen u.a.:

  • zu viel Insulin gespritzt
  • zu großer Abstand zwischen Insulingabe und Nahrungsaufnahme
  • Einnahme bestimmter blutzuckersenkender Tabletten (Sulfonylharnstoffe)
  • zu wenig Kohlenhydrate 
  • erhöhte körperliche Anstrengung (Sport, Haus- und Gartenarbeit)
  • verbesserte Insulinwirksamkeit durch Wärme (Sonnenbad, Sauna)
  • Alkoholkonsum
  • schnelle Gewichtsabnahme
  • Magen-Darm-Infektion mit Erbrechen

Die wichtigste Grundregel im Umgang mit einer Unterzuckerung lautet: Erst essen, dann messen!  

Du solltest also zu jeder Zeit ausreichend schnell verfügbare Kohlenhydrate griffbereit haben. Im Falle eines Blutzuckertiefs nimm sofort „schnelle“ Kohlenhydrate wie Traubenzucker (2-4 Plättchen) oder Fruchtsaft bzw. Limonade (200 ml) zu dir, um den Blutzuckerspiegel zu normalisieren.  Alternativ kannst du im Notfall auch auf Süßigkeiten wie Gummibärchen (12 Stück) oder Honig bzw. Konfitüre (mind. 1 EL) zurückgreifen. Achtung: Fetthaltige Süßigkeiten wie Schokolade wirken zu langsam. Grundsätzlich wirken in Flüssigkeit gelöste Kohlenhydrate schneller als feste Nahrungsmittel. Hier aber auf keinen Fall zu „Zero Sugar“-, „Light“- oder „Diet“-Varianten greifen!

Miss deinen Blutzucker anschließend und nimm bei Bedarf weitere Kohlenhydrate zu dir. Der Wert sollte nicht unter 5,6 mmol/l bzw. 100 mg/dl liegen. Zur Stabilisierung des Blutzuckers kannst du zusätzlich noch einige „langsame“ Kohlenhydrate wie Brot oder Obst konsumieren. 

Um häufige Unterzuckerungen zu vermeiden, analysiere (und dokumentiere!) nach jeder Unterzuckerung potentielle Auslöser, Symptome und wirksame Gegenmaßnahmen. Das hilft dir, dein Verhalten entsprechend anzupassen und zukünftigen Unterzuckerungen zu vermeiden. Sprich das Thema und konkrete Vorfälle auch bei deinem behandelnden Arzt an. 

Sonderfall: Nächtliche Unterzuckerung, die im Schlaf auftreten, werden von Betroffenen häufig erst nach dem Aufwachen erkannt. Anzeichen können Kopfschmerzen, verschwitze Schlafkleidung, Abgeschlagenheit, aber auch Albträume sein.

Um einer möglichen Unterzuckerung im Schlaf vorzubeugen, solltest du auf eventuelle Veränderungen im Alltag achten. Sport oder Alkohol vorm Schlafengehen beispielsweise wirken sich auch nach Stunden noch auf deinen Blutzucker aus. Gegebenenfalls ist auch eine nächtliche Überwachung deines Blutzuckers angebracht. 

Stellst du nächtliche Unterzuckerungen bei dir fest, sprich mit deinem Arzt über entsprechende Therapiemaßnahmen.

So vermeidest du Unterzuckerungen

Niedrige Blutzuckerwerte können durch verschiedene Umstände ausgelöst werden. Wichtig ist, dass du mögliche Auslöser kennst und entsprechend handelst:

  • Zu wenige Kohlenhydrate: Manchmal lenken einen Veränderungen im Alltag dermaßen ab, dass tägliche Selbstverständlichkeiten wie die Nahrungsaufnahme aus dem Rhythmus geraten. Gleiches gilt übrigens auch für die Erholung vom Alltag – im Urlaub.

    Tipp: Kleine digitale oder analoge Erinnerungen helfen dir, auch in solchen Situationen den Überblick zu behalten. 
  • Erhöhte Anstrengung: Bewegst du dich mehr als üblich, etwa weil du zusätzlich zum Sport noch bei der Gartenarbeit aktiv bist, oder dein Kreislaufsystem bei einem Saunabesuch forderst, kann sich dass auf deinen Blutzucker auswirken.

    Tipp: Miss deinen Blutzucker an besonders belastungsreichen Tagen ruhig öfter als gewöhnlich. 
  • Fehlerhafte Einnahme: Ist der Abstand zwischen der Insulingabe und Nahrungsaufnahme zu groß, wirkt sich das natürlich auf deinen Blutzucker aus.

    Tipp: Nutze auch hier kleine digitale oder analoge Erinnerungen, um nichts zu vergessen. 
  • Sulfonylharnstoffe: Bestimmte Diabetes-Medikamente (z.B. Sulfonylharnstoffe), können ähnlich wie Insulin Unterzuckerungen verursachen, wenn Mahlzeiten ausgelassen werden oder im Alltag mehr Bewegung hinzukommt.

    Tipp: Besprich die Auswirkungen dieser Medikamente auf den Blutzucker mit deinem Arzt und reagiere bei den ersten Anzeichen einer Unterzuckerung mit schnellen Kohlenhydraten.
  • Infektionen: Infektionen, insbesondere Magen-Darm-Infektionen, können eine große Anstrengung für den Körper bedeuten. Bedingt durch Durchfall oder Erbrechen schafft es der Köper mitunter nicht, aufgenommene Kohlenhydrate zu verwerten. Hinzu kommt eine allgemeine Appetitlosigkeit.

    Tipp: Versuche nach einer Insulingabe Kohlenhydrate in flüssiger Form aufzunehmen, z.B. Tee mit Honig oder Zucker. Sprich unbedingt mit deinem Arzt, wenn du Insulin spritzt oder Sulfonylharnstoffe einnimmst.
  • Alkoholkonsum: Kohlenhydrate im Alkohol (z.B. in Bier oder süßem Sekt) lassen deinen Blutzucker kurzfristig steigen. Allerdings ist die Leber anschließend für die nächsten Stunden vorrangig mit dem Alkoholabbau beschäftigt, die Abgabe von Zucker ins Blut wird vernachlässigt – eine Unterzuckerung droht. Miss deswegen vor dem Schlafengehen deinen Blutzuckerspiegel. Bei reichlichem Alkoholgenuss sollte der Zuckerwert um 200 mg/dl (bzw. 11,1 mmol/l) liegen.

    Tipp: Achte auf einen maßvollen Umgang mit Alkohol und konsumiere kohlenhydrathaltige Speisen dazu.

Überzuckerung

Eine Überzuckerung (Hyperglykämie) besteht, wenn der Blutzucker über die mit dem Arzt vereinbarten Zielwerte steigt.

Ist der Blutzucker über eine längere Zeit stark erhöht, treten typische Symptome einer Überzuckerung ein:

  • starkes Durstgefühl
  • verstärkter Harndrang
  • Müdigkeit, Kraftlosigkeit, Antriebsarmut
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Sehstörungen

Zu den Auslösern einer Überzuckerung zählen u.a.: 

  • zu viele Kohlenhydrate
  • weniger Bewegung als üblich
  • fehlerhafte oder fehlende Einnahme von Diabetesmedikamenten / Insulin
  • Medikamente mit Einfluss auf die Insulinwirkung (z.B. Cortison-Präparate, Diuretika)
  • Erkrankungen und Infekte (z.B. Grippe, Magen-Darm-Infekt)
  • akute Ereignisse (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall)
  • körperlicher oder seelischer Stress (z.B. vor Operationen, nach Verlusten)

Die wichtigste Grundregel im Umgang mit einer akuten Überzuckerung lautet: Viel trinken!  

Durch den erhöhten Zuckergehalt im Urin, der durch die Überzuckerung bedingt ist, benötigt der Körper deutlich mehr Flüssigkeit – Dehydration und Elektrolytmangel drohen. Bei extrem hohen Blutzuckerwerten von mehr als 33,3 mmol/l bzw. 600 mg/dl besteht ohne adäquate Behandlung gar die Gefahr eines sogenannten hyperosmolaren Komas. Solch extreme Entgleisungen des Blutzuckerwertes müssen sofort ärztlich behandelt werden. 

Um häufige Überzuckerungen zu vermeiden, analysiere (und dokumentiere!) nach jeder Überzuckerung potentielle Auslöser und Symptome. Das hilft dir, dein Verhalten entsprechend anzupassen und zukünftigen Überzuckerungen zu vermeiden. Sprich das Thema und konkrete Vorfälle auch immer bei deinem behandelnden Arzt an. 

So vermeidest du Überzuckerung

Hohe Blutzuckerwerte können durch verschiedene Umstände ausgelöst werden. Wichtig ist, dass du mögliche Auslöser kennst und entsprechend handelst:

  • Zu viele Kohlenhydrate: Kohlenhydrathaltige Snacks (Kuchen, Obst, etc.) zwischen den Hauptmahlzeiten lassen deinen Blutzuckerspiegel ebenso ansteigen wie größere Portionen als normalerweise.

    Tipp: Achte auf eine Regelmäßigkeit in deiner Ernährung.
  • Weniger Bewegung: Bewegst du dich aufgrund von akuten Beschwerden weniger als üblich, oder gönnst du dir einen Ruhetag, kann dein Blutzucker höher sein als an aktiven Tagen.

    Tipp: Achte auf ausgleichende Maßnahmen, falls du dich einmal nicht wie gewohnt bewegen kannst.
  • Fehlerhafte Einnahme: Vergisst du das Spritzen von Insulin oder die Einnahme blutzuckersenkender Medikamente bzw. nimmst du diese zu spät oder nicht in ausreichender Menge zu dir, wirkt sich das natürlich auf deinen Blutzucker aus.

    Tipp: Kleine digitale oder analoge Erinnerungen helfen dir, den Überblick zu bewahren. 
  • Neue Medikamente: Bestimmte Medikamente schränken die Insulinwirkung ein. Vor allem Cortison lässt den Blutzucker in der Regel sehr stark ansteigen.

    Tipp: Besprich mögliche Auswirkungen neuer Medikamente auf den Blutzucker mit deinem Arzt.
  • Infekte: Unentdeckte bzw. unbehandelte Infekte wie Harnwegsinfektionen oder starke Erkältungskrankheiten lassen den Blutzuckerspiegel ansteigen.

    Tipp: Achte auf mögliche Infekte und eine adäquate Behandlung.
  • Operationen: Eine Operation bedeutet Stress für den Körper. Die ausgeschütteten Stresshormone lassen deine Blutzuckerwerte steigen.

    Tipp: Weise vor einer geplanten Operation auf deine Diabeteserkannung hin und besprich notwendige Behandlungsschritte mit deinen Ärzten. 
  • Psychischer Stress: Anhaltender familiärer oder beruflicher Stress wirkt sich ebenso negativ auf deinen Blutzucker aus wie plötzlich entstehende Stresssituationen, etwa durch belastende Ereignisse oder persönliche Verluste.

    Tipp: Versuche deinen Umgang mit Stresssituationen zu verändern und scheue dich auch nicht davor dir Hilfe zu holen.

Bewegung bei Typ-2-Diabetes

Regelmäßige Bewegung hat zahlreiche positive Effekte auf den Körper und bietet sich sowohl zur Prävention, als auch zur Therapie bei einem bestehenden Typ-2-Diabetes an. Dabei wird Bewegung häufig in ihrem Einfluss unterschätzt: Sie verbessert die Aufnahme und -verwertung von Glukose in die Muskulatur, hilft also entsprechend dabei, den Blutzuckerspiegel zu senken und führt zu einem höheren Energieverbrauch, wodurch das Abnehmen leichter fallen kann. All diese Faktoren tragen dazu bei, das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und andere Folgeschäden zu reduzieren.

Allgemein gilt: Jeder Schritt, jede Minute in Bewegung ist besser als nichts. Wofür man sich am Ende entscheidet, ist im Grunde egal: Ob man lieber joggt, Fahrrad fährt, schwimmt, sich im Fitnessstudio auspowert oder Nordic Walking der Sport ist – wer Spaß dabei hat, bleibt auch langfristig am Ball und entwickelt gesunde Verhaltensweisen, die zu einem selbst und seinem Alltag passen.  Bei einem bestehenden Typ-2-Diabetes hat sich gezeigt, dass eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining am besten funktioniert, um das HbA1c in Schach zu halten.

Besonders der Muskelaufbau spielt in Bezug auf die Senkung des Blutzuckerspiegels eine entscheidende Rolle, da die Anspannung der Muskeln eine Reihe an Effekten im Körper auslöst:

  • Blutzuckersenkung durch vermehrte Zuckeraufnahme durch die Zellen
  • Verbesserung der Insulinwirkung durch neugebildete Rezeptoren an den Muskelzellen 
  • Entlastung der Bauchspeicheldrüse durch verbesserte Insulinwirkung

Dieser Effekt setzt nach circa 20-30 Minuten Training ein, hält aber nur eine begrenzte Zeit an. Um die positiven Effekte von Sport und Bewegung dauerhaft zu genießen, solltest man seine Muskeln mindestens dreimal pro Woche trainieren und eine Gesamtdauer von mind. 150 Minuten sportlicher Betätigung pro Woche anstreben. Deine individuelle Belastungsgrenze solltest du immer vorab mit deinem Arzt besprechen. 

Tipp: Versuche außerdem, deine Alltagsaktivität zu erhöhen. Oft ist das leichter als gedacht und erfordert nur ein bisschen Umdenken.

  • Starte mit Schwung in den Tag – Yoga oder ein kleines Mini-Workout belebt jeden müden Morgenmuffel. In der Curalie App kannst du kostenlos kleine Programme aktivieren. Wie wäre es zum Beispiel mit Rückenyoga?
  • Nimm die Treppe, statt den Aufzug oder die Rolltreppe – die ist meistens ohnehin zu voll.
  • Gehe kurze Strecken zu Fuß, den Weg zur Post schaffst du locker!
  • Steige in Bus, Tram oder S-Bahn eine Station früher aus, so hast du gleich ein paar Schritte mehr auf der Uhr.
  • Auch Putzen und Gartenarbeit zählen als Fitnesseinheit.
  • Verabrede dich zum Spazierengehen, wenn du nicht allein gehen möchtest.
  • Sitzt du viel am Schreibtisch, stehe immer mal wieder auf, strecke dich und bewege dich kurz. Wenn du ein bisschen Inspiration suchst, wie so eine „Bewegte Pause“ aussehen kann, schau in der Curalie App vorbei. Dort haben wir ein kostenfreies Programm für dich. Und die Nachfolger sind schon auf dem Weg!

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Wichtig: Die Medikamente anpassen

Sport und Bewegung wirken wie Medizin – mit allen positiven Konsequenzen. Weil sich die Insulinwirkung verbessert und der Insulinbedarf sind, kann es daher notwendig werden, die Therapie (Tabletten oder Insulin) anzupassen. 

Beachte hierbei, dass der Insulin-Effekt nicht nur während der Belastung wirksam ist, sondern auch noch einige Stunden danach. So kommt es eventuell zu einer Blutzuckersenkung, die sich erst deutlich später bemerkbar macht. Eine vorherige Anpassung der Medikation, z.B. eine Reduzierung der Insulinmenge zur letzten Mahlzeit vor dem Sport ist daher wichtig, um Unterzuckerungen zu vermeiden. Besonders effektiv ist es, Bewegung unmittelbar nach einer Mahlzeit einzuplanen. Der Blutzuckeranstieg wird so direkt „abgepuffert“ und Blutzuckerspitzen nach dem Essen vermieden.  

Es gibt keine Standardregel, die für alle Diabetespatienten gilt. Vieles muss individuell ausgetestet werden, am besten durch häufigere Blutzuckerkontrollen vor, während und nach dem Sport. Um Unterzuckerungen zu vermeiden, kann die Insulindosis abhängig von der Dauer und Intensität des Sportprogramms auch kurzfristig angepasst werden: 

  • 25–75 % weniger Bolus-Insulin, wenn du nach einer Mahlzeit aktiv bist und
  • bis zu 50 % weniger Basalinsulin bei mehrstündiger Anstrengung

Besprich mit deinem Arzt, wie du die Insulindosis bei (gesteigerter) Aktivität anpassen kannst. Zu Beginn der Bewegungstherapie wird das Abfallen des Blutzuckers in einen kritischen Bereich in erster Linie durch zusätzliche Kohlenhydrate ausgeglichen.

Medikamentöse Therapie bei Typ 2 Diabetes

Um den Blutzucker medikamentös zu senken, kommen hauptsächlich drei Gruppen von Arzneimitteln zum Einsatz: 

  • orale Antidiabetika
  • GLP-1-Rezeptor-Agonisten (Inkretin-Mimetika)
  • Insulinpräparate

Damit Patienten ihren Blutzucker genau einstellen können, sind regelmäßige Selbstmessungen und ärztliche Kontrollen notwendig. Nur so lassen sich Über- und Unterzuckerungen vermeiden.

Blutzucker richtig messen

Die Blutzuckermessung kann mittels moderner Blutzuckermessgeräte schnell und einfach von dir selbst durchgeführt werden. Sie ermöglicht dir, den Verlauf deiner Blutzuckerwerte zu dokumentieren und zu analysieren.

So kannst du nicht nur auf einen Blick sehen, ob deine Diabetestherapie gut eingestellt ist, sondern auch:

  • mögliche Über- oder Unterzuckerungen erkennen und vermeiden
  • auf den angestrebten HbA1c-Wert hinarbeiten
  • deine Stoffwechsellage selbst einschätzen lernen
  • entsprechende Verhaltensänderungen vornehmen

Es gibt verschiedene Methoden der Blutzuckermessung. Besprich mit deinem Arzt, welche für dich am besten geeignet ist. 

Die Häufigkeit bzw. die Abstände zwischen den einzelnen Messungen variieren von Therapie zu Therapie und von Patient zu Patient. Beim Einsatz von Insulin muss der Blutzuckerwert mehrmals täglich ermittelt werden, um die korrekte Insulindosis zu bestimmen. Bei oral-medikamentös eingestellten Diabetespatienten kommt es auf die Schwankungen der Blutzuckerwerte an. Bei geringen Schwankungen reicht oft ein 14-tägiges Blutzuckerprofil, um entsprechende Gegenmaßnahmen, wie Ernährungs- oder Bewegungsanpassung, ableiten zu können. In besonderen Situationen etwa bei Krankheiten oder der Einnahme neuer Medikamente können jedoch auch häufigere Messungen sinnvoll bzw. notwendig sein.

Hinweis: Die angestrebten Werte einer Messung sind, ebenso wie die Häufigkeit der Messung, von Patient zu Patient verschieden – gegebenenfalls ändern sie sich auch im Verlauf einer Therapie. Alle relevanten Einzelheiten besprichst du mit deinem behandelnden Arzt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Hände waschenVerhindere falsche Messergebnisse durch eventuelle Zuckerrückstände an den Fingern. Seife oder gar Desinfektionsmittel sind nicht notwendig. Hinweis: Warmes Wasser fördert die Durchblutung und erleichtert den Blutfluss. 
  2. Teststreifen vorbereitenLagere Teststreifen bei Raumtemperatur und verschließe den Behälter direkt nach der Entnahme wieder, um sie vor Feuchtigkeit und Sauerstoff zu schützen. 
  3. Lanzette vorbereitenVerwende für eine hygienische und möglichst schmerzarme Messung immer eine neue intakte Lanzette. 
  4. In den Finger stechenNutze für einen schmerzarmen Einstich die Seite der Fingerkuppe. Hinweis: Das Blut niemals herauspressen, da eventuell austretende Gewebeflüssigkeit das Messergebnis verfälscht.
  5. Blut auf Teststreifen auftragenLass das Blut in ausreichender Menge vom Teststreifen aufsaugen. Schau dir hierfür die Gebrauchsanleitung deines Blutzuckergerätes an.
  6. Werte notierenDokumentiere direkt deine gemessenen Werte und nimm ggf. die entsprechenden Markierungen (vor oder nach einer Mahlzeit etc.) am Gerät vor. Übrigens: Deine Blutzuckerwerte kannst du auch in der Curalie App selbst notieren. So hast du sie jederzeit im Blick und auch dein behandelnder Arzt kann darauf zugreifen. Außerdem hast du die Entwicklung deiner Werte genau im Blick.

Nützliche Tipps:

  • Hygiene: Hast du keine Möglichkeit dir die Hände vor einer Messung zu waschen, wische den ersten Blutstropfen mit einem Tuch weg und verwende den zweiten Tropfen für die Messung. 
  • Einstichstelle: Wechsele die Finger regelmäßig, um Verhornungen vorzubeugen. Mittel-, Ring-, oder der kleine Finger eignen sich besser als Daumen und Zeigefinger.  
  • Mindesthaltbarkeitsdatum: Achte auf das Mindesthaltbarkeitsdatum von Teststreifen und Lanzetten. 
  • Entsorgung: Sammle benutze Teststreifen und Lanzetten bis zur Entsorgung im Hausmüll in einem fest verschließbaren Behälter (z.B. Marmeladenglas), damit sich niemand an ihnen verletzt. 
  • Instandhaltung: Lass dein Blutzuckergerät regelmäßig (mind. alle 6 Monate) beim Arzt oder in der Apotheke auf Messgenauigkeit kontrollieren.

Umrechnung (mg/dl & mmol/l)

Blutzuckerwerte können in zwei Maßeinheiten erfasst werden: Milligramm pro Deziliter (mg/dl) und Millimol pro Liter (mmol/l). Blutzuckermessgeräte zeigen jedoch nur eine der beiden Einheiten an. Um dir das Umrechnen zu ersparen, nutze ein Messgerät, das die gleiche Einheit wie das Gerät deines Arztes oder deines Diabetesberaters anzeigt. Lass dich hier entsprechend beraten.

Für eine Umrechnung der beiden Werte kannst du eine Umrechnungstabelle nutzen. Diese findest du im Internet. Alternativ kannst du auch deinen Arzt oder Diabetesberater fragen. Die Grundlage dieser Tabelle sind die folgenden Formeln:

  • mg/dl x 0,0555 = mmol/l

d.h. 1 mg/dl entspricht circa 0,0555 mmol/l 

(Bsp: 120 mg/dl x 0,0555 = 6,66 mmol/l)

  • mmol/l x 18,02 = mg/dl

d.h. 1 mmol/l entspricht circa 18,02 mg/dl)

(Bsp: 6,6 mmol/l x 18,02 = 118, 93 mg/dl)

Hast du keine Tabelle zur Hand, oder rechnest du einfach nur gerne, findest du nachfolgend zwei Beispiele, die dir veranschaulichen, wie du die Umrechnung in die jeweils andere Einheit auch ohne Formel und Tabelle hinbekommst. Hinweis: Das Ergebnis der Umrechnung entspricht immer nur Näherungswerten. 

Rechenbeispiel 120 mg/dl in mmol/l

  • Schritt 1: mg/dl Wert durch 2 teilen (120:2 = 60)
  • Schritt 2: Ergebnis aus Schritt 1 durch 10 teilen (60:10 = 6)
  • Schritt 3: Ergebnis aus Schritt 2 ebenfalls durch 10 teilen (6:10 = 0,6)
  • Schritt 4: Ergebnisse aus Schritt 2 und 3 zusammenzählen (6 + 0,6 = 6,6 mmol/l)

Rechenbeispiel 6,6 mmol/l in mg/dl

  • Schritt 1: mmol/l Wert verdoppeln (6,6×2 = 13,2)
  • Schritt 2: Ergebnis aus Schritt 1 mit 10 vervielfachen (13,2×10 = 132)
  • Schritt 3: Ergebnis aus Schritt 1 vom Ergebnis aus Schritt 2 abziehen (132-13,2 = 118,8 mg/dl)

Orale Therapie (Tabletten)

Je nach Gesundheitszustand und Alter der Patienten verordnen Ärzte unterschiedliche Medikamente. Solange die Insulinproduktion beim Diabetes Typ 2 noch funktioniert, wird die medikamentöse Therapie zunächst mit oralen Antidiabetika begonnen. Hier gibt es mehrere Wirkstoffe, die einzeln eingenommen oder miteinander kombiniert werden können. Eine gemeinsame mögliche Nebenwirkung dieser Präparate ist das Risiko für eine Unterzuckerung.

WirkstoffWirkungMögliche Nebenwirkungen
Biguanide 

Metformin
  • hemmt die Zuckerbildung in der Leber
  • verbessert die Wirkung von Insulin
  • vermindert die Glukoseaufnahme im Darm
sehr häufig: Magen-Darm-Beschwerden (z.B. Übelkeit, Durchfall, Verstopfung)

häufig: Geschmacksveränderungen

sehr selten: lebensbedrohliche Übersäuerung des Blutes (Laktatazidose)
SGLT2-Hemmer (Gliflozine)

Canagliflozin
Dapagliflozin
Empagliflozin
Ertugliflozin
hemmen das Protein SGLT2, das Glukose von der Niere ins Blut transportiert; dadurch wird mehr Glukose über die Niere ausgeschiedenhäufig: Infektionen im Genitalbereich, übermäßiger Durst

selten: Ketoazidose (lebensbedrohliche Übersäuerung des Blutes)

geringfügig erhöhtes Blasen- und Brustkrebsrisiko
DPP-4-Hemmer (Gliptine)

Linagliptin
Saxagliptin
Sitagliptin
Vildagliptin
blockieren das Enzym Dipeptidylpeptidase 4 (DDP 4), das blutzuckersenkende Darmhormone abbaut; dadurch wird deren Wirkung verbesserthäufig: Schnupfen und Magen-Darm-Probleme
Sulfonylharnstoffe

Glibenclamid
Gliclazid 
Glimepirid 
Gliquidon
fördern die Insulin-Freisetzung in der Bauchspeicheldrüse (unabhängig von der Höhe des Blutzuckers)häufig: langanhaltende Unterzuckerung und Gewichtszunahme

gelegentlich: Magen-Darm-Beschwerden, allergische Hautreaktionen
Alpha-Glukosidase-Hemmer 

Acarbose
verzögern die Aufspaltung von Kohlenhydraten im Darm; dadurch steigt der Blutzucker nach dem Essen langsamer und weniger starkhäufig: Magen-Darm-Beschwerden (vor allem zu Therapiebeginn)
Glinide

Nateglinid 
Repaglinid
fördern die Insulin-Ausschüttung durch die Bauchspeicheldrüse; (anders als die Sulfonylharnstoffe) in Abhängigkeit von der Höhe des Blutzuckershäufig: Unterzuckerung und Gewichtszunahme

selten: Sehstörungen, Hautausschläge, Anstieg der Leberenzyme
Glitazone (Insulin-Sensitizer) 

Pioglitazon
machen die Zellen empfänglicher für Insulin und wirken so der Insulinresistenz entgegenhäufig: Gewichtszunahme, Atemwegsinfektionen, Sehstörungen
erhöhtes Herzschwäche-Risiko aufgrund von Wasseransammlungen

geringfügig erhöhtes Risiko für Blasenkrebs

GLP-1-Rezeptor-Agonisten (Inkretin-Mimetika)

Zur Gruppe der GLP-1-Rezeptor-Agonisten gehören unter anderem die Wirkstoffe Dulaglutid, Exenatid, Liraglutid und Semaglutid (das als einziger Wirkstoff auch in Tablettenform erhältlich ist). Sie werden unter die Haut injiziert und senken wie das natürliche Darmhormon GLP 1 den Blutzucker, indem sie die Insulinfreisetzung fördern und die Glucagon-Ausschüttung blockieren (sogenannter Inkretin-Effekt). Zudem verzögern sie die Magenentleerung und verstärken das Sättigungsgefühl im Gehirn, womit eine Abnahme des Körpergewichts leichter wird. Das Risiko für Unterzuckerungen ist dabei sehr gering. Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen sehr häufig Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Durchfall), in häufigen Fällen Entzündungen an der Einstichstelle sowie sehr selten Herzrhythmusstörungen und Entzündung der Bauchspeicheldrüse.

Aufgrund der hohen Kosten bezahlen die Krankenkassen die Behandlung (meist in Kombination mit Insulin) nur dann, wenn andere Therapieformen nicht ausreichend wirken.

Insulin

Während beim Typ-1-Diabetes eine Insulingabe immer notwendig ist, weil ihre Bauchspeicheldrüse selbst kein Insulin mehr produziert, stehen Menschen mit Diabetes Typ 2 eine ganze Reihe konservativer Therapien zur Verfügung, mit denen sie ihre Blutzuckerspiegel auf ein gesundes Niveau senken können. Die folgenden Anzeichen sprechen jedoch in der Regel eindeutig dafür, dass Typ-2-Diabetespatienten zusätzliches Insulin benötigen:19

  • Sie verfehlen ihre individuellen Blutzucker- und HbA1c-Ziele, obwohl alle konservativen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft wurden.
  • Sie haben ungeplant und ungewollt Gewicht verloren.
  • Azeton tritt im Urin auf, bei gleichzeitig deutlicher Harnzuckerausscheidung)
  • ggf. weitere Zeichen der schlechten Diabeteseinstellung wie Müdigkeit, Infektanfälligkeit, Nervenschmerzen – dies ist zwingend mit dem Arzt abzuklären!

Die Insulin-Therapie sollte auf deine Bedürfnisse zugeschnitten sein und deinem individuellen Gesundheitsprofil entsprechen. Welche Therapieform dir am besten hilft, hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel: (DB)

  • wie dein Blutzucker über den Tag hinweg verläuft
  • wie wirksam andere Medikamente bei dir sind
  • welche Nebenerkrankungen du hast
  • wie du dich ernährst
  • ob und, wenn ja, wie stark übergewichtig du bist
  • wie leicht oder schwer es dir fällt, Insulin zu spritzen und die richtige Menge Mahlzeiteninsulin zu berechnen

Die verschiedenen Therapieformen unterscheiden sich darin …

  • welche Art von Insulin zu Einsatz kommt (kurz-, langwirkend oder beides)
  • wie oft Insulin gespritzt wird (ein-, zwei- oder dreimal pro Tag)
  • ob eine feste Insulinmenge verabreicht wird oder ob die Dosis abhängig von Blutzucker und Mahlzeit berechnet bzw. mithilfe eines Korrekturplans bestimmt wird

Unterschiedliche Insulin-Arten

Langwirkende Insuline

Die langwirkenden Insuline (Basalinsuline) dienen dazu, den Grundbedarf an Insulin (außerhalb der Mahlzeiten) zu decken. Die Wirkung tritt verzögert ein und hält im Vergleich zum Normalinsulin deutlich länger an. Je nach Zusammensetzung unterscheiden sich die einzelnen Langzeitinsuline erheblich in ihrer Wirkdauer. 

NPH-Insulin (Verzögerungsinsulin)

Humaninsulin mit dem Zusatzstoff NPH (Neutrales Protamin Hagedorn), das die Wirkung des Insulins verzögert und verlängert (andere Verzögerungsinsuline enthalten Zink statt NPH). Da sich aufgrund des Zusatzstoffes Ablagerungen bilden, muss das Insulin vor dem Spritzen gut durchmischt werden.

  • Wirkungseintritt:  45 Minuten bis 2 Stunden nach dem Spritzen
  • Wirkmaximum: nach 4 bis 10 Stunden
  • Wirkdauer: 8 bis 14 Stunden (je nach Dosis)

Langwirkende Analoginsuline

Es gibt mehrere Sorten, die sich in ihrer chemischen Struktur und dadurch auch in ihrer Wirkdauer unterscheiden. 

Insulin glargin: 

  • Wirkungseintritt: 2 bis 4 Stunden nach dem Spritzen
  • Wirkmaximum: keines
  • Wirkdauer: 20 bis 26 Stunden

Insulin detemir: 

  • Wirkungseintritt: 1 bis 2 Stunden nach dem Spritzen
  • Wirkmaximum: nach 8 bis 10 Stunden
  • Wirkdauer: 12 bis 20 Stunden

Insulin degludec: 

  • Wirkungseintritt: 1 bis 2 Stunden nach dem Spritzen
  • Wirkmaximum: nach 24 Stunden
  • Wirkdauer: mehr als 48 Stunden
Kurzwirkende Insuline

Die kurzwirkenden Insuline (Bolusinsuline) werden vor dem Essen gespritzt, um den Blutzuckeranstieg durch die Aufnahme von Kohlenhydraten auszugleichen und erhöhte Werte zu korrigieren. Die speziell für diesen Zweck entwickelten Analoginsuline wirken schneller als Normalinsulin.  

Normalinsulin

Künstlich hergestelltes Humaninsulin ohne Zusatzstoffe – früher war auch der Begriff „Altinsulin“ gebräuchlich, um Normalinsulin von den Analoginsulinen abzugrenzen.

  • Wirkungseintritt: 15 bis 60 Minuten nach dem Spritzen
  • Wirkmaximum: nach 1 bis 4 Stunden
  • Wirkdauer: 4 bis 6 Stunden (je nach Dosis)

Kurzwirkende Analoginsuline

Im Vergleich zum Humaninsulin zerfällt das kurzwirkende Analoginsulin aufgrund seiner Zusammensetzung schneller in seine Einzelmoleküle, die dadurch früher wirksam werden. Wie bei den langwirkenden Analoginsulinen gibt es mehrere Wirkstoffe (Insulin aspart, Insulin glulisin, Insulin lispro), die sich jedoch in ihrer Wirkung weniger unterscheiden und daher hier zusammengefasst werden. 

  • Wirkungseintritt:  5 bis 15 Minuten nach dem Spritzen
  • Wirkmaximum: nach 1 bis 3 Stunden
  • Wirkdauer: 1,5 bis 5 Stunden
Mischinsuline

Mischinsuline (Kombinationsinsuline) aus lang- und kurzwirkendem Insulin sorgen für eine kontinuierliche Insulinversorgung und wirken zugleich dem Blutzuckeranstieg beim Essen entgegen. Aufgrund des darin enthaltenen Verzögerungsinsulins ist die Flüssigkeit trüb und muss vor Gebrauch gut durchgemischt werden. 

Kombination Normalinsulin / NPH-Insulin

Entscheidend ist das Mischverhältnis – also der jeweilige Anteil an Normal- bzw. NPH-Insulin. Auf den Arzneimittelverpackungen verweist die Zahl hinter dem Handelsnamen auf den prozentualen Anteil an Normalinsulin. Sind zwei Zahlen mit Querstrich angegeben, steht die erste immer für das Normalinsulin und die zweite für das NPH-Insulin.

  • Wirkungseintritt: 15 bis 30 Minuten nach dem Spritzen
  • Wirkmaximum: nach 3 bis 5 Stunden
  • Wirkdauer: 8 bis 14 Stunden

Kombination Analoginsulin / NPH-Insulin

Die Analoginsuline sind schnellwirkend – ihre Funktion besteht im Ausgleich des Blutzuckeranstiegs beim Essen. Die Wirkung hängt vom Mischverhältnis und der verabreichten Dosis ab. Die Zahl hinter dem Handelsnamen auf den Arzneimittelverpackungen steht für den Anteil des Analoginsulins. 

  •  
  • Wirkungseintritt: 5 bis 15 Minuten nach dem Spritzen
  • Wirkmaximum: nach 1-3 Stunden
  • Wirkdauer: 8 bis 14 Stunden

Diese Formen der Insulintherapie gibt es

Basal unterstützte orale Therapie (BOT)

Aufbau:

  • Kombination aus oralen Antidiabetika (blutzuckersenkende Tabletten) und Basalinsulin (entweder NPH-Verzögerungsinsulin oder langwirkendes Analoginsulin).
  • Das Insulin wird meist vor dem Schlafengehen gespritzt und hilft dem noch vorhandenen körpereigenen Insulin, den täglichen Grundbedarf zu decken. 

Vorteile: 

  • Die basal unterstützte orale Therapie (BOT) ist ein besonders einfaches Therapieschema, das eingesetzt wird, wenn Tabletten allein nicht mehr ausreichend wirken. 
  • Durch die Insulingabe am späten Abend ist die BOT vor allem dazu geeignet, hohe Blutzuckerwerte am Morgen in den Griff zu bekommen. 
  • Das Risiko für Gewichtszunahme und Unterzuckerungen ist bei der BOT deutlich geringer als bei alleiniger Insulintherapie.  Bei der BOT können zusätzlich zum Insulin noch sogenannte GLP-1-Agonisten gespritzt werden, die die Herstellung von körpereigenem Insulin fördern (und darüber hinaus beim Abnehmen helfen). 

Nachteile:

  • In der Regel dauert es eine Weile, bis das Spritzen zur Routine wird. 
  • Nicht immer lässt sich durch die BOT eine Blutzuckersenkung im angestrebten Maße erreichen. In dem Fall kommt ein Wechsel zur Basis-Bolus-Therapie in Frage. 

Supplementäre Insulintherapie (SIT)

Aufbau:

  • Kombination aus Tabletten und kurzwirkendem Insulin (Bolus-Insulin)
  • Das Insulin (meist kurzwirkendes Analoginsulin) wird vor den Mahlzeiten gespritzt und hilft dem noch vorhandenen körpereigenen Insulin, den erhöhten Blutzucker nach dem Essen zu regulieren. 

Vorteile: 

  • Diabetespatienten können flexibel entscheiden, was und wann sie essen, da der Anstieg des Blutzuckers durch zusätzliches Insulin ausgeglichen wird. 
  • Die supplementäre Insulintherapie ist – nicht nur, aber vor allem – für Diabetespatienten mit einer uneinheitlichen Tagesstruktur geeignet, die gelegentlich Mahlzeiten auslassen. 
  • Da weniger Insulin gespritzt wird als bei anderen Insulintherapien ist es leichter, Gewicht zu reduzieren. 

Nachteile

  • Im Vergleich zur BOT ist der Aufwand höher, da mehrfach täglich der Blutzucker gemessen und Insulin gespritzt werden muss. 

Intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT)

Aufbau: 

  • Dem natürlichen Stoffwechsel nachempfunden: Basalinsulin (langwirkendes Insulin) für den Grundbedarf und Bolusinsulin (kurzwirkendes Insulin), um den Anstieg des Blutzuckers nach dem Essen zu regulieren.
  • Basalinsulin wird ein- bis zweimal täglich unabhängig von den Mahlzeiten gespritzt.
  • Bolusinsulin wird vor jedem Essen gespritzt (zeitlicher Abstand nach ärztlicher Absprache); die Dosis ist von mehreren Faktoren abhängig (z.B. dem aktuellen Blutzucker) und muss jedes Mal berechnet werden. 

Vorteile: 

  • Volle Entscheidungsfreiheit bei der Frage, was und wann gegessen wird. 
  • Bedarfsgerechte Insulinabgabe, daher ist das Risiko einer Unterzuckerung geringer als bei der konventionellen Insulintherapie.
  • Die intensivierte Insulintherapie ist – nicht nur, aber vor allem – bestens für Diabetespatienten geeignet, deren Bauchspeicheldrüse kaum noch Insulin herstellt.

Nachteile

  • Höhere Eigenverantwortung und – gerade zu Beginn – ein relativ hoher Aufwand bei der Umsetzung.

Konventionelle Insulintherapie (CT)

Aufbau:

  • Vorgeschriebene Menge an Mischinsulin: Die Kombination aus lang- und kurzwirkendem Insulin wird in der Regel jeweils vor dem Frühstück und vor dem Abendessen gespritzt. 
  • Die feste Insulindosis gibt den Essensplan vor – also was, wann und wie oft Kohlenhydrate aufgenommen werden müssen (eventuell auch durch Zwischenmahlzeiten).

Vorteile: 

  • Die konventionelle Insulintherapie ist einfacher (keine Berechnung der Insulinmenge) und erfordert einen geringeren Aufwand (weniger Blutzuckermessungen) als die intensivierte Insulintherapie. 

Nachteile

  • Der Preis der Einfachheit ist die Starrheit der konventionelle Therapie: Um Entgleisungen des Blutzuckers zu vermeiden, müssen zum vorgeschriebenen Zeitpunkt festgelegte Kohlenhydratmengen gegessen werden – auch bei fehlendem Appetit. 
  • Falls Zwischenmahlzeiten im Rahmen der Therapie erforderlich sind, wird das Abnehmen erschwert.
  • Werden eingeplante Kohlenhydrate weggelassen, besteht das Risiko einer Unterzuckerung.

Piks um Piks: Insulin richtig spritzen

Insulin injizieren will gelernt sein. Dabei ist es wichtig, die Stärke der Haut zu beachten, geeignete Injektionszonen zu kennen und die richtige Nadellänge zu wählen. Nur mit einer guten Injektionstechnik wird das Insulin auch optimal aufgenommen. 

  • Insulin-Pen: Früher mussten sich Diabetespatienten ihre Insulinspritzen selbst aufziehen – das war mühselig und fehleranfällig. Seit der Einführung des unauffälligen Insulin-Pens (eng. Pen = Stift) ist das Spritzen viel einfacher: Mithilfe des Dosierknopfs sind die erforderlichen Insulineinheiten schnell eingestellt. Vor dem Gebrauch muss der Pen mit einer Insulin-Patronen befüllt werden. Es gibt aber auch Fertig-Pens (Einweg-Pens), die bereits Insulin enthalten und nach (mehrmaligem) Gebrauch weggeworfen werden. 
  • Insulin-Einheiten: Fertig-Pens gibt es mit unterschiedlichen Insulin-Konzentrationen. Der Standard ist U 100: Das heißt, ein Milliliter Flüssigkeit enthält 100 Insulin-Einheiten (IE). Wenn du sehr viel Insulin spritzen musst, wird dein Arzt dir vielleicht U-200- oder U-300-Pens verordnen – dann kommt auf einen Milliliter die doppelte bzw. dreifache Menge Insulin. Der Vorteil besteht darin, dass du dadurch weniger Flüssigkeit spritzen musst. An der Berechnung der Insulin-Einheiten ändert sich aber nichts. 
  • Spritzstelle: Das Insulin muss ins Fettgewebe unter der Haut gespritzt werden – das geht am einfachsten an Bauch, Oberschenkel oder Po. Am Bauch wirkt das Insulin am schnellsten – optimal für das kurzwirkende Insulin vor der Mahlzeit. Für langwirkendes Insulin sind Oberschenkel und Po am besten geeignet. Wichtig auch: Niemals durch die Kleidung spritzen! 
  • Spritzplan: Du solltest die Einstichstelle regelmäßig wechseln, um Verdickungen oder Verhärtungen zu vermeiden. Solche Gewebeveränderungen können dazu führen, dass Insulin schwerer ins Blut gelangt. Erstell darum einen Übersichtsplan, in den du einträgst, wann und wo du gerade gespritzt hast. Dann kannst du regelmäßig wechseln, zum Beispiel nach folgendem Schema: eine Woche rechter Bauch/Oberschenkel, eine Woche linker Bauch/Oberschenkel.
  • Nadellänge: Auch Menschen mit größeren Fettpolstern sollten möglichst kurze Nadeln (4 oder 5 mm) verwenden. Längere Nadeln können komplett durch das Unterhautfettgewebe gehen und den darunter liegenden Muskel treffen – das ist unter Umständen schmerzhaft und sorgt für eine schnelle, unkontrollierte Insulinaufnahme (Risiko für Unterzuckerung).
  • Nadelwechsel: Die Nadel solltest du möglichst nach jedem Spritzen, zumindest aber täglich wechseln. Neue Nadeln verfügen über einen Gleitfilm, der einen beinahe schmerzfreien Einstich ermöglicht. Durch das (mehrmalige) Eindringen in die Haut stumpfen sie ab und verbiegen sich unmerklich. Nach dem ersten Gebrauch sind Nadeln darüber hinaus nicht mehr steril (keimfrei). 
  • Aufbewahrung: Fertig-Pens oder ungeöffnete Insulinpatronen solltest du im Kühlschrank bei Temperaturen zwischen 2 und 8 Grad lagern. Lass das Insulin nicht gefrieren – sonst verliert es seine Wirkung. Etwa eine halbe Stunde vor dem Gebrauch nimmst du das Insulin aus dem Kühlschrank. Angebrochenes Insulin kannst du bei Zimmertemperatur lagern und  maximal einen Monat verwenden. Schütze es aber vor direkter Sonneneinstrahlung. 
  • Dokumentation: Die gespritzten Insulineinheiten dokumentierst du in deinem Gesundheitstagebuch. So weißt du vor jeder Injektion, wann und wie viel Insulin du schon gespritzt hast. Das macht es dir leichter, den Blutzucker dauerhaft zu kontrollieren. Auch in der Curalie App kannst du die gespritzten Insulineinheiten eintragen.

Richtig spritzen – so geht’s

  1. Patrone einsetzen:Die Pen-Kappe abziehen, Patronen-Halter abschrauben, Insulin-Patrone einlegen und Halter wieder festschrauben. 
  2. Nadel aufsetzen:Das Schutzpapier der frischen Nadel entfernen und die Nadel mitsamt der Schutzkappen auf den Patronenhalter schrauben oder stecken. Dann die äußere Schutzkappe entfernen, aber nicht wegwerfen. 
  3. Insulin mischen (falls nötig)Solltest du Mischinsulin (kurz- und langwirksames Insulin) oder Verzögerungsinsulin (NPH) verwenden, den Pen mindestens 20 Mal langsam hin- und herschwenken, indem du ihn in der Luft auf den Kopf stellst und wieder umdrehst. 
  4. Pen testen:Ein bis zwei Einheiten Insulin einstellen, den Pen senkrecht in der Hand halten und die Testmenge in die Luft spritzen. Falls nötig, wiederholen, bis Insulin an der Nadelspitze austritt.  
  5. Dosis einstellen:Mit dem Dosierknopf die errechnete Insulinmenge einstellen. Falls du versehentlich zu hoch gehst, die Eingabe korrigieren oder, falls nicht möglich, die Einheiten wegspritzen und die Dosis neu einstellen.
  6. Insulin spritzen:Wenn du sehr schlank bist, in den Oberschenkel spritzt oder die Nadel länger als 5 mm ist, mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger eine lockere Hautfalte bilden. Die Spritze senkrecht aufsetzen, den Dosierknopf langsam durchdrücken und 10 Sekunden warten, bevor du die Spritze wieder herausziehst. 
  7. Nadel entfernen:Die Nadel (Kanüle) möglichst sofort vom Pen nehmen, weil sich ansonsten Luftbläschen in der Insulinpatrone bilden können. Die äußere Schutzkappe auf die Nadel setzen, dann die Nadel herausdrehen und in einen speziellen Behälter werfen. Den Inhalt des Behälters später mit dem normalen Restmüll entsorgen. 

Anleitung als Video: Insulin mit Pen spritzen

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Feinschliff: Bolus und Korrektur

Bolus-Insuline sind Insuline, die zusätzlich zu Basis-Insulinen zu den Mahlzeiten verabreicht werden, um einen erhöhten Blutzucker zu korrigieren oder den Blutzuckeranstieg der nächsten Mahlzeit aufzufangen.

Die Basis-Bolus-Therapie erlaubt viel Spielraum bei der Gestaltung des Speiseplans. Und es gibt noch einen Vorteil: Die Berechnung der richtigen Menge an Bolus-Insulin erfordert etwas Kopfarbeit und hält die grauen Zellen auf Trab. Verständlicherweise haben nicht alle Menschen Lust oder sind nicht in der Lage, vor jeder Mahlzeit mehrere Rechenschritte durchzuführen. Manchmal gibt der Arzt daher auf Grundlage der alltäglichen Ernährungsgewohnheiten die Menge an Mahlzeiteninsulin vor.

Viele Diabetespatienten verwenden auch einen individuellen Korrekturplan: Hier wird die Insulindosis ebenfalls festgelegt, aber nach der Blutzuckermessung bedarfsgerecht angepasst, entweder durch zusätzliche Kohlenhydrate (bei niedrigem Blutzucker) oder durch zusätzliche Insulineinheiten (bei erhöhtem Blutzucker). 

Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung benötigst du also nur, wenn du zur Bestimmung der Bolusmenge keinen Korrekturplan verwendest.  

1. Kohlenhydrateinheiten (KE) berechnen

Die Insulinmenge ist abhängig davon, wie viele Kohlenhydrate du isst.

Deren Menge wird zunächst in Kohlenhydrateinheiten (KE) umgerechnet – das ist simpler als die früher üblichen Broteinheiten (BE). Wenn du eine KE-Tabelle nutzt, kannst du die folgende Rechnung abkürzen.

  • Ausgangswerte: Lies auf der Verpackung ab, wie viele Kohlenhydrate pro 100 Gramm das Lebensmittel enthält – bei Nudeln können das zum Beispiel 60 Gramm sein. Dann wiegst du deine Portion (sobald du später mehr Routine hast, kannst du die Menge auch schätzen). So kommst du zum Beispiel auf 150 Gramm Nudeln. 
  • Teilrechnung: Teile den Anteil der Kohlenhydrate (im Beispiel 60) nun durch 100 und multizipliere das Ergebnis mit der abgewogenen Menge. Durch die (Beispiel-)Rechnung 60 : 100 x 150  erhältst du das Gewicht der Kohlenhydrate in deiner Mahlzeit – im Beispiel: 90 Gramm. 
  • Ergebnis: Eine Kohlenhydrateinheit (KE) entspricht 10 Gramm Kohlenhydraten. Das Teilergebnis muss also noch durch 10 geteilt werden – in unserem Beispiel 90 : 10. Das Gesamtergebnis beträgt hier 9 KE. 
2. Mahlzeiten-Insulin berechnen

Die Insulinmenge ist abhängig vom individuellen Insulinbedarf. 

Daher werden die zuvor bestimmten Kohlenhydrateinheiten mit deinem persönlichen KE-Faktor in Beziehung gesetzt.  

  • Ausgangswert ist die Anzahl der Kohlenhydrateinheiten, die deine Nahrungsmenge enthält. Wir bleiben bei unserem Beispiel: 9 KE. 
  • Ergebnis: Multipliziere den Ausgangswert mit deinem persönlichen KE-Faktor (zwischen 0,5 und 4). Liegt dein KE-Faktor zum Beispiel bei 2, lautet die (Beispiel-)Rechnung: 9 x 2 = 18 Insulineinheiten (IE). 
  • Wichtig: Der KE-Faktor ist nicht nur individuell unterschiedlich (abhängig von Gewicht, Alter, Geschlecht etc.), sondern auch tageszeitenabhängig. In der Regel erhältst du vom Arzt drei Werte für morgens, mittags und abends. 
3. Korrekturfaktor anwenden

Die Insulinmenge ist abhängig von deinem aktuellen Blutzucker, dem festgelegten Zielbereich und davon, wie stark eine Insulineinheit deinen Blutzucker senkt. 

Daher wird auf die zuvor errechneten Insulineinheiten noch der individuelle Korrekturfaktor angewendet, der im Rahmen der Diabetesschulung ermittelt wird. 

  • Ausgangswert: Bilde die Differenz aus deinem aktuellen Blutzucker – z.B. 160 mg/dl (8,9 mmol/l) – und dem Zielwert, den du mit deinem Arzt vereinbart hast, z.B. 100 mg/dl (5,6 mmol/l). Im Beispiel sind das 60 mg/dl (3,3 mmol/l). 
  • Teilrechnung: Teile diese Differenz durch deinen persönlichen Korrekturfaktor. Häufig sind das 30 mg/dl (1,7 mmol/l). Dann lautet Rechnung die Rechnung 60 : 30 = 2. Das Teilergebnis entspricht den zusätzlichen Insulineinheiten (IE), die du dem zuvor ermittelten Mahlzeiteninsulin hinzufügen musst. 
  • Gesamtergebnis: Zähle die zuvor ermittelten Insulineinheiten und die zusätzlichen Korrektureinheiten zusammen. Im Beispiel: 18 IE + 2 IE = 20 IE. Diese Insulineinheiten musst du tatsächlich spritzen.

Was bringt die Blutzucker-Korrektur vor dem Schlafengehen?

Nachts kann es zu nächtlichen Unterzuckerungen kommen, weil der schlafende Körper dem fallenden Blutzucker erst verzögert durch Hormone entgegenwirkt. Alkohol, abendlicher Sport und blutzuckersenkende Tabletten können das Problem noch verstärken. Die Folge: Betroffene schlafen schlecht und fühlen sich am nächsten Morgen abgeschlagen. Dass eine nächtliche Unterzuckerung dahintersteckt, wissen viele jedoch nicht.

Die Empfehlung lautet daher, vor dem Schlafengehen auf einen stabilen Blutzucker zu achten. Ist der Wert zu niedrig, solltest du eine kleine Spätmahlzeit einnehmen – je tiefer der Blutzucker, desto größer die Portion. Umgekehrt sollte der Blutzucker natürlich auch nicht zu hoch sein. Falls doch, spritzt du Insulin gemäß Korrekturplan bzw. -faktor.

Wenn du dennoch nächtliche Unterzuckerungen beobachtest, solltest du mit deinem Arzt über die Insulindosis sprechen. 

Warum ist der Insulinbedarf morgens am höchsten?

Bei manchen Menschen werden in der zweiten Nachthälfte verstärkt Hormone ausgeschüttet, die dem Insulin entgegenwirken (insbesondere Cortisol und Glucagon). Das führt zum sogenannten Dawn-Phänomen (englisch dawn = Morgendämmerung): Früh am Tag liegt der Blutzucker höher, außerdem wirkt das von außen zugeführte Insulin weniger stark. 

Zudem kommt es bei Diabetes Typ 2 zu einer Überproduktion von Zucker aus der Leber. Das begünstigt ebenfalls den Blutzuckeranstieg am Tagesanfang.

Um den Blutzucker in den Griff zu bekommen, muss zum Frühstück verhältnismäßig viel Mahlzeiteninsulin gespritzt werden – deshalb wird für den Morgen in der Regel ein höherer KE-Faktor angesetzt als für den Mittag oder Abend. 

Ärztliche Untersuchungen

Um Folgeerkrankungen durch eine Diabeteserkrankung zu vermeiden bzw. frühzeitig zu erkennen, ist es wichtig, bestimmte Werte und Gegebenheiten regelmäßig zu untersuchen. Die Ergebnisse der einzelnen Untersuchungen werden im Diabetes-Gesundheits-Pass (auch „blauer Pass“ genannt) eingetragen. So behalten Arzt und Patient den Überblick über alle relevanten Werten. Den Pass erhalten Diabetespatienten beim Hausarzt, Diabetologen oder im Internet. 

Einige Kontrolluntersuchungen sind vierteljährlich notwendig, andere nur einmal im Jahr oder noch seltener. Tipp: Um die aktuellen Werte besser einordnen zu können, den Arzt bitten, die individuellen Therapieziele im Pass zu notieren. 

Vierteljährliche Untersuchungen

Alle drei Monate sollten folgende Werte und Daten durch deinen behandelnden Arzt überprüft und bewertet werden:

  • Blutzucker
  • HbA1c-Wert
  • Blutdruck
  • Körpergewicht & Taillenumfang
  • Insulinspritzstellen (betrachten & abtasten) 
  • schwere Unterzuckerungen
  • Raucherstatus 
  • Häufigkeit der Selbstkontrolle  

Jährliche Untersuchungen

Mindestens einmal im Jahr – bei auffälligen Werten auch häufiger – sollten folgende Untersuchen durchgeführt werden: 

  • Fettstoffwechsel (Gesamt-Cholesterin, HDL / LDL Cholesterin, Triglyceride)
  • Nierenfunktion (Mikro- & Makroalbuminurie, S-Kreatinin/eGFR)
  • Herzgesundheit
  • körperliche Untersuchung (einschließlich der kleinen und großen Blutgefäße)
  • Nervenerkrankungen (periphere / autonome Neuropathie)
  • Fußinspektion
  • Wohlbefinden (Depression o.ä.)

Weitere wichtige Untersuchungen

Regelmäßig überprüfen lassen sollten Diabetespatienten auch ihre Zahn- und Mundgesundheit (2 x jährlich) sowie relevante Schilddrüsenwerte. Gegebenenfalls sind weitere Untersuchungen, wie z.B. ein EKG oder Ultraschall, notwendig. Darüber informiert aber der Arzt. Die Untersuchung der Augen (mit weit getropften Pupillen) sollte man alle zwei Jahre einplanen.

Diabetisches Fußsyndrom: Füße richtig Pflegen

Die gestörte Empfindung von Schmerzen und Temperaturen führt dazu, dass Verletzungen, Druckstellen oder Infektionen und Pilzerkrankungen zu spät oder gar nicht wahrgenommen werden. Eine regelmäßige Kontrolle ist hier essenziell, denn bereits kleine Wunden und Hautverletzungen können zu großen Komplikationen und im schlimmsten Fall zu einer Amputation führen. Denn die Wundheilung ist bei Patienten mit Typ 2 Diabetes gestört.

11 Fußpflege Tipps für Diabetiker

  • Täglich kontrollieren: Kontrolliere deine Füße (inkl. Fußsohlen und Zehenzwischenräume) täglich auf Auffälligkeiten und Verletzungen – insbesondere bei bestehender Neuropathie. Nachfolgend findest du eine Übersicht der am häufigsten betroffenen Stellen.

    Tipp: Ein Spiegel hilft bei schlecht einsehbaren Stellen.

    Häufig betroffene Stellen am Fuß: 

  • Füße reinigen: Reinige deine Füße täglich mit milder Seife und lauwarmen Wasser (33° C). Achte beim Abtrocknen darauf, die Füße nicht abzurubbeln, tupfe sie besser gründlich trocknen.

    Tipp: Gönn dir gelegentlich ein 2-3 minütiges Fußbad (29 – 35° C).
  • Hornhaut entfernen: Entferne entstandene Hornhaut mit einem Bimsstein – dieser ist besonders schonend.

    Tipp: Auf feuchten Füßen entsteht weniger Reibungswärme. 
  • Füße eincremen: Creme trockene Füße regelmäßig und am besten mit harnstoffhaltigen Präparaten ein, so wirkst du trockener Haut und übermäßiger Verhornung entgegen.

    Tipp: Cremeschaum zieht direkt ein und hinterlässt kein feuchtes Milieu zwischen den Zehen. 
  • Nägel feilen: Vermeide es deine Nägel zu kurz zu feilen, sie sollten mit der Zehenkuppe abschließen. Achte außerdem darauf die Nägel gerade zu feilen – runde Nägel wachsen schneller ein.

    Tipp: Feile auch die Nagelkanten, um Verletzungen der Nachbarzehen zu vermeiden.  
  • Verletzungen vermeiden: Vermeide Verletzungen durch gefährliche Fußpflege-Hilfsmittel wie Hornhautraspeln, Rasierklingen, Nagelknipser, Scheren, Wärmflaschen, Heizkissen, oder Hühneraugenpflaster und -tropfen.

    Tipp: Schütze deine Füße immer durch passendes Schuhwerk – insbesondere bei bestehender Nervenschädigung.
  • Podologen aufsuchen: Nutze bei Bedarf die professionelle Unterstützung eines speziell ausgebildeten medizinischen Fußpflegers. Bei bereits vorhanden Schädigungen kann der Arzt dir die medizinische Fußpflege durch eine podologische Fachpraxis sogar verschreiben. 

    Hinweis: Lass Hühneraugen, Schwielen, eingewachsene Nägel etc. immer durch einen Podologen entfernen. 
  • Ärztliche Kontrolle: Ein Arzt sollte mindestens einmal im Jahr deine Füße auf Verletzungen und Auffälligkeiten kontrollieren und überprüfen, ob es Störungen bei der Durchblutung und den Nerven gibt.

    Hinweis: Blasen, Geschwüre, Druckstellen, Rötungen, Schwellungen, Verletzungen, Hautabschürfungen, Pilzinfektionen sind immer ein Fall für den Arzt!
  • Gymnastik machen: Fördere die Durchblutung und kräftige deine Fußmuskulatur mit täglich 5-10 Minuten Fußgymnastik.

    Tipp: Nutze analoge oder digitale Erinnerungen, um dich an die täglichen Übungen zu erinnern.
  • Schuhwerk optimieren: Achte auf passendes Schuhwerk, um Blasen und Druckstellen zu vermeiden – wähle bequeme, nicht zu kleine Schuhe und nutze Baumwoll- oder Wollstrümpfe. Verordnet dein Arzt dir spezielle Einlagen oder Schuhe, müssen diese immer individuell auf deine Füße angepasst werden.

    Tipp: Vermeide Verletzungen oder Fußpilz, indem du am Strand bzw. im Schwimmbad nicht barfuß unterwegs bist. 
  • Fußpilz behandeln: Bei Verdacht auf Fußpilz sprich zügig mit deinem Arzt und lass dir entsprechende Medikamente verordnen. Behandle den Fußpilz mindestens noch eine Woche lang, auch wenn keine Anzeichen mehr auf der Haut erkennbar ist.

    Tipp: Sei bei der Fußhygiene besonders vorsichtig, nutze Socken und Handtücher, die bei 60 Grad waschbar sind und wechsle beides täglich.

Einem Typ-2-Diabetes vorbeugen: Gesund essen und bewegen

Typ-2-Diabetes ist kein unausweichliches Schicksal. Du kannst einiges tun, um dein Erkrankungsrisiko zu reduzieren. Doch so einfach unsere Tipps zur Vorbeugung auch klingen mögen, so schwer sind sie auch umzusetzen und in den Alltag zu integrieren.

So kannst du Diabetes Typ 2 vorbeugen:

  • Übergewicht reduzieren
  • Nicht rauchen
  • Alkohol nur in Maßen (maximal ein Glas Weiswein oder ein 0,5 L Bier)
  • Viel bewegen (täglich mindestens 30 Minuten)
  • Ausgewogene Ernährung (Salz und Zucker reduzieren, geringe Energiedichte, Ballaststoffe helfen bei einem gestörten Zucker- und Fettstoffwechsel und verbessern zudem die Effektivität des körpereigenen Insulins in den Organen. Etwa 15 g Gramm Ballaststoffe pro Tag und 1000 Kalorien (also etwa 30 g) werden empfohlen.
  • Viel Obst und Gemüse essen. Auch Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen und Erbsen sind reich an Ballaststoffen
  • Den Blutdruck regelmäßig prüfen und hohen Blutdruck senken bzw. behandeln
  • Ausreichend Schlafen und Stress reduzieren

Unsere Präventions­programme unterstützen dich dabei

In der Curalie App findest du zahlreiche Rezepte, Informationsangebote und Ernährungs- und Trainingspläne mit Videoanleitung, die dich bei der Vorbeugung unterstützen – kostenlos. Verschaffe dir einen Überblick über alle Gesundheits­programme. Du kannst sofort auf sämtliche Übungen und Rezepte zugreifen, während dich die App gleichzeitig mit täglich oder wöchentlich wechselnden Aufgaben motiviert, am Ball zu bleiben. Nachfolgend ein paar Beispiele.

So kannst du dein Curalie Programm starten

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QUELLEN

(1) https://next.amboss.com/de/article/3g0SE2?q=diabetes#Z206684328d43bdbe4a41b4993a8b8261

(2) https://ddz.de/diabetes-uhr/

(3) https://www.diabinfo.de/leben/typ-2-diabetes/grundlagen/verbreitung.html

(4) https://flexikon.doccheck.com/de/Prädiabetes

(5) https://gesund.bund.de/diabetes-typ-2

(6) https://www.diabinfo.de/leben/typ-1-diabetes.html 

(7) https://www.diabinfo.de/leben/typ-2-diabetes/grundlagen/diagnose.html

(8) Ernährungsmedizin. Biesalski H, Bischoff S, Pirlich M, Weimann A, Hrsg. 5., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2017. doi:10.1055/b-004-132260

(9) https://www.diabinfo.de/leben/info-ecke/diabetes-von-a-z.html#c202968

(10) Schlesinger S, Neuenschwander M, Barbaresko J, Lang A, Maalmi H, Rathmann W, Roden M, Herder C. Prediabetes and risk of mortality, diabetes-related complications and comorbidities: umbrella review of meta-analyses of prospective studies. Diabetologia. 2022 Feb;65(2):275-285. doi: 10.1007/s00125-021-05592-3  

(11) https://www.diabinfo.de/leben/typ-1-diabetes/behandlung.html

(12) https://flexikon.doccheck.com/de/Diabetes_mellitus#Komplikationen

(13) https://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/was_ist_diabetes_/was_ist_diabetes_typ_2

(14) https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/augen/netzhaut/diabetische-retinopathie.html#welche-symptome-koennen-auftreten

(15) https://www.meduniwien.ac.at/web/fileadmin/content/presseservice/presseaussendungen/pdf_2016/PA_MedUni_Wien_Diabetes_Review.pdf

(16) https://pflege-professionell.at/de-altersdiabetes-ist-ein-maennerproblem-maenner-ab-40-leiden-besonders-haeufig-unter-diabetes-typ-2

(17) https://www.diabetes-online.de/a/geschlechterunterschiede-frauen-mit-typ-diabetes-erkranken-staerker-als-maenner-1820128

(18) https://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/begleiterkrankungen_bei_diabetes/diabetisches_fusssyndrom